Russland-Ukraine-Krieg

Flüchtlingshilfe steht in den Startlöchern

Die Menschen stehen ohnmächtig gegenüber den Nachrichten aus der Ukraine. Archivfoto: Michael Schütz
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Die Menschen stehen ohnmächtig gegenüber den Nachrichten aus der Ukraine.

Die ersten Menschen aus der Ukraine sind schon da – Weitere werden in den nächsten Wochen folgen.

Von Susanne Koch

Burscheid. Die andauernden schrecklichen Nachrichten aus der Ukraine lassen die Menschen hilflos stehen. „Das Bedürfnis, etwas zu tun gegen das Gefühl der Ohnmacht angesichtes dieses brutalen, sinnlosen Krieg in der Ukraine, ist sehr groß“, sagt Pfarrerin Annerose Frickenschmidt. „Deswegen veranstalten wir jetzt auch regelmäßig einmal die Woche ein ökumenisches Friedensgebet in wechselnden Kirchen in Burscheid und an einem weiteren Termin ein ökumenisches Taizé-Gebet in Hilgen.“

Darüber hinaus hat die Bürgerin Birgit Kriesten jetzt für jeden Freitag eine Mahnwache angemeldet. Sie findet die nächsten Wochen jeden Freitag von 18 bis 19 Uhr vor der Buchhandlung Ute Hentschel an der Hauptstraße statt. „Ich habe das starke Gefühl, etwas Positives gegen all den Schrecken setzen zu müssen“, sagt Birgit Kriesten. „Schimpfen verstärkt nur alle negativen Energien.“

Die bisher angekommenen Menschen aus der Ukraine sind überwiegend bei Familienangehörigem oder Freunden untergebracht.

Renate Bergfelder-Weiß, Pressesprecherin

Die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine sind auch in Burscheid angekommen. „Die bisher angekommenen Menschen aus der Ukraine sind überwiegend bei Familienangehörigen oder Freunden untergebracht“, sagt Renate Bergfelder-Weiß, die Pressesprecherin der Stadt Burscheid. „Zum Teil sind diese Unterbringungen nur vorübergehend, so dass zeitnah mit Aufnahmen in städtischen Unterkünften zu rechnen ist.“ Diese seien bereits vorbereitet und für die Flüchtlingen reserviert. „Ehrenamtliche Hilfen zur Betreuung der Flüchtlinge werden derzeit nicht eingesetzt, denn bisher haben alle Flüchtlinge, die aus der Ukraine gekommen sind, einen familiären Anschluss.“ Um weitere Hilfen muss sich die Stadt Burscheid bisher keine Sorgen machen. „Wir bekommen vielfältige Angebote zur Unterstützung“, sagt Renate Bergfelder-Weiß. „Zum Beispiel Angebote für Wohnraum, Sachspenden und andere Hilfeleistungen und das oft auch mit ukrainischen Sprachkenntnissen, was uns die Aufgaben natürlich sehr erleichtern wird.“

Da die Stadt noch nichts Genaues gehört hat über mögliche Zuweisungszahlen, kann sie auch noch keine Prognosen abgeben. „Auf jeden Fall wissen wir, dass weitere Flüchtlingen in den nächsten Tagen ankommen werden“, sagt die Pressesprecherin. „Und darauf sind wir vorbereitet.“

In den Startlöchern steht auch die Flüchtlingshilfe Burscheid. „Wir rechnen nach den schrecklichen Kriegshandlungen in der Ukraine mit einer erheblichen Anzahl von Flüchtlingen in den nächsten Tagen und Wochen“, sagt Bodo Jakob, Schriftführer der Flüchtlingshilfe. „Damit wir entsprechend darauf vorbereitet sind, rufen wir bereits jetzt zu Spenden für Flüchtlingen in Burscheid auf.“

Flüchtlingshilfe sucht weitere Mitstreiter

Satzungsgemäß könne Flüchtlingen, die in Burscheid ankommen, schnell und unbürokratisch geholfen werden, um ihnen das Einleben in Burscheid zu erleichtern. „Dazu gehört die Förderung des Erlernens der deutschen Sprache“, sagt Bodo Jakob. „Und die Versorgung mit Schulmaterialien oder auch die Ausstattung mit den notwendigsten Sachmitteln, sofern diese nicht gesetzlich zur Verfügung gestellt werden.“

Die Flüchtlingshilfe sucht auch immer wieder Mitstreiter. „Wer dem Verein beitreten möchte, weil er zum Beispiel aktiv an der Hilfe mitgestalten möchte, melde sich doch bitte per Mail bei der Vereinsvorsitzenden Dagmar Zimmer oder bei Manfred Jautelat“, sagt Bodo Jakob. „Ganz einfach können Geldspenden über die Stadt Burscheid abgewickelt werden“, sagt Bodo Jakob. Und zwar online:

https://burscheid.de/aktuelles/fluechtlingshilfe/geldspenden’

Für die Stadt Burscheid ist der Ordnungsamtsleiter Marco Fuss der direkte Ansprechpartner. Er ist unter Tel. (0 21 74) 67 03 69 zu erreichen.

„Ich danke allen Unterstützern, die sich bereit erklären zu helfen“, sagt der Verwaltungschef Dirk Runge. „Dankbar bin ich für die Solidarität mit den Menschen, die von Flucht und Vertreibung aus der Ukraine betroffen sind.“

Hintergrund

Flüchtlingshilfe: d.zimmer@hs-zimmer.de oder manfred.jautelat@arcor.de

Sachspendenannahme für die Ukraine: Heute und Mittwoch, 16. März, 14 bis 16 Uhr,im Jugendzentrum Megafon, Montanusstraße. Transport: 17. März. Sonstiges: Ladegeräte, Batterien, Handys und Laptops, Schul- und Lernmaterialien wie Stifte, Textmarker, etc, Rucksäcke, Taschen.

Hygieneartikel: Desinfektionsmittel, Zahnpasta, Binden und Tampons, Baby- und Erwachsenen-Windeln, Deo, Duschbad, Shampoo. Lebensmittel: Wasser, Nudeln, Babynahrung, Proteinriegel, Konserven.

Friedensgebet: 16. März, 18 Uhr, Freikirchliche evangelische Gemeinde.

Taize-Gebet: 17. März, 20 Uhr, evangelische Kirche, Hilgen

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