Burscheid

Frühstück bringt die Menschen zusammen

Wie es bei einer türkischen Hochzeit zugeht, das demonstrierten die Gastgeber vom Türkisch-Islamischen Kulturverein beim Interkulturellen Frühstück.
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Wie es bei einer türkischen Hochzeit zugeht, das demonstrierten die Gastgeber vom Türkisch-Islamischen Kulturverein beim Interkulturellen Frühstück.

Veranstaltung beim Türkisch-Islamischen Kulturverein

Von Tanja Alandt

Mehr als 85 Gäste kamen am Samstagmorgen zum Türkisch-islamischen Kulturverein zum Interkulturellen Frühstück. Etwa 50 Besucherinnen und Besucher waren davon deutsche Staatsbürger. Bürgermeister Dirk Runge war ebenfalls mit Ehefrau Antje gekommen.

Bereits seit 8 Uhr morgens hatten die Frauen beispiels-weise Lahmacun (türkische Pizza), Pisi (frittierter Hefeteig), Melemen (Gemüseeintopf) oder Cörek (Nussteig) für das große Frühstücksbüffet zubereitet.Anschließend wurde ein Henna-Abend demonstriert. Die Zeremonie, bei der die Handflächen des Paares mit Henna tätowiert werden, findet etwa eine Woche vor seiner Hochzeit statt. Dies sei ei-ne Art Junggesellenabschied, erläuterten Gülsüm Gökler und Dindar Ibrahim. „Es wird der Abschied von dem Mädchen zur Frau gefeiert und sehr viel geweint“, berichtete Gülsüm Göklar. Mutter und Tochter singen an diesem Abend viele traurige Lieder. Göklar: „Damit bringen sie fast alle zum Weinen, die Mütter und Töchter weinen jedoch am meisten.“

Die Aussteuer der Braut wurde in einem separaten Raum gezeigt. Die vielen gehäkelten und gestrickten Handarbeiten fertigen Mutter und Tochter zusammen an, seit der Kindheit der Tochter. Gülsüm Göklar erzählte, dass sie früher mit ihrer Mutter teilweise die Nächte durchgehäkelt habe. Für eine 12-er Tischdecke benötigte sie nur ein halbes Jahr. Normalerweise brauche man dafür ein ganzes Jahr, erläuterte Selma Ucar, die Vorsitzende der Frauen. Auch Spitzen für Handtücher, Kissen oder Bettwäsche hatten sie zusammen hergestellt.

Weiter gab es einen Rundgang durch die Moschee und in den Gebetsraum. Helga Coen vom Seniorenbeirat der Stadt Burscheid staunte, wie viel der Verein in den Räumlichkeiten auf die Beine gestellt hat. Zu den neuen Räumen zählen drei Klassenräume, in denen Religion, Türkisch und Deutsch unterrichtet werden sowie ein Waschraum für die Frauen. An den tiefen Waschbecken waschen sie sich vor dem Gebet die Hände, das Gesicht, den Kopf, die Arme und die Beine. Danach beten sie in dem Gebetsraum für Frauen. Die Männer haben einen eigenen Gebetsraum.

Bezüglich des Interkulturellen Frühstücks verwies der Imam im Koran auf Sure 3, Vers 104: „Es soll aus euch eine Gemeinschaft werden, die zum Guten aufruft, das Echte gebietet und das Verwerfliche verbietet. Jene sind es, denen es wohlergeht.“ Es war sein erstes Interkulturelles Frühstück – ebenfalls für Bürgermeister Dirk Runge.

Bürgermeister Runge freutesich über den Neustart

Er war über den gelungenen und sehr gut besuchten Neustart nach Corona sehr erfreut und richtete seinen Dank an die Gemeinde. Ein paar Speisen oder Dinge aus dem Bereich des Gebetsraums kannte er bereits und hob die guten Gespräche und das Kennenlernen hervor. „Das Interkulturelle Frühstück hat seinen Zweck erfüllt!“, so sein zufriedenes Fazit.

Interessant fanden das Interkulturelle Frühstück auch Christen und Klaus Kuper. Sie lauschten Vortrag und Vorführung und hatten gute Gespräche geführt. Stella Ignatz vom Integrationsrat vermisste unter den Gästen zwar ukrainische Teilnehmer, war jedoch froh, dass nach der langen Corona-Pause so viele Menschen gekommen waren. Giovanna Lombardo und Sevgi Benseddik, die seit 2020 dem Integrationsbeirat angehören, betonten, wie engagiert alle waren und was für ein ausgezeichneter Gastgeber der Türkisch-Islamische Kulturverein in Burscheid sei. Niemand durfte die Gastgeber verlassen, ohne etwas gegessen oder getrunken oder etwas mitgenommen zu haben.

Stella Ignatz und Bürgermeister Dirk Runge bekamen von Selma Ucar wegen der aktuellen Energiekrise sogar eine Petroleumlampe geschenkt. Die Lampe sei ein gutes Symbol und solle beiden die Nacht erleuchten und den Weg weisen, so Murat Türksoy.

Hintergrund

Seit etwa sechs Jahren gibt es das Interkulturelle Früh-stück. Drei Mal im Jahr – im Frühjahr, Sommer und Winter - rotiert es dabei zwischen den verschiedenen Gemeinden in Burscheid. Ins Leben gerufen hat es Stella Ignatz. Früher wurde es von Kultur in Burscheid (KiB) veranstaltet, jetzt wird es vom Integrationsrat organisiert. Das Ziel ist, dass sich die Menschen verschiedener Kulturen besser kennenlernen. Das nächste Frühstück ist für das Frühjahr geplant.
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