Burscheid

Feuerwehr: Junge Besucher machen Dampf

Beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr war einiges geboten.
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Beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr war einiges geboten.

Beim Tag der offenen Tür des Löschzugs Stadtmitte verschafften sich Jung und Alt Einblick in die Arbeit der Brandbekämpfer

Von Tanja Alandt

Burscheid. Am Sonntag hörte man vermehrt das Martinshorn an der Wache des Löschzuges 1 in Burscheid. Das lag aber glücklicherweise daran, dass die Kinder eine Fahrt mit dem Hilfeleistungslöschfahrzeug machen durften.

Nachdem coronabedingt der „Tag der offenen Tür“ des Löschzugs Stadtmitte zwei Jahre hintereinander ausfallen musste, konnten die jüngeren Besucher jetzt wieder einen Parcours und die Ausbildung zu Junior-Brandschutzanwärtern absolvieren. Über 60 Kinder gingen stolz mit einer Urkunde nach Hause.

Die Urkunde bekamen sie, wenn sie die neun Stationen erfolgreich durchliefen. Dazu zählte etwa die Fahrt mit dem Löschfahrzeug, Knoten von der Knotenwand der Jugendfeuerwehr Burscheid nachmachen oder das Wurfsackwerfen bei der DLRG. Der dreijährigen Leni gefiel vor allem die Station, bei der man eine Feuerwehrmannfigur mit dem Wasser aus dem Schlauch zum Umkippen bringen musste.

Autos explodieren nicht wie im Fernsehen

Den Parcours rief unter anderem Lena Hinrichs vor etwa fünf Jahren mit weiteren Feuerwehrleuten des Festausschusses ins Leben. Neben ihr gehören zudem Sascha Schmidtke, Thomas Nikisch sowie Lea Kopisch dem Festausschuss des Löschzugs Stadtmitte Burscheid an.

Vor 24 Jahren trat Hinrichs in die Jugendfeuerwehr ein und ist bis heute bei der Feuerwehr geblieben. Mit ihr waren damals etwa vier weitere Mädchen in der rund 20-köpfigen Gruppe. Zu der Idee brachte sie ihr jüngerer Bruder, der zwar immer zur Feuerwehr wollte, aber damals noch zu jung dafür war, erzählte sie. Auch er begann zunächst bei der Jugendfeuerwehr.

Stadtjugendanwärterin Yvonne Kolbe freut sich bereits auf viele Neuzugänge bei der Jugendfeuerwehr.

Etwas enttäuscht von den anwesenden Erwachsenen zeigte sich indes Werner Peters von der Werksfeuerwehr bei Federal Mogul. Sie nutzten nicht die Chance, ausgestattet mit einer Feuerwehrjacke und einem Feuerlöscher einen Gasbrand zu löschen. Die Kinder aber dafür umso mehr. Doch wenn es zuhause zu einem Brand kommt, würden ja nun mal meist die Erwachsenen zum Feuerlöscher greifen, so Peters.

Er appellierte unter anderem an die Besucher, Fettbrände nicht mit Wasser zu löschen sowie Menschen in brennenden Autos zu helfen. „Die Menschen müssen gerettet werden. Die Autos explodieren nicht wie im Fernsehen.“ In 25 Jahren habe er noch nie einen Tank explodieren sehen.

Viel Abwechslung war auch bei der großen Fahrzeug-Ausstellung gegeben. Zu entdecken gab es nicht nur Fahrzeuge von der Flotte der Freiwilligen Feuerwehr, sondern auch ein Unimog (universales Motorengerät) vom Arbeiter-Samariter-Bund stand parat sowie ein Fahrzeug des Technischen Hilfswerks inklusive eines Notstromaggregats in Anhängergröße.

Beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr war einiges geboten.

Zu der Retter- und Helferriege kam natürlich auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit einem Fahrzeug. Die Gäste konnten anhand zweier Schaufensterpuppen sehen, was die Strömungsretter der DLRG bei ihrem Einsatz tragen.

Wie sie berichteten, müssen die Lebensretter ihre Schutzkleidung, deren Kosten die über 600 Euro koste, oder Drohnen (etwa 6000 Euro) für die Personensuche, das Rehkitze-Aufspüren oder Lagebilder von Waldbränden aus eigener Tasche bezahlen oder durch Spenden finanzieren.

Potenzielle Jung-Feuerwehrleute können vorbeischauen

Für die Besucher demonstrierten die Feuerwehrleute die Rettung einer Person vom Dach per Drehleiter. Sie konnten zudem ein Turmbau-Spiel mit dem über 30 Kilogramm schweren Spreizer der Feuerwehr spielen.

Da sich der 54-köpfige Löschzug Stadtmitte immer über neue Verstärkung freut, können bereits junge Interessierte ab 10 Jahren am 24. August von 18.30 Uhr bis 20 Uhr am Gerätehaus Dierath vorbeischauen, um sich Einblicke in die Arbeit der Jugendfeuerwehr zu verschaffen.

Karibische Nacht fällt aus

Die Karibische Nacht der Feuerwehr findet regulär immer im November statt. Leider müsse das sommerliche Feuerwehrfest mit Karibik-Flair in diesem Winter noch einmal ausfallen, wurde nun bekannt. Wenn es pandemiebedingt nächstes Jahr wieder „normal“ läuft, wird die Halle jedoch endlich wieder mit Sand gefüllt und der Karibischen Nacht 2023 steht dann nichts mehr im Wege. Doch zuvor wird es im Sommer ja auch wieder den beliebten Tag der offenen Tür für die vielen interessierten Besucher geben.

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