Galloways leisten Naturschutzbeitrag

Die Zucht der Galloways ist für Daniel Paar, seine Frau Agnes und den neunjährigen Sohn Domi ein Hobby. Foto: Roland Keusch
+
Die Zucht der Galloways ist für Daniel Paar, seine Frau Agnes und den neunjährigen Sohn Domi ein Hobby. Foto: Roland Keusch

Seit zehn Jahren sind die Rinder des Hobby-Züchters Daniel Paar auf den Weiden unterwegs

Von Manuel Böhnke

Der Ursprung ihrer Rasse liegt im Südwesten Schottlands. Wilma, Bea, Wendy und Mira scheinen sich aber auch im Bergischen Land wohlzufühlen. Neugierig beobachten die vier Galloway-Rinder, wer sich ihrer Wiese im Bereich Remscheid-Papenberg nähert. Seit Ostern stehen sie im Lohbachtal – und tragen mit der Beweidung der Flächen zum Naturschutz bei.

Eine Kooperation zwischen der Unteren Naturschutzbehörde und dem Galloway-Halter Daniel Paar ist seit zehn Jahren die Grundlage für diese naturverträgliche Bewirtschaftung. Begonnen hat das Projekt in Remscheid am Kremenholler Bach, erweitert wurde es inzwischen um Wiesen in den Bereichen Ehlishammer, Schildsiepen, Holz sowie am Linkläuer Bach. „Spätestens alle zwei Jahre kommt eine neue Weidefläche dazu“, erklärt Ellen Neumann von der Unteren Naturschutzbehörde.

„Bei Galloways geht alles nur mit Brötchen und Geduld.“

Daniel Paar, Galloway-Halter

Von der Zusammenarbeit profitieren beide Seiten. Da ist zum einen Daniel Paar. Er ist für seine Tiere, die das ganze Jahr unter freiem Himmel verbringen, immer wieder auf der Suche nach neuen Weiden. Auf der anderen Seite ist die Untere Naturschutzbehörde bemüht, das Grünland möglichst ohne schwere Maschinen offenzuhalten und zu pflegen. Bisher habe man damit gute Erfahrungen gemacht: „Die Wiesen, auf denen bereits eine Beweidung stattfindet, entwickeln sich positiv.“ Ähnliche Effekte erhofft man sich für die Fläche in Papenberg. Die sei sehr wertvoll und erfülle wichtige Funktionen – unter anderem als Lebensraum für Vögel und Insekten, sagt Neumann.

Die ersten Schritte in die richtige Richtung im Lohbachtal lassen sich bereits nach wenigen Monaten feststellen: Auf der Fläche gab es unter anderem Probleme mit Müll. Die gehören der Vergangenheit an, seit Wilma, Bea, Mira und Wendy die Stellung halten.

Allerdings scheinen nicht alle Stadtbewohner mit den vierbeinigen Nachbarn umgehen zu können. Daniel Paar berichtet von Passanten, die ungefragt die Weide betreten, die Tiere füttern oder kurz nach der Geburt von Wendy für das Kalb und seine erschöpfte Mutter applaudierten. Für die durchaus zutraulichen Tiere bedeutet das Gefahr und Stress.

Vor elf Jahren hat Daniel Paar mit der Galloway-Zucht begonnen. Er kam am Niederrhein zur Welt, lebte zwischenzeitlich in den Niederlanden und zog vor 20 Jahren ins Bergische Land. „Ich hatte immer Tiere“, erzählt er. Das Halten von Hühnern und Puten verlor für ihn durch die Vogelgrippe samt angeordneter Stallpflicht an Reiz. Über einen Kontakt in Solingen stieß er auf die genügsamen Rinder.

Nach kurzer Zeit merkte er, dass ihm der Platz ausging. Der Kontakt zur Stadt Remscheid baute sich auf, nach und nach kamen neue Flächen hinzu. Doch nicht jede Weide ist geeignet. Unter anderem benötigt Paar für die Tiere einen Zugang zu Wasser, und die Vegetation muss stimmen. Wobei Galloways mit Blick auf letztgenannten Punkt eher anspruchslos sind. Sie fressen auch, was andere Tiere stehenlassen – etwa Adlerfarn, Knöterich und Brombeeren.

Die Zucht ist für Daniel Paar, seine Frau Agnes und den neunjährigen Sohn Domi ein Hobby. Die Galloways gehören zum Leben der Familie – und die Familie auch ein bisschen zur Herde. „Die Tiere erkennen mich schon an meinem Auto“, erzählt Daniel Paar lachend. Eigentlich arbeitet der Familienvater beim Tüv Nord. „Ich bin gerne draußen, und die Tiere fordern mich“, versucht er, seine Leidenschaft zu erklären. Die Galloways seien einerseits ruhig und gelassen, wenn es darauf ankommt, bieten sie jedoch auch Action.

Bald zieht das zottelige Quartett Wilma, Bea, Wendy und Mira um. Zu lange können sie sich nicht auf einer Wiese aufhalten, die Grasnarbe muss geschlossen bleiben. Insbesondere Wendy in den Transportanhänger zu bekommen, könnte zur Herausforderung werden. Das Jungtier kam vor wenigen Monaten im Lohbachtal zur Welt. Nervös wird Daniel Paar angesichts der anstehenden Aufgabe aber nicht. Er vertraut auf ein bewährtes Lockmittel: „Bei Galloways geht alles nur mit Brötchen und Geduld.“

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Explosion in Leverkusen: Kein Alarm für Remscheid notwendig
Explosion in Leverkusen: Kein Alarm für Remscheid notwendig
Explosion in Leverkusen: Kein Alarm für Remscheid notwendig
Verein erinnert an das, was es nicht mehr gibt
Verein erinnert an das, was es nicht mehr gibt
Verein erinnert an das, was es nicht mehr gibt
Hilgen: Kreuzung Kölner/Witzheldener Straße wieder freigegeben
Hilgen: Kreuzung Kölner/Witzheldener Straße wieder freigegeben
Hilgen: Kreuzung Kölner/Witzheldener Straße wieder freigegeben
Kulturbadehaus wird wieder zum „Freibad“
Kulturbadehaus wird wieder zum „Freibad“
Kulturbadehaus wird wieder zum „Freibad“

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare