Galileum: Neustart nach „verdammt harter Zeit“

Das Galileum ist ein Vorzeigeprojekt im Bereich Freizeit und Bildung – aber wurde wie so viele andere Kultur- und Freizeiteinrichtungen vom Lockdown hart getroffen. Schatzmeister Dr. Frank Lungenstraß ist froh, dass der Betrieb jetzt wieder anläuft. Fotos: Christian Beier
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Das Galileum ist ein Vorzeigeprojekt im Bereich Freizeit und Bildung – aber wurde wie so viele andere Kultur- und Freizeiteinrichtungen vom Lockdown hart getroffen. Schatzmeister Dr. Frank Lungenstraß ist froh, dass der Betrieb jetzt wieder anläuft.

Das Planetarium in Solingen wird derzeit nur zur Hälfte ausgelastet – Nachfrage nach Veranstaltungen zieht langsam wieder an

Von Björn Boch

Wie so viele Kultur-, Freizeit- und Bildungseinrichtungen haben die Corona-Lockdowns das Galileum hart getroffen. Das Planetarium, das gerade erst seinen zweiten Geburtstag hatte, konnte dabei logischerweise nicht auf Rücklagen zurückgreifen. „Es war eine verdammt harte Zeit“, berichtet der Schatzmeister Dr. Frank Lungenstraß. Auch den Geburtstag hätte er gerne gefeiert. „Wir haben aber aus Sicherheitsgründen auf alle Aktionen verzichtet.“

Das Galileum direkt an der Tunnelstraße – die Adresse ist Walter-Horn-Weg 1, benannt nach dem Gründer der Solinger Sternwarte – wurde am 5. Juli 2019 im stillgelegten Kugelgasbehälter als Mischung aus Planetarium und Sternwarte eröffnet. Im Planetarium wird der Sternenhimmel unabhängig von Tageszeit, Wetter und Umweltbedingungen in die Kuppel projiziert, in der Sternwarte können Besucher in klaren Nächten den Sternenhimmel erkunden.

„Es ist eher Schadensbegrenzung als wirtschaftliches Arbeiten.“

Dr. Frank Lungenstraß, Galileum

Die Gesamtkosten für den Bau und die Technik des Galileums betrugen mehr als 8,5 Millionen Euro. Mehr als 5 Millionen Euro kamen aus Städtebaufördermitteln des Landes, rund 3 Millionen Euro hat die Walter-Horn-Gesellschaft als Betreiberin aus Spenden und Sponsoring aufgebracht.

Zwar war der Start ein Erfolg: „Aber jetzt liegen 24 Monate hinter uns, und davon hatten wir mehr als 10 Monate geschlossen“, erklärt Lungenstraß. Am 11. Juni durfte das Galileum den Neustart wagen. „Es war zunächst sehr ruhig, mittlerweile läuft es aber etwas besser“, sagt Frank Lungenstraß. Zwar dürfte das Galileum alle Sitze belegen, sofern die Besucher geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Das halten die Macher aber für ein falsches Signal. Stattdessen werden nur 50 Prozent der Plätze nach dem Schachbrettmuster belegt – so habe es die eine oder andere Veranstaltung gegeben, die ausverkauft gewesen sei: mit dann 42 statt möglichen 84 Besuchern. „Im Moment ist es eher Schadensbegrenzung als wirtschaftliches Arbeiten. Aber das geht ja vielen so“, so Lungenstraß.

Probleme mit dem Ticketsystem konnten behoben werden

Vor den Ferien habe es sehr viele Schulklassentermine gegeben. „Das war toll, aber noch nicht wirtschaftlich, weil die Klassen nicht gemischt werden durften“ – wo Lungenstraß und die Mitarbeiter des Galileums früher bis zu drei Klassen in eine Aufführung brachten, ist es heute nur eine.

Frank Lungenstraß will aber nicht nur klagen: „Wir sind froh, dass unser Konzept funktioniert und die Akzeptanz da ist. Wir sind dankbar für die Hilfe der Sponsoren. Und es hat sich rumgesprochen, dass wir wieder besucht werden können. Wir sind froh, dass es wieder läuft, das ist das Entscheidende.“ In den letzten Sommerferien sei die Nachfrage schlechter gewesen.

Probleme mit dem Ticketsystem konnten mittlerweile weitgehend behoben werden. „Wir wissen, dass wir noch kräftig arbeiten müssen“, berichtet der Schatzmeister und hat einen Wunsch, den er wohl mit vielen teilt: „Jetzt hoffen wir nur, dass nicht noch ein Lockdown kommt.“

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