Pandemie

Ganz zuzumachen ist für die Händler keine Option

Barbara Weiser, Inhaberin von Bella Moden, wird weiter an der Ladentür verkaufen. Ganz zuzumachen, ist für sie keine Option. Foto: Doro Siewert
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Barbara Weiser, Inhaberin von Bella Moden, wird weiter an der Ladentür verkaufen. Ganz zuzumachen, ist für sie keine Option.

Von „Click and Meet“ geht es zurück zum Abholen der Ware an der Ladentüre

Von Claudia Radzwill

Burscheid. Lockerungen, Lockdown, Notbremse - in der Pandemie ist nichts so richtig planbar. Auch für die Burscheider Einzelhändler bedeutet das: flexibel sein. Zwei Wochen durften die Läden nach dem Prinzip „Click and Meet“ öffnen. Sprich, der Kunde bucht einen Termin und kommt zur abgemachten Zeit zum Einkauf ins Geschäft. Ab Anfang nächster Woche heißt es jedoch wieder „Click and Collect“. Das heißt: Bestellung per E-Mail oder telefonisch und Abholung vor Ort.

Bei „Bella Moden“ in der Montanusstraße 3 wird dann wieder der Verkauf an der Ladentüre stattfinden. Inhaberin Barbara Weiser ist darin schon erprobt, denn für sie steht fest: „Ganz zuzumachen, das geht gar nicht - für uns und für die Kunden.“ Der Verkauf während der Lockdowns finde an der Ladentüre statt, erzählt sie. Im Schaufenster präsentiert sie die Kollektion, eine Auswahl dürfe mit nach Hause genommen werden.

„Die Situation für den Einzelhandel ist einfach unbefriedigend.“

Anastasia Vasilakopoulou, Inhaberin „Liebevoll“

Die Kunden haben sich aber auch gefreut, dass sie in den vergangenen zwei Wochen wieder vor Ort einkaufen konnten. „Die Terminvereinbarung hat dabei wunderbar funktioniert“, berichtet Barbara Weiser. Zwei Leute durften gleichzeitig in ihr Modegeschäft. Was sie freut: „Die Kunden haben alle Verständnis.“ Das gelte für Click and Collect wie für Click and Meet gleichermaßen.

Drei Leute gleichzeitig konnte Ute Hentschel in den vergangenen Tagen in ihre Buchhandlung an der Hauptstraße lassen. „Die Kunden hat es sehr gefreut, dass der Laden wieder auf war“, erzählt sie. Für die Kunden finde sie es schade, dass man jetzt zum Bestell- und Abholservice zurückkehren müsse. Auch ihr habe es Spaß gemacht, wieder „in einem beleuchteten und mit Leben gefüllten Laden zu stehen“. Doch es helfe nichts: Jetzt wieder zurück zu Click and Collect. Ute Hentschel bleibt dennoch optimistisch: „Wir kriegen das hin,“ sagt sie. Die Nachfrage nach Büchern sei während aller Lockdowns geblieben. Die Bestellung und Beratung am Telefon oder per E-Mail klappte. Neben dem Abholangebot bietet die Buchhändlerin weiterhin einen Lieferservice an.

Anastasia Vasilakopoulou hat „jeden Tag in den vergangenen zwei Wochen genossen“. Die Inhaberin des Geschäfts „Liebevoll“ an der Hauptstraße hat mit dem Konzept „Termin buchen und Einkaufen“ gute Erfahrungen gemacht. Ihr Fazit: „Der kontrollierte Einlass war machbar. Besser als erwartet.“ Sie sei traurig, dass man jetzt wieder zurückfahren müsse. „Die Situation für den Einzelhandel ist einfach unbefriedigend“, sagt sie. Das habe auch eine finanzielle Seite, da gebe es nichts zu beschönigen. „Doch wir lassen uns nicht entmutigen und krempeln die Ärmel hoch.“

Auch Anastasia Vasilakopoulou setzt nun erneut auf den Bestellservice. Dabei gewinnen ihre Social-Media-Plattformen an Bedeutung, die Telefonbestellung und ihr Online-Katalog auf der Homepage. Und auch sie wird das Schaufenster wieder verstärkt als Präsentationsfläche nutzen.

Dass die Geschäfte nach Ostern wieder öffnen können, hoffen sie alle. Nach zwei Wochen Click and Meet steht zumindest fest: Es funktioniert.

Verordnung

Die Bundesregierung hat einen Stufenplan zur Pandemiebekämpfung beschlossen. Lockerungen sind ab einer Inzidenz von 100 möglich - in NRW gilt die Landesinzidenz. Die liegt wieder über 100. Somit müssen auch die Geschäfte wieder schließen. Der Bestell- und Abholservice bleibt weiter möglich.

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