Fraktionen kritisieren eine mögliche Zentralisierung

In Burscheid kümmerten sich bislang zwei Mitarbeiterinnen um die Belange von Senioren. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa
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In Burscheid kümmerten sich bislang zwei Mitarbeiterinnen um die Belange von Senioren. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa

Senioren- und Pflegeberatung: Bündnis für Burscheid reagiert auf Schreiben der CDU an Landrat Santelmann

Von Nadja Lehmann

Überrascht zeigt sich das Bündnis für Burscheid (BfB) über ein Schreiben der Burscheider CDU an den Landrat, in dem sich die Christdemokraten gegen „eine geplante Neuausrichtung der Senioren- und Pflegeberatung im Kreis“ aussprechen. „In Burscheid hat nach unserer Erkenntnis bislang niemand von dieser Absicht des Kreises gewusst, jedenfalls wurde die Politik in Burscheid mit diesem Ansinnen nicht konfrontiert“, sagt nun Thomas Kaps, sozialpolitischer Sprecher der BfB-Fraktion. Es sei erstaunlich, so Kaps weiter, dass ausgerechnet die CDU interveniere, obgleich die Burscheider Parteivorsitzende Erika Gewehr dem Vorstand der CDU-Kreistagsfraktion angehöre. „Uns interessiert, ob die Stadtverwaltung in Burscheid über den Plan des Kreises informiert war“, sagt Kaps. In der Sache selbst teilt das BfB die Position der CDU.

In ihrem Schreiben bezieht sich die Burscheider CDU-Fraktion auf eine Sozialdezernenten-Konferenz des Kreises im November 2019. Dort sei die Neukonzipierung der Senioren- und Pflegeberatung angestoßen worden: „Ziel ist die Zusammenführung unter Kreisregie.“ Das bedeute, dass das Angebot der Senioren- und Pflegeberatung zentralisiert werden würde, kritisiert die CDU. Bisher verfügten die meisten Städte über ihr eigenes Fachpersonal: In Burscheid beispielsweise zwei 25-Stunden-Mitarbeiterinnen, die anteilig von Kommune und Kreis finanziert würden, so die Christdemokraten in ihrem Brief an Landrat Uwe Santelmann. „Eine Änderung dieser Situation würde eine erhebliche Verschlechterung des jetzigen, in der Stadt hoch geschätzten Angebots bedeuten. Die Mitarbeiterinnen wären nicht mehr nur für Burscheid zuständig, sondern sie müssten ihre Arbeitszeit auch auf andere Kommunen aufteilen“, schreibt die CDU-Fraktion. Dabei habe sich das Angebot in Burscheid aufgrund „Fachlichkeit, Freundlichkeit und Flexibilität der beiden Mitarbeiterinnen“ mehr als bewährt: „Für die Betroffenen ist gerade hier die Kontinuität der Bezugsperson aufgrund der besonderen persönlichen Nähe von Wichtigkeit.“

BfB-Bürgermeisterkandidatin Ulrike Hanke sieht das ähnlich: „Selbstverständlich setzen auch wir uns dafür ein, die Seniorenberatung weiter vor Ort in Burscheid zu halten. Gerade vor dem Hintergrund der wachsenden Gruppe älterer Menschen, auch in Burscheid, wäre es absolut falsch, die einzelnen Beraterinnen für mehrere Städte und Gemeinde einzusetzen – ganz abgesehen von zusätzlichen Fahrzeiten, die nicht nur die Beratungszeiten schmälern, sondern auch die Umwelt beeinträchtigen.“

Auch Bürgermeisterkandidatin Ulrike Hanke sieht Pläne kritisch

Ausgerechnet den Senioren zuzumuten, auf Beratungen in Krisensituationen wie beispielsweise der unerwartet eintretenden Pflegebedürftigkeit nach einer Erkrankung warten zu müssen oder bei jeder Beratung auf eine andere Person zu treffen, mache aus fachlicher Sicht keinen Sinn, betont Hanke, die selbst das Sozialamt in Troisdorf leitet. „Im Gegenteil: Die Tendenz geht dahin, gerade für die Beratungen mehr Personal bereitzustellen, um den Verbleib in der eigenen Wohnung so lange wie möglich zu erhalten.“

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