Schwimmbad

Gasmangel könnte das Vitalbad lahmlegen

Ist Geschäftsführer bei den Technischen Werken Burscheid: Christian Meuthen.
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Ist Geschäftsführer bei den Technischen Werken Burscheid: Christian Meuthen.

Interview mit Geschäftsführer Christian Meuthen.

Das Gespräch führte Stephan Eppinger

Burscheid. Die massiv gestiegenen Energiekosten belasten derzeit die Verbraucher. Betroffen davon sind auch die Schwimmbäder wie das Burscheider Vitalbad, das nach zwei schwierigen Jahren in der Corona-Zeit endlich wieder regulär seine Besucher jetzt an heißen Sommertagen empfangen kann. Welche Auswirkungen die Energiekosten und der Personalmangel auf das Vitalbad haben, darüber haben wir mit dem Geschäftsführer des Betreibers, der Technischen Werke Burscheid, Christian Meuthen, gesprochen.

Welche Auswirkungen haben die massiv gestiegenen Energiepreise auf das Vitalbad?

Christian Meuthen: Die Wasser- und Lufttemperaturen wurden bereits im Juni zunächst um ein Grad abgesenkt – die nächsten Schritte werden wir von der weiteren Entwicklung auf dem Gasmarkt abhängig machen. Die Öffnungszeiten sollen zunächst nicht verändert werden. Auch eine Änderung der Eintrittspreise ist für dieses Jahr nicht geplant.

Wir sind dankbar über jede Bewerbung, die wir auf Aushilfsstellen erhalten.

Christian Meuthen

Wie rüstet sich das Vitalbad hier für den kommenden Herbst und Winter?

Meuthen: Im kommenden Winter werden wir die Entwicklung genau beobachten und im Bedarfsfall reagieren. Sollte jedoch die dritte Stufe des Gasnotfallplanes ausgerufen werden müssen, ist zu befürchten, dass Freizeiteinrichtungen, also auch dem Vitalbad Burscheid, der Bezug von Erdgas bis zum Ende der Gasmangellage untersagt wird. In diesem Falle müsste das Bad geschlossen werden.

Viele Unternehmen klagen derzeit über Personalengpässe. Hat auch das Vitalbad damit zu kämpfen?

Meuthen: Im Vitalbad Burscheid hat sich eine sehr motivierte und leistungsfähige Stammmannschaft gebildet, mit der der öffentliche Schwimmbetrieb und der Betrieb der Cafeteria gewährleistet werden kann. Jedoch ist es erheblich schwieriger geworden, Fehlzeiten dieser Stammmannschaft, wie beispielsweise Urlaubszeiten, durch Aushilfen auszugleichen. Während wir vor der Pandemie auch hier auf einen verlässlichen Pool geringfügig Beschäftigter zurückgreifen konnten, ist dieser nach zwei coronabedingten Schließungsphasen fast vollständig weggebrochen. Deshalb sind wir dankbar für jede Bewerbung, die wir auf diese Aushilfsstellen erhalten.

Wie ist das Jahr bei den Besucherzahlen bislang gelaufen? Nutzen die Burscheider das schöne Wetter für einen Besuch oder sind sie bei allgemein gestiegenen Lebenshaltungskosten eher zurückhaltend?

Meuthen: Die Besucherzahlen entwickeln sich positiv: Obwohl wir die Zahl unserer Badegäste in den ersten Monaten dieses Jahres zu deren Schutz und zum Schutz unserer Beschäftigten noch reglementiert hatten, werden wir die geplante Anzahl der Badegäste 2022 voraussichtlich erreichen können. Dies setzt voraus, dass wir durch eine Gasmangellage nicht zu einer Schließung des Bades gezwungen sind.

Was erwarten Sie hier für die Sommerferien?

Meuthen: Das Vitalbad Burscheid versteht sich als Vital- und Gesundheitsbad, welches seinen Gästen in erster Linie ein breit gefächertes und stetes Angebot im Rahmen des Gesundheits- und Wellnessbereiches bietet. Den Schulen und Vereinen wurde bereits im Vorfeld der Sommerferien das Angebot unterbreitet, den nicht-öffentlichen Bereich des Bades für das Schul- und Vereinsschwimmen auch innerhalb der Sommerferien zu nutzen. Damit sollen die in den coronabedingten Schließungsphasen unseres Bades entstandenen Lücken in der Schwimmausbildung der Schwimmanfänger geschlossen oder verkleinert werden. Dieses Angebot wurde gerne angenommen.

Welche Projekte stehen in diesem Jahr im Vitalbad noch an bzw. welche wurden bereits realisiert?

Meuthen: Für dieses Jahr steht die Planung der Betonsanierung der Schwimmbecken, welche für 2023 geplant ist, im Fokus. Wir liegen mit diesen Planungen derzeit sehr gut im Zeitplan, sehen jedoch wegen der derzeitigen Lage im Baugewerbe und wegen der stockenden Lieferketten für Baumaterialien auch hier noch Unwägbarkeiten. Verlässliche Aussagen hierzu werden sich erst nach Ausschreibung der diversen Gewerke und der Reaktion der potenziell ausführenden Baufirmen hierauf machen lassen können.

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