Gesamtschule bereitet die Schüler aufs Leben vor

Präventionswoche: Die Digital-Werkstatt hat Michael Scheppe als freier Redakteur für die Konrad-Adenauer-Stiftung geleitet.Foto: Doro Siewert
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Präventionswoche: Die Digital-Werkstatt hat Michael Scheppe als freier Redakteur für die Konrad-Adenauer-Stiftung geleitet.Foto: Doro Siewert

Noch bis zum heutigen Freitag ist Präventionswoche

Von Nadja Lehmann

Mathematik, Deutsch, Englisch? Aber nicht in dieser Woche und nicht in der Johannes-Löh-Gesamtschule. Die hat nämlich erneut ihre bewährte Präventionswoche ausgerufen – und damit fünf Tage vor und hinter sich, die prallvoll mit Leben und überaus bunt und vielfältig sind. Und auch die Lehrer stehen nicht in gewohnter Manier im Klassenzimmer. Als die didaktische Leiterin der Präventionswoche, Ulrike Müller, mit dem Bergischen Volksboten spricht, hat sie gerade eben erst wieder festen Boden unter den Füßen. Zuvor hatte sie mit einer Klasse im Kanu gesessen.

„Kinder müssen stark gemacht werden. Der Bedarf ist da, und das Thema aktueller denn je.“

Ulrike Müller, didaktische Leiterin

Unter ihrer Präventionswoche versteht die Johannes-Löh-Gesamtschule, wie es der Name schon verrät, vorbeugende Maßnahmen: in den Bereichen Gesundheit, Sexualität, Mediennutzung, Verhalten im Straßenverkehr – und vieles mehr. Es gehören auch Projekte dazu, die auf Gefahren aufmerksam machen: auf Alkoholmissbrauch, auf Drogenkonsum und Sucht. Gestärkt werden sollen aber auch die so genannten Soft Skills, also die Fähigkeit, sich in ein Team einzugliedern, Rücksichtnahme zu üben, Empathie zu zeigen. „Kinder müssen stark gemacht werden. Der Bedarf ist da und das Thema aktueller denn je“, sagt Ulrike Müller. Gemeinsam mit Koordinatorin Anne Elsweiler zieht sie dafür an einem Strang.

Die Corona-Zeit hat bei den Schülern Spuren hinterlassen, daran lässt Ulrike Müller im Gespräch keinen Zweifel. „Viele sind vereinsamt in dieser Zeit“, sagt sie. Das habe bei einigen zu weiterem Rückzug und Depressionen geführt: „Viele Kinder konnten im Homeschooling gar keine Sozialkompetenzen entwickeln. Oder haben sie wieder verlernt.“ Umso wichtiger sei es, sich im Gespräch und im gemeinsamen Tun wieder aneinander anzunähern.

Rund 660 Schülerinnen und Schüler waren und sind in den unterschiedlichsten Disziplinen unterwegs, in der Schule Im Hagen und anderswo. Die Fünftklässler lernen beispielsweise das Kinder- und Jugendzentrum Megafon kennen oder sind an einem erlebnispädagogischen Tag im Wald unterwegs. Die 7. Klassen gehen klettern und wagen sich in den Hochseilgarten, während die 9. Klassen schon in Richtung Berufsvorbereitung schauen.

Zu vielen Themen hat die Johannes-Löh-Schule dazu externe Partner hinzugebeten – wie die Katholische Jugendagentur, die AOK, den Fachdienst Prävention des Rheinisch-Bergischen Kreises, die Knappschaft, Verkehrswacht, das Naturgut Ophoven, die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Stiftung Kompetenz im Konflikt und Skills4Life.

Ulrike Müller freut sich besonders, dass man erstmals ein Angebot der Konrad-Adenauer-Stiftung nach Burscheid holen konnte: Die Jahrgänge 5 bis 8 beschäftigen sich mit Gefahr im Netz, wie Cybergrooming (sexueller Missbrauch via Chat und Internet) oder Cybermobbing. „Einen besonderen Schwerpunkt haben wir auf die Mediennutzung gesetzt“, sagt Ulrike Müller.

Auch Teambildung nimmt einen zentralen Platz ein

Jeder Jahrgang hat ein festes Programm. Die Tage bis einschließlich dem heutigen Freitag sind dicht durchgetaktet. Aber es gibt auch genügend Zeitfenster, die die Klassen selbstständig in Eigenregie gestalten können – und die ebenfalls der Teambildung dienen.

Ganz am Ende stehen dann Bestandsaufnahme, Fazit und Analyse. „Man weiß es ja selbst: Nur das, was einem gefallen hat, das hat Wirkung“, beschreibt Ulrike Müller. Sie selbst unterrichtet im fünften Jahr an der Gesamtschule und ist seitdem in die Präventionswoche eingebunden. Blickt sie auf die vergangenen Jahre zurück, dann hat die Johannes-Löh-Gesamtschule vieles richtig gemacht: „Die meisten Bewertungen sind gut.“

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