Schul- und Sozialausschuss

Gesamtschule steuert auf erstes Abitur zu

Schulleiterin Angelika Büscher vor der 2014 gegründeten Johannes-Löh-Gesamtschule. Archivfoto: Anja Wollschlaeger 
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Schulleiterin Angelika Büscher vor der 2014 gegründeten Johannes-Löh-Gesamtschule. Archivfoto: Anja Wollschlaeger 
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Schulleiterin Angelika Büscher und Oberstufenkoordinator Gerhard Gertz berichteten.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Die Jahreszahl „2023“ nimmt bei Angelika Büscher und Gerhard Gertz einen besonderen Platz ein: „Dann gibt es bei uns das allererste Abitur“, erklärten die Leiterin der Johannes-Löh-Gesamtschule und der Oberstufenkoordinator. Und dies wird nicht lautlos über die Bühne gehen. „Das werden wir megamäßig feiern“, kündigte Büscher am Dienstagabend im Schul- und Sozialausschuss an.

Seit Beginn des Schuljahrs 2020/21 gibt es an der Johannes-Löh-Gesamtschule die Oberstufe. Mit dem Schuljahr 2022/23 ist der Ausbau abgeschlossen. Büscher und Gertz waren ins Kinder- und Jugendzentrum Megafon gekommen, um ihre Erfahrungen mit der Sekundarstufe II zu schildern.

Besonderer Kurs dokumentiert Verbundenheit mit der Stadt

„Wir haben schon zu Beginn den Blick in die Oberstufe gerichtet“, erinnerte sich Angelika Büscher. 2013 war das, kurz bevor 2014 die Johannes-Löh-Gesamtschule dann tatsächlich gegründet wurde. Heute zählt sie „knapp unter 800 Schüler“, wie Büscher nicht ganz ohne Stolz kund tat. „Und wir haben eine ungebrochen große Nachfrage.“ So konnte die Schulleiterin denn auch gleich ankündigen, dass Auf dem Schulberg im nächsten Schuljahr fünf 5. Klassen starten werden. Büscher: „Sonst sind wir ja vierzügig.“

Das Ziel sei aber, allen Burscheider Kindern einen Platz anzubieten. Da ginge der Träger auch „über den Durst“, wenn es geboten sei, zollte Büscher Respekt. Die Schule steht unter Trägerschaft der Evangelischen Kirche. Religion ist Pflichtfach - bis zum Abitur. Büschers kurzes Fazit: „Die Oberstufe funktioniert.“ Das bestätigte Oberstufenkoordinator Gertz. „Mit Ende der Qualifikationsphase rückt das Abitur in greifbare Nähe.“ Klein, aber fein. „Wir sind mit 55 Schülern in der Einführungsphase gestartet“, sagte Gertz. Kein Vergleich also etwa mit dem Landrat-Lucas-Gymnasium in Leverkusen, das die größte Oberstufe in NRW aufweise und mit dem man zusammenarbeite. „Wir dürfen dort bei den mündlichen Prüfungen über die Schulter schauen. Das ist wichtiges für ein engagiertes, aber noch junges Team wie uns“, begründete Gertz.

Deutsch und Englisch, Mathe und Biologie, Geschichte und Sozialwissenschaften: Das sind die Fächer, die in Burscheid maßgeblich als Leistungskurse gewählt werden. Grund- und Projektkurse schließen sich an. Bei letzteren mit einem neuen Angebot, in dem es um die Burscheider Geschichte geht. „Wir wollen unsere Verbundenheit mit der Stadt betonen“, sagte Gerhard Gertz. Ein Angebot, das Eltern und Schüler überzeugt: „Wir haben bereits 80 Anmeldungen für den Abiturjahrgang 2025.“

Man lege in der Johannes-Löh-Gesamtschule besonderen Wert auf die Qualität der Betreuung, hoben Büscher und Gertz hervor. „Jeder Schüler, jede Schülerin bekommt einen Tutor. Der eine braucht das mehr, der andere weniger. Aber daraus kann eine enge vertrauensvolle Beziehung entstehen“, sagte Gerhard Gertz. Auf Konferenzen werde regelmäßig abgeklopft, wo es Probleme gebe: „Dort können wir Plan B für die Schüler entwickeln, die es vielleicht nicht schaffen“, sagte Gertz mit Blick auf Abitur und Oberstufe.

Digitalisierung wird großgeschrieben, die klassische Tafel hat so gut wie ausgedient: „Wir arbeiten mit I-Pads und Beamer. Die Schüler können sich einwählen und ihre Antworten einspielen. Mein Unterricht läuft ohne Buch ab“, berichtete Gertz. Die Schüler seien oftmals fitter als die Lehrer, aber: „Das macht nichts. Wir lernen mit.“ So habe man auch Corona gut überstanden - und den Schülern, die zu Hause nicht über dem entsprechendem digitalen Zugang verfügten, alles ausgeliehen und ausgegeben, was ging. „Wir wollen Bildungsgerechtigkeit“, unterstrich Angelika Büscher. „Kein Kind aus bildungsfernen und finanzschwachen Familien soll zurückbleiben.“ Ob es räumliche Probleme gebe, wollte Bürgermeister Dirk Runge wissen. Büscher gab Entwarnung: „Wir nutzen unsere Räume intensiv, es gilt das Lehrer-Raum-Prinzip.“ Lediglich einen dritten Technikraum habe man eingerichtet, nachdem aus der einstigen Hauptschule die Gesamtschule geworden sei, und aus einem Physik- einen Musikraum gemacht. „Und dann kam ja noch die Villa Biz dazu“, so Büscher. In dem benachbarten alten Rathaus finden Deutschkurse ebenso statt wie Förderunterricht - aktuell für zwölf ukrainische Kinder.

Mensa

120 Sitzplätze stehen den Schülern in der Mensa zur Verfügung. Sie essen zeitversetzt. Das klappe gut, die meisten bräuchten höchstens 20 Minuten, und eine räumliche Ausweitung sei nicht vonnöten, sagte Schulleiterin Büscher. Aber: „Wir suchen einen neuen Caterer.“

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