Exerzitien laden zum Innehalten und zur Ruhe ein

In der evangelischen Kirche ist Entschleunigung angesagt. Foto: Nadja Lehmann
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In der evangelischen Kirche ist Entschleunigung angesagt.

Angebot in der Evangelischen Kirchengemeinde mit Pfarrerin Katrin Friedel

Von Nadja Lehmann

„Stade Zeit“ sagen die Menschen im Süddeutschen und im Alpenraum zu den winterlichen Tagen im Advent: Eine stille Zeit, eine entschleunigte Zeit – so ist die Bedeutung. Von Stille hält auch Katrin Friedel viel. Ganz bewusst will die Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Burscheid sie auch in diesem Jahr wieder suchen und vermitteln. Und deshalb bietet sie an drei Abenden Exerzitien an – am 2., 9. und 16. Dezember. Drei besondere Donnerstage in der Burscheider Kirche.

„Es sind stille Abende, und ich finde, sie passen gut in den Advent“, sagt Katrin Friedel. Es ginge darum, zur Ruhe zu kommen, sich auf die Weihnachtszeit vorzubereiten: „Es wird in der Tat wenig gesprochen“, betont sie. Fünf bis zehn Minuten tausche man sich aus, dann werde geschwiegen: „Ich leite das auch an“, beschreibt Friedel. Zudem gebe es mit einem biblischen Text einen kleinen Impuls: „Wir überlegen, wo es für uns in dieser Zeit einen Lichtfunken gibt“, sagt Friedel.

Vorbedingungen für die Teilnahme gibt es nicht. „Wer mit Stille nicht gut umgehen kann, für den ist es aber wohl nicht das richtige Angebot“, sagt die Pfarrerin. Eine Sehnsucht nach Ruhe solle schon da sein. „Und eine Neugierde auf ein stilles Gebet, auf ein Lauschen, auf eine Annäherung an Gott.“

Im Advent 2019 („Ein Mal ohne Corona!“) hatte sie die Exerzitien das erste Mal angeboten. „Dann gab es Termine im Sommer, und im Advent 2020 mussten wir dann ja alles absagen“, erinnert sie sich. Für die Exerzitien hat sie eine Weiterbildung absolviert. „Ich komme also mit eigenen Erfahrung und eigener Auseinandersetzung zum Thema.“

Corona lässt (nicht nur) die Evangelische Kirchengemeinde auch im zweiten Jahr nicht los. „3G ist Bedingung“, sagt Friedel über die Exerzitien-Abende. Saß man früher gemütlich im Kreis, sind nun größere Sitzabstände gefordert: „Wir werden uns über die gesamte Kirche verteilen.“

Scheunengottesdienst: Raum ist zu klein

Das Abstandsgebot hat außerdem zu der Entscheidung beigetragen, den Scheunengottesdienst in Dierath am 4. Dezember abzusagen bzw. in anderer Form stattfinden zu lassen. „Der Raum ist einfach zu klein. Das passt derzeit nicht“, urteilt Katrin Friedel. Stattdessen überlegt sie, einen kleinen Wegegottesdienst anzubieten, bei dem man sich am 4. Dezember auf einen Fußweg mit ein paar vorweihnachtlichen Stationen begibt. „Das bieten wir an, wenn Interesse besteht“, erklärt Friedel. Anmeldungen dazu sind per E-Mail möglich.

Noch habe sich das Presbyterium nicht mit den nun wieder in die Höhe schießenden Inzidenzen in voller Tiefe beschäftigt, sagt die Pfarrerin. Für sich persönlich bekennt sie, sich nicht ganz so geschockt zu fühlen wie im vergangenen Jahr: „Es ist schrecklich, dass die Intensivstationen so voll sind. Aber man hört doch eher, dass es nicht die Geimpften sind, bei denen es so schwere Verläufe gibt. Die Schwachen sind nicht so ausgeliefert wie vergangenes Jahr. Das ist jedenfalls mein persönlicher Eindruck.“ Gleichwohl macht sich auch Katrin Friedel Gedanken. Wie wird es Weihnachten? Wird es Gottesdienste geben können? „Im Moment gehen wir davon aus. Aber es wird wohl mit einer Anmeldung einhergehen, damit wir das Ganze steuern können.“

Die Exerzitien-Abende sind für den 2., 9. und 16. Dezember geplant und finden von 19.30 bis 21 Uhr in der Kirche an der Hauptstraße statt. „Wollsocken und Strickjacke sind von Vorteil“, empfiehlt Friedel. Die Kirche sei geheizt, aber das bedeute, sie sei höchstens 19 bis 20 Grad warm. Es gilt 3G mit dem entsprechenden Nachweis, die Maske gehört ebenfalls ins Gepäck.

Infos und Anmeldung: Tel. (0 21 74) 74 92 56 oder:

katrin.friedel@ kirche-burscheid.de

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