Hilfe für Menschen aus der Ukraine

Geflüchtete: Stadt koordiniert Hilfspaket

Burscheider und Burscheiderinnen helfen: Kürzlich gab es am Megafon eine große Spendenaktion. Archivfoto: Doro Siewert
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Burscheider und Burscheiderinnen helfen: Kürzlich gab es am Megafon eine große Spendenaktion. Archivfoto: Doro Siewert

Ehrenamtliche Unterstützung ist einmal mehr gefragt.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Vor Beginn des Krieges seien 14 Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit in Burscheid gemeldet gewesen, berichtet Stadtsprecherin Renate Bergfelder-Weiss. Eine Zahl, die inzwischen überholt ist. Denn der Krieg und seine Auswirkungen haben auch Burscheid erreicht. „Bislang sind bei der Stadtverwaltung 85 geflüchtete Personen bekannt“, sagt Bergfelder-Weiss. Dabei handele es sich um 36 Kinder und 49 Erwachsene, überwiegend Frauen. „Darüber hinaus könnten auch weitere Personen hier sein, da sich ukrainische Staatsangehörige als Besucher oder Besucherin 90 Tage hier aufhalten können“, sagt Bergfelder-Weiss.

Gleichwohl bittet die Stadt die Geflüchteten darum, das Sozialamt über den Aufenthalt zu informieren – „um einen realistischen Überblick über die sich aktuell in Burscheid aufhaltenden Ukrainerinnen und Ukrainer zu erhalten und etwaige Hilfsangebote bedarfsgerecht anbieten zu können“. So steht es auf der städtischen Homepage, auf der die Stadt auf einer eigenen Seite umfangreiche Informationen, die Ukraine, den Krieg und die Geflüchteten betreffend, zusammengestellt hat – in Teilen sogar zweisprachig.

Im Rathaus laufen die Fäden zusammen. „Die Stadtverwaltung koordiniert Hilfen für Menschen aus der Ukraine“, bestätigt Renate Bergfelder-Weiss. Einmal mehr unverzichtbar sei dabei der Einsatz Ehrenamtlicher: „Die vielfältigen Herausforderungen der Flüchtlingshilfe ließen sich ohne das vielfältige ehrenamtliche Engagement von Bürgerinnen und Bürgern nicht bewältigen“, betont Bergfelder-Weiss.

Für Anfragen, Ideen und Hilfsangebote bittet die Stadt alle Unterstützer, möglichst die zentrale E-Mail-Adresse fluechtlingshilfe@burscheid.de zu verwenden. Zusätzlich ist ein Bürgertelefon unter Tel. (0 21 74) 6 70-4 56 zu den üblichen Dienstzeiten der Verwaltung erreichbar. Als weitere wichtige Ansprechpartner gelten der Leiter des Kinder- und Jugendzentrums Megafon, Marc Munz, und Schulsozialarbeiter Christian Riehl von der Katholischen Jugendagentur. Letzterer hilft beispielsweise dabei, für ukrainische Kinder zügig einen Schulplatz zu finden. „Nach Abstimmung mit dem Schulamt soll jedes ukrainische Kind im Schulalter die Möglichkeit erhalten, kurzfristig beschult zu werden. Die Schulen sind hierüber informiert und ermöglichen im Rahmen der Kapazitäten eine direkte Beschulung“, heißt es auf der städtischen Homepage.

Viele Geflüchtete sind privat untergekommen. Aber auch die Stadt hat Unterbringungsmöglichkeiten vorbereitet. „Die städtischen Kapazitäten werden jedoch knapp. Unser Bestreben ist der Ausbau der Unterbringungskapazitäten“, sagt Renate Bergfelder-Weiss.

Anspruch auf finanzielle und medizinische Unterstützung

Derzeit gebe es städtische Unterkünfte an zehn Standorten. „Wir suchen stetig nach Plätzen. Es werden derzeit Verhandlungen mit Privatpersonen geführt, um den städtischen Bestand an Unterbringungskapazitäten zu erhöhen. Darüber hinaus arbeitet unser Fachamt für Soziales an einem Notfallplan“, erklärt die Sprecherin der Stadtverwaltung. „Wenn jemand längerfristigen Wohnraum anbieten möchte, kann er oder sie sich unter der Mailadresse fluechtlingshilfe@burscheid.de gerne an die Stadtverwaltung wenden.“

Geflüchtete haben Anspruch auf finanzielle und medizinische Unterstützung. Bei Bedürftigkeit erhalten sie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Ansprechpartner ist dabei das Sozialamt. Und auch die medizinische Versorgung ist durch das AsylbLG geregelt: Demnach sind zur Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände die erforderliche ärztliche und zahnärztliche Behandlung einschließlich der Versorgung mit Arznei- und Verbandsmitteln sowie sonstiger zur Genesung, zur Besserung oder zur Linderung von Krankheiten oder Krankheitsfolgen erforderlichen Leistungen zu gewähren.

Um sich heimisch zu fühlen, braucht es aber mehr als die bloße Grundversorgung. Das weiß beispielsweise auch der Turnerbund Groß Oesinghausen: Er bietet Geflüchteten den unkomplizierten und kostenfreien Zugang zu seinen Kursen an. Und ähnlich handelt auch die Volkshochschule Bergisch Land: Sie ermutigt die Ukrainerinnen und Ukrainer, sich jetzt schon zu melden, wenn sie Deutsch lernen möchten. Nach Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis haben sie dann ohnehin die Möglichkeit, einen kostenlosen Integrationskurs zu besuchen.

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