Gewerkschaft fordert eine bessere Bezahlung

Wer Sträuße bindet und Pflanzen pflegt, arbeitet (nicht nur) im Rheinisch-Bergischen Kreis meist zu Nied-riglöhnen. Die Gewerkschaft IG BAU fordert, dass sich das ändert.Foto: IG BAU
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Wer Sträuße bindet und Pflanzen pflegt, arbeitet (nicht nur) im Rheinisch-Bergischen Kreis meist zu Nied-riglöhnen. Die Gewerkschaft IG BAU fordert, dass sich das ändert.Foto: IG BAU

IG BAU befürchtet für die Zukunft personelle Engpässe in Blumengeschäft und Gartencenter zu Niedriglöhnen

Von Nadja Lehmann

Sie gelten als systemrelevant, und ihre Ware sorgt mit Farbenpracht für Lichtblicke: Gartenmärkte und Blumengeschäfte erleben in der Pandemie einen Ansturm. Doch wer Sträuße bindet und Pflanzen pflegt, arbeitet im Rheinisch-Bergischen Kreis meist zu Niedriglöhnen. „In der Floristik liegt der Stundenlohn für gelernte Kräfte gerade einmal bei 11,27 Euro pro Stunde. Von solchen Einkommen lässt sich kaum leben“, kritisiert Mehmet Perisan, Bezirksvorsitzender der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Köln-Bonn.

Der Gewerkschafter fordert für die Beschäftigten deutlich mehr Geld. In der Branche arbeiteten überwiegend Frauen, für die die geringe Bezahlung zum Armutsrisiko werde. Nach Angaben der Arbeitsagentur zählt die Floristik im Rheinisch-Bergischen Kreis rund 130 Beschäftigte.

„In der Corona-Zeit kaufen mehr Menschen als sonst Blumen, Topfpflanzen oder Deko, um es sich zuhause schön zu machen“, betont Perisan. Insbesondere die Gartencenter hätten Rekordumsätze gemacht, wovon auch der Blumenhandel profitiere. Im Mai, dem traditionell umsatzstärksten Monat der Branche, verzeichneten die Gartencenter laut Statistischem Bundesamt 2020 einen Umsatzanstieg von 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Zu den Gewinnern zähle auch der größte Player der Branche, Blumen Risse, der mit vielen Standorten in Nordrhein-Westfalen vertreten sei. Die Firmen ignorierten die gute Wirtschaftslage aber bislang – und zogen einen Tarifabschluss für die Branche im Dezember vergangenen Jahres überraschend zurück. Danach sollten die Einkommen ab Februar um drei Prozent steigen. Für Azubis sah die Einigung ein Plus von 30 Euro/Monat vor.

„Die Bezahlung muss sich verbessern. Sonst finden Blumenläden & Co. bald kein Personal mehr.“

IG BAU

Die Gewerkschaft ruft den Fachverband Deutscher Floristen (FDF) dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der bereits gefundene Kompromiss sei ein wichtiger Schritt für die Floristik heraus aus dem Niedriglohnsektor. Mittelfristig müsse sich die Bezahlung aber noch deutlich verbessern, fordert die IG BAU: „Sonst finden Blumenläden & Co. bald kein Personal mehr.“

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