Film zeigt Flucht, Haft und Hoffnung

Philomena Franz kämpft gegen das Vergessen und für Versöhnung. Foto: Philomena Franz
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Philomena Franz kämpft gegen das Vergessen und für Versöhnung. Foto: Philomena Franz

Interview mit Auschwitz-Überlebender

-lho- Das Kulturamt des Kreises hat anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus einen besonderen Film vorbereitet, der weiterhin – bis zum 31. März – im Internet zu sehen ist. Das Gespräch mit der Auschwitz-Überlebenden Philomena Franz ist angelehnt an ihre Autobiografie „Zwischen Liebe und Hass“.

„Philomena Franz trägt dazu bei, dass wir diesen schrecklichen Abschnitt in der Geschichte Deutschlands nicht vergessen. Mit dem Interview schaffen wir ein Dokument der Erinnerung, damit sich auch die jüngeren Generationen mit der Thematik auseinandersetzen können“, sagt Kultur- und Bildungsdezernent Dr. Erik Werdel. Das Filmprojekt wurde von zwei Schulklassen aus Bergisch Gladbach und Rösrath begleitet.

Philomena Franz ist eine deutsche Sintiza, Auschwitz-Überlebende, Zeitzeugin und Autorin, die sich sehr um die Erinnerungskultur in Deutschland, speziell in Bezug auf das Schicksal der Sinti und Roma im Nationalsozialismus, verdient gemacht hat. 1995 wurde ihr für ihre Verdienste das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. 2001 zeichnete die Europäische Bewegung Deutschland sie mit dem Preis „Frauen Europas“ aus. Sie hielt Vorlesungen in Universitäten, Schulen und Volkshochschulen. Ebenso kämpft sie immer noch – auch mit 98 Jahren – unermüdlich für Versöhnung. Sie sagt: „Man kann nicht das Böse mit dem Bösen vergelten“. Im Interview lässt Philomena Franz an ihrer bewegenden Lebensgeschichte teilhaben. „Ich freue mich, dass wir Philomena Franz für dieses Projekt gewinnen konnten. Es ist ein emotionaler Film entstanden, der für Toleranz und Verständigung wirbt. Auch dafür, wachsam zu sein und Ausgrenzung und Verfolgung aufgrund von Kultur oder Religion beherzt entgegenzutreten“, so Kulturreferentin Charlotte Loesch.

Im Film berichtet Philomena Franz von ihrer Verhaftung, der Deportation in das KZ Auschwitz-Birkenau, vom Leben im Lager, von ihrer dramatischen Flucht und psychischen wie physischen Qualen. Aber selbst angesichts der schier unvorstellbaren Erlebnisse, hat die heute 98-Jährige die Hoffnung und den Glauben an das Gute im Menschen nicht verloren.

Der Film ist bis 31. März 2021 hier abrufbar:

www.rbk-direkt.de/gedenktag-27.-januar.aspx

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