SPD fordert Unterstützung für Musikschule

Fraktion wendet sich mit Antrag an den Bürgermeister – Rücklagen gehen zur Neige

Von Nadja Lehmann

Mit einem Antrag hat sich die SPD an Bürgermeister Stefan Caplan gewandt. Ihr Wunsch: Die Stadt möge die Musikschule ab dem Haushaltsjahr 2021 finanziell mit rund 80 000 Euro im Jahr unterstützen. Die SPD wirbt auch um die Zustimmung der anderen Fraktionen, um im Rat eine gemeinschaftliche Entscheidung treffen zu können – nach dem Motto „Retten wir gemeinsam unsere Musikschule!“ Für die SPD-Fraktion sei die Musikschule ein unverzichtbarer Teil des Bildungsangebotes in Burscheid und das Fundament der Musikstadt Burscheid, heißt es in der Begründung.

Bereits im Frühjahr hatte Musikschulleiter Thomas Kinzel Alarm geschlagen. „Wir leben finanziell von der Substanz“, hatte Kinzel da gewarnt. „Die Rücklagen gehen zur Neige. Dann müssten wir schließen.“ Und das möglicherweise 2022, wenn die Musikschule ihr 50-jähriges Bestehen feiern könnte. Kinzel hatte den Kontakt zur Politik gesucht, zwei Fraktionen hatten auf den Hilferuf reagiert.

Burscheid gilt als Musikstadt des Bergischen

Nun geht die SPD in die Offensive. „Es besteht akuter Handlungsbedarf“, betont der Fraktionsvorsitzende Klaus Becker. Gerade Burscheid könne, wie kaum eine andere Kommune vergleichbarer Größe, auf eine große und erfolgreiche Musiktradition verweisen. „Daher sollte sich die Stadt jetzt, da direkter Handlungsbedarf besteht, zu ihrer Verantwortung bekennen“, so der Fraktionsvorsitzende. „Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die Stadt 1972 als ,Geburtshelfer‘ der Musikschule fungierte und die Schule finanziell bis zur Haushaltskrise, Ende der Achtziger, unterstützte.“

Die Rücklagen sind der Luchtenberg-Stiftung zu verdanken. Sie aber werden mittelfristig aufgezehrt sein. Zu Jahresbeginn beliefen sie sich auf knapp 60 000 Euro, listet die SPD in ihrem Antrag auf. Derzeit muss die Musikschule an die Rücklagen gehen, um ihr Defizit auszugleichen: Laut Musikschulleitung beliefen sich die Einnahmen 2019 auf rund 292 000 Euro, die Ausgaben auf rund 341 000 Euro.

Die Musikschule spart, wo sie nur kann. „Wir haben nur Honorarkräfte im Haus, die ich nur weit unter Tarif vergüten kann“, sagt Kinzel. Dabei arbeiten dort professionelle Musiker, die ein dementsprechendes Studium an den Hochschulen durchlaufen haben. Ihr Honorar? „21,43 Euro pro Stunde“, schreibt die SPD in ihrem Antrag. Urlaubsfortzahlung und Sozialleistungen? Fehlanzeige. „Deshalb ist die Fluktuation bei uns hoch“, hatte Kinzel im Mai im Gespräch mit dem BV gesagt. Ganzen Fachbereichen drohe das Aus wegen Personalmangels, besonders im Elementarbereich.

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