Kranke Kinder sollen ein Hospiz bekommen

Für Herbert Reul sind sie wahre Helden

Auch NRW-Innenminister Herbert Reul (2.v.l.) war dabei, als im Historischen Rathaus Köln die Bergische Etappe endete.
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Auch NRW-Innenminister Herbert Reul (2.v.l.) war dabei, als im Historischen Rathaus Köln die Bergische Etappe endete.

Kinder-Lebens-Lauf wirbt für die Hospizidee und weist auf die Not der Familien hin.

Von Tanja Alandt

Burscheid. Auch in Burscheid gibt es viele Kinder mit lebensverkürzenden Erkrankungen, die jedoch auf den auswärtigen Kinder-Hospizdienst in Köln oder Engelskirchen angewiesen sind. Damit auf solche „weißen Flecken auf der Landkarte“ aufmerksam gemacht wird, findet unter anderem der Kinder-Lebens-Lauf des Bundesverband Kinderhospiz e.V. quer durch Deutschland statt. Gerade im Rheinisch-Bergischen Kreis gibt es viele solcher Leerstellen, weiß Paul Falk, Initiator des „Hits fürs Hospiz e.V.“ Sein Verein hat die sechstägige Etappe von Langenfeld über Leverkusen, Bergisch Gladbach bis nach Köln übernommen und wurde am Wochenende mit NRW-Innenminister Herbert Reul, der als Sonderbotschafter der Bergischen Etappe fungierte, zusammen mit dem 13-jährigen Kaan Öztürk in der Piazzetta des Historischen Rathauses in Köln von der dortigen Oberbürgermeisterin Henriette Reker in Empfang genommen.

In ihrer Rede erinnerte sie daran, dass etwa 50 000 Eltern ihr Kind verlieren, bevor es erwachsen wird und diese Eltern nicht nur Mitgefühl, sondern auch Unterstützung benötigen. NRW-Innenminister Herbert Reul lobte das große Engagement der Beteiligten und nannte sie „wahre Helden“.

Es sei vor allem das Ziel, eine Beratungsstelle mit Fachkräften im Rheinisch-Bergischen Kreis zu eröffnen, um diese Lücke zu füllen, berichtete Paul Falk, der 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. „Etwa zwei Stunden gehen mindestens wegen der Fahrerei verloren. Dabei be-nötigen gerade diese Familien so dringend Hilfe. 75 Prozent sind zudem alleinerziehende Mütter, da viele Väter diese Situation nicht ertragen und aushalten können.“

Hilfe benötigen Familien beispielsweise dringend bei Antragstellungen, da ihnen Leistungen, die ihnen gesetzlich zustehen, oftmals von den Krankenversicherungen verweigert werden, berichten die engagierten Ehrenamtlichen. „Wenn diese zum dritten Mal abgelehnt werden, haben sie keine Kraft mehr, um noch einen vierten Antrag zu stellen. Sie haben ohnehin keine freie Zeit und auch keine Kontakte mehr, da sie sich rund um die Uhr um ihr Kind kümmern müssen“, so Falk.

80 000 Euro werden jährlich benötigt

80 000 Euro werden etwa jährlich dafür benötigt. Es ist zudem angedacht, dass Familien diese Hilfe zuhause erhalten, erklärt Andreas Stammler, 1. Vorsitzender von Hits für Hospiz. Am 7. Oktober, dem Tag des Welthospiztags, endet der halbjährige Kinder-Lebens-Lauf in Berlin.

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