Kinderbetreuung

Familienzentrum arbeitet jetzt anders

Leitet das Familienzentrum an der Witzheldener Straße seit 1992: Ulrike Kreffter. Archivfoto: Nadja Lehmann
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Leitet das Familienzentrum an der Witzheldener Straße seit 1992: Ulrike Kreffter.
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Seit Wochen sind die „Kleinen Strolche“ geschlossen. Leiterin Ulrike Kreffter ist stolz auf die Eltern.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Ulrike Kreffter findet ein schönes Bild für ihre derzeitige Gemütslage: „Manchmal ist die Bettdecke ganz platt, weil so viele Gedanken darüberlaufen.“ Aber Kreffter wäre nicht seit 28 Jahren die Leiterin des Familienzentrums „Kleine Strolche“, wenn sie sich von Ausnahmesituationen allzu lange niederdrücken lassen würde.

Seit März ist die Hilgener Einrichtung geschlossen, wie alle Kindergärten und Kitas landauf, landab. Zeit für Müßiggang? „Ne“, sagt Ulrike Kreffter. „Ich arbeite mehr als sonst. Bloß anders.“ Und das gilt auch für die Kolleginnen, von denen die meisten im Home-Office sind. Zwei haben immer Bereitschaft: Falls jene Kinder betreut werden müssen, deren Eltern in systemrelevanten Führungspositionen tätig sind. An diesem Tag sind zwei Kinder da. Die Ausnahme. „Sonst ist meist nur ein Kind in der Notfallbetreuung“, sagt Kreffter.

Der größte Teil der Arbeit passiert derzeit am PC

Sie zollt den Eltern des Familienzentrums große Anerkennung: „Ich bin stolz auf unsere Familien. Sie gucken, wie sie zurecht kommen. Und das, obwohl es für viele nicht einfach ist.“ Kreffter ist es wichtig, den Eltern zu signalisieren: Wir sind da. „Zumindest mental“, sagt sie. Und per Newsletter. Der kommt nicht, wie sonst, monatlich, sondern täglich als E-Mail an alle Eltern. Das Team der „Kleinen Strolche“ dreht dafür Videos, gibt Basteltipps, singt Lieder, empfiehlt Bücher und liest aus Bilderbüchern vor.

„Ich sitze länger am PC als sonst“, sagt Ulrike Kreffter. Schließlich läuft nicht nur der Kontakt zu den Eltern über die Online-Schiene, sondern auch der zu den Kolleginnen. „Wir führen Videokonferenzen, sprechen uns ab.“ Immer samstags ist auch jemand aus dem Team an der Witzheldener Straße: Eine Stunde ist geöffnet, in der sich die Eltern Spiele ausleihen können. „Für die Eltern wird es allmählich anstrengend“ weiß Kreffter aus der Resonanz der Familien. Dennoch: Die weitere Schließung der Kitas, so aktuell von der Bundesregierung verkündet, halte sie für „angemessen“: „Zwei weitere Wochen bringen uns bei der Bekämpfung der Pandemie weiter.“

Schmerzlich empfindet sie allerdings die Absage des Sommerausflugs. Ebenso die große Wahrscheinlichkeit, dass das Sommerfest ausfällt. Oder die gemeinsame Übernachtung der Vorschulkinder. „Sie verpassen so viel“, sagt sie über die kleinen Grundschüler in spe. Vielleicht könne man den Abschied in veränderter Form gestalten, das hoffe sie.

Traum: Willkommensparty nach Corona - "da lassen wir die Sau raus"

Hamstereinkäufe, Aggressivität – das seien die Negativdinge, die mit Corona einhergingen. Eine neue Solidarität und Unterstützung die positiven. „Ich würde mir wünschen, dass das bleibt“, sagt Kreffter über diese „guten Dinge“. Corona empfindet sie vor allem als „einen Charaktertest“, wie sie bekennt.

Ihr Traum: eine große Willkommensparty nach Corona. Mit Grill und Kinderliedermacher. „Dann“, kündigt die Leiterin der „Kleinen Strolche“ lachend an, „lassen wir die Sau raus.“ Und das dürfe der Bergische Volksbote auch genau so schreiben.

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