Fachkräftemangel macht Politikern Sorgen

Das Landesjugendamt hörte sich um und stellte fest: Den Kitas fehlt Personal. Und das attestiert die Behörde auch Einrichtungen in Burscheid. Immer mehr Kitas kürzen deshalb Betreuungszeiten. Archivfoto: Roland Keusch
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Das Landesjugendamt hörte sich um und stellte fest: Den Kitas fehlt Personal. Und das attestiert die Behörde auch Einrichtungen in Burscheid. Immer mehr Kitas kürzen deshalb Betreuungszeiten. Archivfoto: Roland Keusch

Kitas, aber auch dem Jugendamt selbst, fehlt Personal

Von Anja Wollschlaeger

Täglich melden Kitas beim LVR-Landesjugendamt, dass sie ihre Betreuungszeiten kürzen, weil sie zu wenig Personal haben. Das geht aus einer Antwort des Kreisjugendamtes auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Kreis hervor. Die Freidemokraten wollten wissen, wie groß der Fachkräftemangel im Kreis ist. Das Landesjugendamt sammelte dazu Stellungnahmen und kommt zu dem Schluss, der Fachkräftemangel werde „immer deutlicher spürbar“ und „auch in den Einrichtungen in Burscheid, Kürten und Odenthal kommt es vermehrt zu Situationen, in denen die Aufsichtspflicht nicht erfüllt werden kann und ein Notbetrieb beim LVR angezeigt werden muss.“

„Das ist für die Eltern eine Katastrophe.“

Erika Gewehr, Ausschussvorsitzende (CDU)

In der Sitzung des Jugendhilfeausschussses ging es unter anderem auch um diese Vorlage. Die Ausschussvorsitzende Erika Gewehr (CDU) nahm dazu Stellung und ordnete die Folgen für die Familien ein: „Das ist für die Eltern eine Katastrophe.“ Elternvertreterin Esterina Bernhardt aus Burscheid ergänzte: „Der Blick auf das Fehlen der Fachkräfte reicht aus Elternsicht nicht aus. Kitas reduzieren ihre Öffnungszeiten, anstatt sie zu flexibilisieren.“ Sie appellierte aus Elternsicht an den Ausschuss, dem auch viele Verbandsvertreter angehören, man solle sich gemeinsam auf den Weg machen, um dem Problem zu begegnen.

Doch nicht nur in Sachen Kinderbetreuung müssen Eltern derzeit warten. Nach der Geburt eines Kindes fehlen jungen Familien derzeit über mehrere Monate die Einkünfte – das Elterngeld lässt auf sich warten. Das bestätigte Dezernent Markus Fischer. Das Problem sei bekannt und habe unterschiedliche Ursachen. So müssten Eltern teilweise sechs bis acht Wochen auf die Geburtsurkunden bei den Standesämtern warten. Doch auch im Jugendamt fehlen Kräfte. Fischer sagt: „Wir mussten gerade die Stelle einer Sachgebietsleitung insgesamt viermal ausschreiben und sind jetzt froh, dass wir die Stelle besetzen konnten.“

Der stellvertretenden Ausschussvorsitze, Hinrich Schipper (SPD) wünschte sich Geschlossenheit: „Wir sollten uns gemeinsam auf den Weg machen.“

In der Sitzung wurde ohne Aussprache die Finanzierung der Kita-Plätze im kommenden Kindergartenjahr ab August beschlossen. Demnach werden in Burscheid 763 Kinder in 39 Kita-Gruppen betreut. Die größte Kita in Burscheid ist die Caritas-Kindertagesstätte „Sonnenblume“ in Hilgen mit insgesamt 109 Plätzen. Die kleinste Einrichtung ist der Waldkindergarten der Arbeiterwohlfahrt, den 15 Kinder besuchen. Die DRK-Vorläufergruppe, die einmal die im Bau befindliche Kita Sträßchen beziehen soll, besteht derzeit aus 20 Kindern. Insgesamt 20 Tageseltern betreuen in Burscheid im kommenden Kita-Jahr 81 Kinder.

Weiterhin hat der Beirat beschlossen, dass die Kita Rasselbande weiterhin 3,7 Plätze, die für Kinder unter drei Jahre geplant sind, mit älteren Kindern belegen darf. Die Kita begegnet damit den vielen zugezogenen Familien in Burscheid.

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