Für Dierath wird es kein Parkraumkonzept geben

Links wird geparkt, rechts schlängeln sich auf der K 2 die Autos vorbei: Dierath gilt als Nadelöhr. Archivfoto: Doro Siewert
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Links wird geparkt, rechts schlängeln sich auf der K 2 die Autos vorbei: Dierath gilt als Nadelöhr. Archivfoto: Doro Siewert

Stadtentwicklungsausschuss: BfB zeigt sich enttäuscht

Von Nadja Lehmann

Eine Parkraumbewirtschaftung, wie vom Bündnis für Burscheid (BfB) in seinem Antrag vom Februar gefordert, wird es in Dierath nicht geben. Das entschied mehrheitlich der Stadtentwicklungsausschuss, nachdem die SPD ihren noch weitergehenden Antrag zurückgezogen hatte. Die Sozialdemokraten hatten sogar für eine Umgehungsstraße plädiert. „Man kommt dort einfach nicht durch“, hatte in der Sitzung nochmals Ulrike Hanke (BfB) unterstrichen. Eltern, die ihre Kinder zur dortigen Grundschule brächten und abholten, sorgten für weitere Engpässe.

Dierath gilt mit seinen auf der Durchfahrtsstraße geparkten Autos als Nadelöhr. Das BfB hatte deshalb eine Umfrage unter den dortigen Anwohnern gestartet. „BfB-Mitglied Dominik Hrenek, zu dessen Wahlbezirk Dierath gehört, ist von Haus zu Haus gegangen. 75 Prozent haben sich für ein Parkraumkonzept ausgesprochen“, so Ulrike Hanke.

Eine Aussage, die bei Bürgermeister Stefan Caplan und bei der FDP auf Skepsis stieß. Er kenne keinen Dierather, der das wolle, beschied der Bürgermeister die BfB-Fraktion, und aus der FDP kam der Einwurf, ob denn den Einwohnern klar sei, dass mit einer Parkraumbewirtschaftung eine deutliche Reduzierung der Parkplätze einherginge? „Ja, das wissen sie“, lautete Hankes Antwort. Und Stefan Caplan hob in diesem Zusammenhang hervor, dass die parkenden Autos eine wichtige Rolle erfüllten, indem sie den Verkehr verlangsamten: „Und das ist vernünftig.“ Im Juni hatte – auch dies ein Wunsch aus dem BfB-Antrag – die Straßenverkehrsbehörde das Tempo gemessen. Ergebnis: Gerade einmal 1,3 Prozent fuhren schneller als die erlaubten 50 Stundenkilometer.

Der Rheinisch-Bergische Kreis, dessen Expertise vom Stadtentwicklungsausschuss im April gewünscht und beschlossen worden war, hatte darauf verwiesen, dass Parkplätze wegfallen würden, weil mit einem Parkraumkonzept entsprechende Schleppkurven für ausweichenden Schwerlastverkehr berücksichtigt werden müssten: Bei den klassifizierten Straßen stehe der Fließverkehr aufgrund der überörtlichen Verbindungsfunktion im Vordergrund.

„Wir wollen doch eigentlich weg von immer mehr Autoverkehr.“

Ulrike Hanke (BfB)

„Öffentliche Flächen zur Ausweisung neuer Parkflächen stehen in Dierath nicht zur Verfügung“, betont der Kreis in der Stellungnahme. Auch gibt es nach Ansicht des Kreises aufgrund des gewachsenen dörflichen Charakters Dieraths mit seiner engen Bebauung auch auf den privaten Grundstücken nicht ausreichend Stellflächen. Fazit: „Ein Parkraumkonzept würde somit den Parkdruck deutlich erhöhen.“

Ulrike Hanke stuft das anders ein. „Es gibt einige, die aus Bequemlichkeit auf der Straße parken, obwohl es auf den Grundstücken Stellflächen und Garagen gibt.“ Sie bedauert im Nachgang, dass es im Stadtentwicklungsausschuss nicht zu einer grundsätzlicheren Diskussion über neue Mobilität und Klimaschutz gekommen ist: „Wir wollen schließlich weg von immer mehr Autoverkehr hin zu Alternativen wie Fahrrad und Öffentlichem Personennahverkehr.“

Es gebe für Dierath auch noch andere Möglichkeiten der Parkraumgestaltung: „Wir haben da auch Vorschläge gemacht wie beispielsweise eine schräge Anordnung.“ Das sei aber bedauerlicherweise in der Ausschusssitzung nicht zum Tragen gekommen.

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