Sportplatzweg

Gehweg soll Begegnungsverkehr ermöglichen

Einfahrt verboten: Blick vom Raiffeisenplatz in den Sportplatzweg.
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Einfahrt verboten: Blick vom Raiffeisenplatz in den Sportplatzweg.
  • VonNadja Lehmann
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Debatte um den Sportplatzweg: BfB-Antrag abgelehnt – Stadtverwaltung hat Varianten erarbeitet.

Burscheid. Der Sportplatzweg geistert schon länger durch die Gremien. Nun beschäftigte sich erneut der Stadtentwicklungsausschuss mit dem Thema. Angestoßen hatte es im Mai das Bündnis für Burscheid (BfB), das sich mit einem Antrag an Bürgermeister Dirk Runge gewandt hatte. Im Jahr davor hatte schon der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Wermelskirchen-Burscheid darauf gedrungen, auf dem Sportplatzweg gegenläufigen Radverkehr zuzulassen. Auch der Wunsch des BfB lautete: den Sportplatzweg auszubauen und den Zweirichtungsverkehr zuzulassen.

Gleich mehrere Fliegen sollten so mit einer Klappe geschlagen werden: Eine verkehrliche Beruhigung der Wohnstraßen Am grünen Steg und Reigasse, weil Besucher der Sportanlage dorthin nicht mehr ausweichen müssten zum einen sowie zum anderen die Radfahrer von der stark befahrenen Witzheldener Straße zu holen.

Die Stadtverwaltung nahm das zum Anlass, die Situation gründlich prüfen zu lassen und verschiedene Varianten zu erarbeiten. Denn einem gegenläufigen Radverkehr im gegenwärtigen Zustand hatte der Kreis relativ rasch eine Absage erteilt. Begründung: Die Fahrbahnbreite von 3,5 Metern sei nicht ausreichend. Knackpunkt im speziellen Fall: Auf dem Sportplatzweg sind gleich drei Arten von Verkehrsteilnehmern unterwegs – Fußgänger, Rad- und Autofahrer. „Das ist das Problem“, betonte nun im Haus der Kunst der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Marc Baack. Ein gegenläufiger Radverkehr auf einer Breite von 3,50 Metern sei nur dann zulässig, wenn es für Fußgänger einen separaten Gehweg gebe.

Die Stadtverwaltung hat daraufhin mehrere Ausbauvarianten geprüft und nun die Ergebnisse vorgelegt. Wie im Antrag des BfB gefordert wurden die Kosten für einen Zweirichtungsverkehr mit zwei Fahrstreifen von jeweils drei Metern und einem Gehweg von 2,50 Metern geschätzt und dem Ganzen unterschiedliche Ausbaulängen von 160 bis 420 Metern zugrunde gelegt. Der längste Ausbau umfasst die Strecke Raiffeisenplatz bis Parkplatz Sportplatz. Ergebnis: Alle Varianten münden in fünfstellige Summen, der längste Ausbau sogar in eine sechsstellige.

„Es ist eine gute Idee. Aber das passt nicht in die Zeit“, befand der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Hartmut Schepanski. „Später vielleicht.“ „Wir hätten das BfB gern unterstützt“, signalisierte auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Becker grundsätzliches Wohlwollen der Idee gegenüber. Doch angesichts der Kosten und damit verbundener Erschließungsbeiträge, die die Anlieger belasten würden, stimmte der Ausschuss auf seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend dem BfB-Antrag nicht zu.

Das Thema aber ist nicht vom Tisch, denn, so beschlossen es die Politiker, der Ausbau eines beitragsfreien Gehwegs entlang des Sportplatzwegs soll weiterverfolgt werden – inklusive einer möglichen Förderung. Gehweg light sozusagen ().

Die Verwaltung hat zum „Gehweg in einfacher Bauweise“ einen dementsprechenden Vorschlag vorgelegt. „Wir denken da an eine wassergebundene Decke“, erklärte Marc Baack. Aber er warnte die Ausschussmitglieder sogleich: „Das sieht nicht schick aus.“ Wie es die Beschlussvorlage verrät, belaufen sich die prognostizierten Baukosten eines provisorischen Gehwegs zwischen Raiffeisenplatz und Reigasse mit Herstellung eines entsprechenden Unterbaus und einer wassergebundenen Decke auf rund 50 000 Euro. Bei einer Asphaltdecke wären es 70 000 Euro.

„Die Bezirksregierung hat signalisiert, dass sie sich eine Förderung vorstellen kann“, berichtete Baack, dämpfte aber hochfliegende Erwartungen: „Sicher ist das damit aber nicht. Die Entscheidung liegt beim Verkehrsministerium.“ Die Kosten seien gemäß der Förderrichtlinie Nahmobilität bis zu 80 Prozent förderfähig: „Hierzu ist gegebenenfalls die Beschilderung des Sportplatzweges als Fahrradstraße notwendig“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Geklärt werden muss auch die Zuwegung von der B 51. Diese könnte möglicherweise ein Grundstück streifen. „Die endgültige Wegeführung ist daher im Zuge der Planung noch abzustimmen“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage.

Gehweg light

In der Beschlussvorlage heißt es: „Infolge des ADFC-Antrags zur Öffnung der Einbahnstraße zwischen dem Raiffeisenplatz und der Reigasse wurde mit der Verkehrslenkung des Rheinisch-Bergischen Kreises abgestimmt, dass ein Gehweg in einfacher Bauweise für die Freigabe des Sportplatzweges ausreichend sei.“

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