Gartenarche will alte Gemüsesorten bewahren

Begeistert von alten Sorten: Cornelia Lösche, „Fundus“-Werkstattleiter Burkhard Koob und Marianne Frielingsdorf (v.l.).
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Begeistert von alten Sorten: Cornelia Lösche, „Fundus“-Werkstattleiter Burkhard Koob und Marianne Frielingsdorf (v.l.).

Die ersten Einsender von rheinisch-bergischem Saatgut erhalten Kräuterbuch und Kugelschreiber.

Von Stephan Singer

Rheinisch-Bergischer Kreis. In den vergangenen Jahren sind immer mehr alte Gartenschätze verloren gegangen. Stark davon betroffen sind vor allem die lokalen Gemüsesorten. Dabei sind gerade diese Gemüsesorten wichtig, da sie an die jeweiligen Boden- und Klimaverhältnisse perfekt angepasst und dadurch auch weniger anfällig gegenüber Schädlingen und Pflanzenkrankheiten sind. Damit die alten Sorten nicht vollends in Vergessenheit geraten, gründete sich bereits 2001 der Arbeitskreis Bergische Gartenarche.

„Uns war es wichtig, die alten Sorten zu erhalten und sicherzustellen, dass nicht nur wenige große Saatgutunternehmen Gemüse weiterverbreiten. Wir unterstützen daher den Aufbau der Gartenarche im Rheinisch-Bergischen Kreis und stehen mit Rat und Tat zur Seite“, erläutert Marianne Frielingsdorf, die die Bergische Gartenarche von Anfang an begleitet.

Mit der Rhein-Berg-Gartenarche wird nun eine Partnerorganisation der Bergischen Gartenarche, die ihre Wirkungsstätte im Oberbergischen hat, im Rheinisch-Bergischen Kreis gegründet. Doch warum eine zweite Gartenarche im Bergischen Land?

„Tatsächlich unterscheiden sich die Bodenverhältnisse und die klimatischen Bedingungen in beiden Kreisen stark“, erklärt Cornelia Lösche, Mitarbeiterin der Bergischen Agentur für Kulturlandschaft (BAK), Regionalzentrum für Bildung für nachhaltige Entwicklung: „Ich merke das schon immer, wenn ich von unserer Zweigstelle in Rösrath zu unserem Hauptsitz nach Nümbrecht fahre. Das können schnell mal ein paar Grad Unterschied sein, und auch die Bodenverhältnisse sind anders. Je enger wir also den Raum ziehen, aus dem wir Saatgut für den Sorten-Erhalt beziehen, desto größer ist der Effekt auf die Vielfalt beim Erhalt regional unterschiedlicher Gemüsesorten. Wir bitten daher jede Bürgerin und jeden Bürger aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis mal genau zu überlegen, ob im Garten noch eine über Generationen weitergebene Gemüsesorte wächst, oder ob sich im Keller vielleicht noch schon lange vergessene Saatgutschätze befinden.“

Alt bedeutet dabei Saatgut, das von Gemüsepflanzen stammt, die bereits vor 1950 angebaut wurden. Da solches Saatgut wahrscheinlich nur noch sehr vereinzelt vorliegt nimmt die BAK aber auch noch Saatgut von Gemüsepflanzen, die später angebaut wurden. Die Flächen für den Anbau sind bereits auf dem Gelände der Caritas-Einrichtung „Fundus“ in Overath vorbereitet. Das gespendete Saatgut soll hier angezogen und vermehrt werden. Aus dem beim Anbau wieder gewonnene Saatgut werden dann Jungpflanzen angezogen, die an Schulgärten in Rhein-Berg vergeben werden. Die Hälfte des in den Schulgärten geernteten Saatguts wird von den Schülern selbst verwertet, der Rest geht für die neue Anzucht von Jungpflanzen an „Fundus“ zurück. „Fundus“ unterstützt junge Menschen und Langzeitarbeitslose, einen Weg in Arbeit oder Ausbildung zu finden.

Wer also noch alte Gemüsesorten aus Rhein-Berg hat, kann sich mit Angabe des Ursprungsjahrs des Anbaus und den Besonderheiten der Pflanze wie Eigenschaften im Anbau sowie dem Ursprungsort bei Cornelia Lösche melden unter Tel. (02205) 94989414 oder per E-Mail: loesche@agentur-kulturlandschaft.de

Einsendung

Die ersten fünf Saatgut-Einsendungen erhalten ein Kräuterbuch und einen „Fundus“-Kugelschreiber. Schulen oder Kitas, die Interesse am Erhalt alter Gemüsesorten aus Rhein-Berg haben, können sich ebenfalls bei BAK-Mitarbeiterin Cornelia Lösche melden.

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