Interview Teil 2

Zukunftsinitiative: Fünf Projekte sollen Akzente setzen

Martina Boden benennt fünf Zukunftsprojekte, die momentan besonders verfolgt werden.
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Martina Boden benennt fünf Zukunftsprojekte, die momentan besonders verfolgt werden.
  • VonNadja Lehmann
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Martina Boden spricht über die Zukunftsinitiative in Burscheid.

Von Claudia Radzwill und Nadja Lehmann

Teil 1 des Interviews mit Martina Boden

Wie viele aktuelle Projekte gibt es derzeit in der Zukunftsinitiative Burscheid?
Martina Boden: Zurzeit gibt es fünf Zukunftsprojekte: Treffpunkt Ehrenamt – Initiative Burscheid, das Tri-Café, das Nachbarschaftszentrum Schützeneich, den Skulpturenpark und den Lebendigen Adventskalender 2022.
Was passiert beispielsweise im Tri-Café?
Boden: Das Tri-Café in der Bürgermeister-Schmidt-Straße 25 ist eine interkulturelle, inklusive und intergenerative Begegnungsstätte. Seit dem Frühjahr 2016 ist es ein unverbindlicher Treffpunkt für Jung und Alt, für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie für Menschen mit und ohne Behinderung - kurz: für alle Burscheiderinnen und Burscheider. In unregelmäßigen Abständen finden Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträge, Filmvorführungen, kleine Konzerte sowie Kurse und Beratungsangebote statt. Verschiedene Institutionen nutzen die Räumlichkeiten für Beratungsangebote. Die gemütlichen Räumlichkeiten mit Wohnzimmer-Atmosphäre können auch für Familienfeste angemietet werden.
Das Tri-Café ist ein gemeinschaftliches Projekt des Freundeskreis Indianerhilfe e. V., der Stadt Burscheid – insbesondere der Flüchtlingshilfe, der Zukunftsinitiative Burscheid, des Kinderschutzbundes Burscheid, von Burscheider Kirchengemeinden, sowie von Bürgerinnen und Bürgern. Seit März 2017 ist das „Tri-Café“ ein eingetragener Verein.
Im Evangelischen Altenzentrum wurde ein Nachbarschaftszentrum eingerichtet, es gibt sogar einen Skulpturenpark. Wie sah es in den letzten beiden Coronajahren mit den Angeboten Cafeteria, Mittagstisch und mit kulturellen Angeboten aus? Konnte inzwischen wieder einiges an den Start gehen?
Boden: Aufgrund der derzeitigen Corona-Lage stehen die Angebote des Nachbarschaftszentrums Schützeneich weiterhin ausschließlich den Bewohnerinnen und Bewohnern des Luchtenberg-Richartz-Haus zur Verfügung. Die Coronaschutzverordnung gibt aktuell immer noch vor, dass jeder Besucher einen negativen Test vorweisen muss, der nicht älter als 24 Stunden ist. Aus diesem Grund finden noch keine Mahlzeiten gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Burscheids im Restaurant statt. Auch gemeinsame Veranstaltungen mit Kindergärten oder Schulklassen sind zurzeit noch nicht geplant. Der Skulpturenpark im Sinnes-Garten steht Besucherinnen und Besuchern natürlich offen.
Die Bewohnerinnen und Bewohner können selbstverständlich Kontakte außerhalb des Altenzentrums pflegen und die Einrichtung zu Besuchen oder Veranstaltungen verlassen. Das tun sie auch, wie ich von Einrichtungsleiterin Birgit Hoferichter weiß. Sie fördert den Kontakt der Bewohnerinnen und Bewohner nach außen. So wurden Rikscha-Fahrten für die Bewohnerinnen und Bewohner organisiert. Birgit Hoferichter hat mir berichtet, dass für den Sommer draußen gemeinschaftliche Angebote geplant werden. Sobald wieder Begegnungen möglich sind, will die Einrichtungsleitung das bekannt machen und dazu einladen.
