Gemeinde genießt die österliche Atmosphäre vor Ort

Auch in der Evangelischen Kirche an der Hauptstraße gab es stimmungsvolle Oster-Gottesdienste – mit strengem Hygienekonzept.Archivfoto: Nadja Lehmann
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Auch in der Evangelischen Kirche an der Hauptstraße gab es stimmungsvolle Oster-Gottesdienste – mit strengem Hygienekonzept.Archivfoto: Nadja Lehmann

Präsenz-Angebote der Evangelischen Kirchengemeinde wurden gern angenommen

Von Nadja Lehmann

Freude und Erleichterung sind Katrin Friedel deutlich anzuhören. „Ich bin froh, dass das Presbyterium den Entschluss gefasst hatte, Ostern Präsenzgottesdienste zu feiern“, sagt die Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Burscheid. Ein langes Ringen war dieser Entscheidung vorausgegangen, die sich die Presbyter nicht leicht gemacht hatten, nachdem zunächst die Bundesregierung überwiegend virtuelle Gottesdienste angemahnt, dies aber gemeinsam mit der geplatzten Osterruhe wieder einkassiert hatte. „Ich habe nochmals durchgezählt: Wir haben acht Gottesdienste und zwei Onlineangebote gemacht“, sagt Katrin Friedel.

Sie selbst gestaltete den Auftakt am Gründonnerstag in der Kirche an der Hauptstraße. „Atmosphärisch schön“ sei es in der abendlichen Kirche gewesen, beschreibt sie. Aufs Abendmahl verzichtete die Gemeinde, aber: Wein und Fladenbrot standen auf dem Altar. „Wir haben es gemeinsam vermisst“, sagt Friedel, deren Bitte an die Besucher lautete: „Schaut auf den Altar, schaut euch an.“

Wetterfest zeigten sich die Burscheider Gemeindeglieder in der Osternacht. Denn der Gottesdienst, den Friedels Kollegin Annerose Frickenschmidt gestaltete, fand in Hilgen auf der Kirchenwiese statt. „Es war eiskalt“, erzählt Friedel, die quasi „zu Besuch“ kam. Und mit ihr ganz viele Decken aus der Kinderkirche Burscheid, die mitsamt Osterkerze verteilt und auch gerne in Anspruch genommen wurden. Für musikalischen Wohlklang sorgten drei junge Spieler des Orchestervereins Hilgen – ebenso wie am Sonntagmorgen die Bläser des CVJM-Bläserkreises. „Ich glaube, jeder hat das Angebot gefunden, das passte“, sagt Katrin Friedel. Denn auch der Ostermontag war gut besucht. „Es hat sich gut verteilt.“

Lediglich mit dem neuen Angebot am „Osterdienstag“, einem Zoom-Gottesdienst, der sich als Premiere auch an die Kinder wendete, war eine kleine Enttäuschung verbunden: Es gab kaum Anmeldungen. „Wir haben uns mit dem Termin vertan“, vermutet Katrin Friedel: Nach den Feiertagen seien viele doch schon anderweitig beschäftigt gewesen. Aber Katrin Friedel will das Zoom-Angebot nicht ad acta legen, sondern vielmehr zur Belebung der Kinderkirche nutzen. Die trifft sich normalerweise unter ihrer Leitung um die zehn Mal im Jahr, aber in der Pandemie ist es still um die Kinderkirche geworden. „Wir haben den Kindern einen Brief geschickt, aber auf die Idee, Zoom einzusetzen, war ich bislang nicht gekommen“, bekennt Friedel. „Dabei nutzen wir es mit unseren Konfirmanden oder für unsere Presbyteriumssitzungen.“

Katrin Friedel erlebt die Gemeindeglieder als „sehr tapfer“

Als „sehr tapfer“ erlebt sie die Gemeinde, zu der auch viele Hochbetagte gehören. „Viele sind nun das zweite Mal geimpft und kehren zu den Gottesdiensten zurück“, erzählt sie. Wer geimpft sei, wer noch darauf warte, welche Nebenwirkungen es gebe: Darüber werde nach dem Gottesdienst viel gesprochen – auch über die Sehnsucht nach Kindern und Enkeln, die Vorsicht walten ließen. Um so größer sei die Freude, wieder gemeinsam ein „Vater unser“ zu sprechen: „Das ist doch anders allein oder vor dem Bildschirm.“ So sei der Zuspruch im Altenzentrum Auf der Schützeneich, wo es traditionell Karfreitag eine Andacht gibt, besonders groß gewesen: „Etliche waren dick eingemummelt in den Garten gekommen, andere standen an den Fenstern und auf den Balkonen: „Sie haben alles förmlich aufgesaugt.“

Wie es nach Ostern weitergehen wird, ob in Präsenzform oder online, wird die Kirchengemeinde nun neu entscheiden und bewerten. Friedel hofft auf sinkende Zahlen. „Wir orientieren uns an den Inzidenz-Werten, am Kreis und am Land“, sagt Friedel. Und auch an den Schulen. Klar ist aber bereits: Den für April geplanten Seniorennachmittag hat man abgesagt. „Kaffee und Kuchen, drinnen – das ist noch nicht drin“, bedauert Katrin Friedel.

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