Förderverein macht der Stadtbücherei das Leben leichter

Die Entkernung des Kramer-Hauses ist angelaufen. Die Bücherei wird sich dorthin erweitern. Foto: Doro Siewert
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Die Entkernung des Kramer-Hauses ist angelaufen. Die Bücherei wird sich dorthin erweitern.

Im Kramer-Haus ist die Entkernung angelaufen – Bücherei wird sich dorthin erweitern

Von Nadja Lehmann

Der Dornröschenschlaf neigt sich dem Ende entgegen. Wer das Kramer-Haus passiert, der sieht: In der Immobilie an der Hauptstraße tut sich etwas, ihre Entkernung ist angelaufen. Ihren Anteil daran hat auch Eva Scholand. „Wir unterstützen die Stadtbücherei bei ihrer Ausstattung mit Medien“: So beschreibt es die Vorsitzende des Fördervereins der Stadtbücherei ganz schlicht – und macht gleichzeitig klar, dass alle Büchereien schon längst keine reinen Ausleihstationen mehr sind, sondern als so genannter „3. Ort“ weitaus mehr. „Alle Büchereien verändern sich“, sagt Scholand. Im Fall von Burscheid heißt das: Die Stadtbücherei wächst aus ihrem angestammten Domizil hinüber ins Kramer-Haus.

Die Immobilie an der Hauptstraße hatte die Stadt im vergangenen Sommer erworben. Direkt daneben liegt die Stadtbücherei. Mit einem Durchbruch auf der zweiten Ebene zum Kramer-Haus hin – so plant es die Stadtverwaltung – soll es für die Bibliothek zusätzlichen Platz geben, der so Raum für Neues schafft. Ein multifunktionaler Raum soll entstehen: ein Ort für Workshops, Lesungen, Experimente und Lernflächen.

Im Vorfeld hatte sich Eva Scholand andere Bibliotheken angeschaut

Um Inspirationen zu sammeln, hatte sich Eva Scholand dafür im Vorfeld eigens auf Reisen begeben und sich andere Bibliotheken angesehen. „Das ist schon toll, was andere da machen“, sagt sie etwas wehmütig. „Aber die haben auch ein anderes Budget als wir in Burscheid.“ Damals habe nämlich, so erinnert sie sich, die Stadt das jetzige Haus der Stadtbücherei hergerichtet und dann erklärt, man habe jetzt jedoch keinen Etat für Anschaffungen mehr. „Alle haben aufgeschrien“, erzählt Scholand. Genau da kam der Förderverein ins Spiel. „Wir tun alles, um die Anschaffung von Medien und die Organisation von Lesungen und Veranstaltungen leichter zu machen und zu ermöglichen.“ 2019 ergoss sich sogar ein Füllhorn über den Förderverein: Er erbte rund 100 000 Euro.

„Die Summe ist nicht mehr komplett“, sagt Eva Scholand. „Denn wir hatten überhaupt keine Einnahmen mehr, die Kosten aber liefen weiter.“ Gemeint ist natürlich die Pandemie, die vielen Traditionsveranstaltungen den Garaus machte. Wie dem Kunsthandwerkermarkt im Frühjahr und den beiden Bücherflohmärkten zum Umweltfest und im September. „Möglicherweise machen wir zum Altstadtfest einen Kunsthandwerkermarkt“, sagt Scholand. Spruchreif sei aber noch nichts. Genauso, wie sie davon träumt, in der Stadtbücherei einen Gesprächskreis zu etablieren – zugänglich für alle, offen in der Themenwahl.

Vieles von dem, was Bibliotheken zukünftig sein und leisten wollen, passiere in Burscheid schon, findet Scholand. „Wir sind ja schon ein Treffpunkt, machen Filmabende und den Literarischen Vormittag.“ Sie liebe das Haus sehr, bekennt die 71-Jährige und erzählt, dass es über den eigentlichen Räumen zwei weitere Etagen gibt. „Ich habe mir gewünscht, dass man dort Schülerhilfe anbietet.“ Doch es blieb beim Wunsch. „Die Treppe nach oben ist so steil, das ist mit Feuer- und Versicherungsschutz nicht umsetzbar“, bedauert Eva Scholand.

Seit zwölf Jahren ist die ehemalige Lehrerin Vorsitzende, war einst auch Mitbegründerin und würde allmählich gern kürzer treten. Doch unter den rund 70 Mitgliedern zeichnet sich niemand ab, der nachfolgen möchte: „Das Gros ist zudem Ende 60, Anfang 70“, sagt Eva Scholand.

Sie selbst bittet am kommenden Freitag wieder zum Literarischen Vormittag, in dem die Teilnehmenden Bücher vorstellen, die sie begeistert haben.

Seit 2012 ist Eva Scholand Vorsitzende des Fördervereins der Stadtbücherei. Archivfoto: Doro Siewert

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