Fast wie beim Gotthard: Schildvortrieb frisst sich durchs Erdreich

Ganz schön gewaltig: In der Baugrube Auf der Schützeneich ist noch ein Stück Rohr zu sehen.Foto: Doro Siewert
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Ganz schön gewaltig: In der Baugrube Auf der Schützeneich ist noch ein Stück Rohr zu sehen.Foto: Doro Siewert

Technische Werke Burscheid führen Kanalbauarbeiten zwischen Schützeneich und Montanusstraße durch

Von Nadja Lehmann

Frank Werner Grauvogel atmet auf: „Der Durchstich ist geschafft“, sagt der Leiter der Technischen Abteilung II (Kanalbau) bei den Technischen Werken Burscheid (TWB). Seit Anfang Januar ist das Unternehmen mit Kanalbauarbeiten an und unter der Montanusstraße beschäftigt.

„Es hat sehr gut geklappt“, berichtet Grauvogel. Vom Wendehammer Auf der Schützeneich bis hin zum Luchtenberg-Richartz-Park zieht sich der Durchstich. „Wir sind auf der anderen Seite sicher wieder herausgekommen. Eine technische Herausforderung war es durch das Gefälle“, sagt Grauvogel. Auf die Frage, ob der laienhafte Beobachter sich das in etwa so vorstellen kann, wie den Bau des St. Gotthard-Basistunnels – mit 57 Kilometern der längste Eisenbahntunnel der Welt –, nickt Grauvogel mit einem Lachen: „Bloß eine Nummer kleiner.“ Das Verfahren sei aber in der Tat dasselbe: der unterirdische Rohrvortrieb. „Wir sind – im Fachsprachenterminus – mit dem "geschlossenen Schild" gefahren.“ Anders als beim Einschlagen eines Nagels in die Wand, werde die Bohrmaschine aber nicht einfach herausgezogen: „Der Raum, der dabei entsteht, muss gestützt werden. Das rund 80 Meter lange Rohr wird sofort hinterhergezogen, das Material abtransportiert“, sagt Grauvogel, der den Durchschnitt des Rohrs auf 1,50 Meter beziffert. Spannend sei das unbemannte Verfahren durch die unterschiedlichen Bodentypen gewesen: „Darüber liegt ja die einstige Bahntrasse.“

Vorbereitende Arbeiten für große Baumaßnahme

Man habe quasi die Kanäle zur Seite geräumt, Kanalabschnitte saniert und die Trasse korrigiert: „Das sind alles die vorbereitenden Arbeiten für die Baumaßnahmen, die an der Montanusstraße geplant sind“, erklärt Grauvogel. Wie beispielsweise den geplanten Bau eines Drogeriemarkts. Zuvor haben zwei Kanalhaltungen die Montanusstraße gequert, nun sei es eine: Schachtbauwerke binden Abwässer von der Schützeneich bis hinunter ins Luisental ein, vom Luchtenberg-Richartz-Park Haupt- und rückseitige Höhestraße sowie auf der Montanusstraße Leitungen, die dort von links und rechts kommen.

Auch die Einschränkungen für den Verkehr seien im Rahmen geblieben, berichtet Grauvogel. „Die Verkehrsführung war gut, auch der Bürgerbus hat seinen Platz gefunden.“ Einziger Wermutstropfen: „Ein paar Parkplätze sind weggefallen.“

In einem zweiten Bauabschnitt – zurzeit für 2021/2022 geplant – erfolgt die Kanalaufweitung innerhalb der Montanusstraße im Bereich vom ehemaligen Busbahnhof in Richtung Ewald-Sträßer-Weg. Diese Maßnahme soll zusammen mit dem geplanten Straßenbau im Rahmen der Umsetzung des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzeptes (IEHK) in der Montanusstraße erfolgen.

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