Bildung

Gesamtschule ist für jede Unterrichtsform gewappnet

„Man muss schnell reagieren“: So lautet das Fazit von Angelika Büscher, Leiterin der Johannes-Löh-Gesamtschule, nach einem Jahr Pandemie. Archivfoto: Anja Wollschlaeger
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„Man muss schnell reagieren“: So lautet das Fazit von Angelika Büscher, Leiterin der Johannes-Löh-Gesamtschule, nach einem Jahr Pandemie. Archivfoto: Anja Wollschlaeger

In der Johannes-Löh-Schule findet auch der Schüleraustausch online statt

Von Claudia Radzwill

Burscheid. Schule in der Pandemie, das ist eine stetige Herausforderung. Das gilt auch für die Johannes-Löh-Gesamtschule. Präsenz-, Wechsel- und Distanzunterricht - für alle Formen ist das Kollegium nach über einem Jahr Corona-Pandemie gewappnet. „Man muss schnell reagieren“, lautet das Fazit von Schulleiterin Angelika Büscher. Bis Mitte vergangener Woche hieß es noch, am Montag beginne der Wechselunterricht. Am Freitag ordnete der Rheinisch-Bergische Kreis die Verlängerung des Distanzunterrichts an, da die Inzidenzwerte weiter steigen. Die Schüler der Abschlussklasse zehn kommen in dieser Woche nur zur mündlichen Prüfung in Englisch und zu Mathematikarbeit in ihre Schule Am Schulberg.

Das Lernen zu Hause mit Aufgaben und Videounterricht klappt jedoch. Dabei helfe es, dass die Schule auch in „normalen Zeiten“ mit Wochenplänen arbeite. „Wir greifen so auf bewährte Strukturen zurück. So erreichen wir auch alle Schüler und Schülerinnen“, sagt Angelika Büscher. Jeder hat inzwischen auch ein ordentliches Endgerät zur Hand: Tablets, finanziert aus dem Digitalpakt von Bund und Ländern, dem Bildungs- und Teilhabepaket sowie Gerätespenden von Firmen sind bei den Schülern angekommen. „Von Firmen gab es auch Drucker“, berichtet die Rektorin. Am Anfang der Pandemie im März 2020 habe mancher Schüler allerdings nur am Smartphone dem Unterricht folgen können.

Vor den Osterferien wurden die Klassen geteilt, die Johannes-Löh-Gesamtschule stieg auf den wöchentlichen Wechselunterricht um. Doch bei den Gesamtschulen ergibt sich eine besondere Problematik: „Als Gesamtschule arbeiten wir mit leistungsdifferenziertem Unterricht - unter anderem in Mathe, Deutsch und Fremdsprachen.“ Das heißt, für diese Fächer werden die festen Klassengruppen aufgelöst und die Schüler der Jahrgänge werden in Grund- und Erweiterungskurse eingeteilt. Doch eine Vermischung der Klassen in der Corona-Krise sollte vermeiden werden. Was tun?

„Man wird kreativ, und die Digitalisierung eröffnet auch neue Wege.“

Angelika Büscher, Schulleiterin

Die Lösung: Wo Präsenzunterricht im Klassenverband möglich ist, findet er im Wechselunterricht statt. Die Differenzierungskurse gibt es weiterhin für alle digital. Damit das alles zeitlich passt, wurde vor Einführung des Wechselunterrichts kurzerhand der Stundenplan neu geschrieben. Wenn, wie jetzt, wieder in den Distanzunterricht gewechselt wird, gilt wieder der reguläre ursprüngliche Stundenplan.

„Wir jonglieren zwischen den Corona-Regeln, dem Infektionsgeschehen und den Bedürfnissen der Schüler und Schülerinnen“, sagt die Rektorin. Das erfordere allerdings auch einen großen logistischen Aufwand.

Eine Notbetreuung findet derzeit weiterhin in der Schule statt. „Die Schüler werden in die Klassenräume aufgeteilt. Das ist schon interessant, wenn man dann an den Räumen vorbeigeht und sieht, wie dort jeder für sich lernt“, berichtet Angelika Büscher.

Auch ein persönlicher Schüleraustausch ist in Zeiten der Pandemie nicht möglich - ein digitaler aber doch. Die Achtklässler trafen in diesem Schuljahr über Online-Plattformen schon Schüler aus den Niederlanden. „Man wird kreativ, und die Digitalisierung eröffnet auch neue Wege“, berichtet Angelika Büscher. So lernten die Schüler der Klassen 8 bis 10 Altersgenossen aus deutschen Schulen in Brasilien und Argentinien kennen - per Online-Plattform. „Eigentlich wäre man nach Spanien gereist - so schaut man sogar noch über den Tellerrand Europas hinaus.“

Wie und ob es 2021 eine Feier für die Abschlussschüler der vier Klassen der Jahrgangsstufe 10 geben wird, das stehe derzeit leider noch in den Sternen. „Wir hoffen“, sagt Büscher. 2020 hat es auch geklappt. Anders als sonst, aber auch feierlich. Klassenweise fand die Zeugnisübergabe statt, mit Corona-Konzepten - sie könnten wieder zum Einsatz kommen.

Hintergrund

Am 22. Februar kamen die Abschlussschüler der Klasse 10 wieder in die Schule, am 13. März begann der Wechselunterricht für alle Stufen. Der Distanzunterricht, der nach den Osterferien begann, wird zunächst bis voraussichtlich 23. April andauern. Kehren die Schüler zurück, gibt es für jeden Schüler zweimal wöchentlich einen verpflichtenden Schnelltest.

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