Stichwort Ehrenamt: Beim Treffpunkt Ehrenamt gibt es Beratung und Vernetzung. Wie sieht es allgemein mit dem ehrenamtlichen Engagement von Bürgern und Bürgerinnen in Burscheid und Hilgen aus? Oft sind es ja ältere Leute, die sich engagieren. Sind diese im Zuge von Corona vorsichtiger geworden und haben sich zurückgezogen, so dass sie jetzt fehlen?
Boden: In Burscheid und Hilgen ist die Bereitschaft zu bürgerschaftlichem Engagement grundsätzlich groß. Viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich für ihr soziales Umfeld und ihre Stadt. Das Team von Treffpunkt Ehrenamt konnte in den vergangenen zwei Corona-Jahren nur telefonisch rund um das Thema „Ehrenamt“ beraten. Ende April 2022 startete die wöchentliche Beratungssprechstunde der zentralen Anlauf- und Vermittlungsstelle zum Thema „Ehrenamt“ wieder. Unter telefonischer Voranmeldung unter Tel. (0 21 74) 78 60 16 steht das Team jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr im Rathaus zur Verfügung. Für Berufstätige können auch individuelle Beratungstermine in den Abendstunden vereinbart werden.
Von Organisatorin Silke Riemscheid weiß ich, dass das Treffpunkt Ehrenamt auch in der Corona-Zeit während der ausschließlich telefonischen Vermittlung erfolgreich einige Ehrenamtliche vermitteln konnte. In letzter Zeit, so hat mir Silke Riemscheid berichtet, gibt es vermehrt Anfragen von Menschen im Vorruhestand. Im Angebot hat das Treffpunkt Ehrenamt mehr als 100 verschiedenste Angebote ehrenamtlicher Tätigkeiten in Burscheider Einrichtungen und Organisationen.
Aktuell sucht das Team um Silke Riemscheid selbst für sich, nämlich Verstärkung bei der Vermittlungsarbeit. Corona hat die Bereitschaft zum Engagement etwas gedämpft, da Ehrenamtliche oft in einem Alter sind, in dem das Virus vorsichtiger gemacht hat. Und auch bei einigen Organisationen und Vereinen gibt es weiterhin Corona bedingte Einschränkungen, die den Einsatz von Ehrenamtlichen erschweren oder unmöglich machen.
Das Zukunftsprojekt „Verkehr“ beschäftigte sich mit aktuellen Verkehrsthemen in Burscheid, wie zum Beispiel Busverbindungen, Bürgerbus oder Rad- und Fußweg. Gibt es hier derzeit ein aktuelles Projekt? Oder eine Anregung von Bürgern oder Bürgerinnen?
Boden: Die Gruppe „Verkehr“ beschäftigte sich mit Verkehrsthemen in Burscheid und Hilgen wie Busverbindungen, Bürgerbus und Rad- und Fußwege. Mit Beginn der altengerechten Quartiersentwicklung in Hilgen im Mai 2015 wurde die Gruppe in diesen Prozess integriert und ist nun nicht mehr als eigenständige Gruppe aktiv. Im Zuge der Quartiersentwicklung in Hilgen wurden unter anderem die Mitfahrerbänke in Hilgen und Burscheid aufgestellt. An neun Sitzbank-Standorten sind spezielle Schilder zum Aufklappen aufgestellt. Aktuell erreichen Anfragen und Anregungen aus der Bürgerschaft zu Verkehrsthemen die Stadtverwaltung häufig über das Ideen- und Beschwerdemanagement der Stadt und werden dann entsprechend bearbeitet oder an den Kreis als Straßenverkehrsbehörde weitergeleitet.

Hintergrund

In der Zukunftsinitiative Burscheid arbeiten Bürger und Institutionen sowie Vereine gemeinsam seit 2009 daran, Burscheid fit zu machen für den demografischen Wandel (abnehmende Geburten, steigende Lebenserwartung, Wanderungsbewegungen der Bevölkerung). Das Ziel: Burscheid liebens- und lebenswert weiterzuentwickeln und das im gemeinsamen Schulterschluss. Burscheid ist Modellstandort.

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