Evangelische Gemeinde verzichtet auf Präsenzgottesdienste

Die Entscheidung sei allen Beteiligten sehr schwergefallen, sagt Pfarrerin Annerose Frickenschmidt.Archivfoto: Ekkehard Rüger
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Die Entscheidung sei allen Beteiligten sehr schwergefallen, sagt Pfarrerin Annerose Frickenschmidt.Archivfoto: Ekkehard Rüger

Die Entscheidung sei sehr schwer gewesen, sagt Pfarrerin Annerose Frickenschmidt – Kirchen sollen aber erleuchtet und geöffnet sein

Von Nadja Lehmann

Matthias Pausch hatte per E-Mail in der vergangenen Woche schon ein erstes Zeichen gesandt, dass in der Evangelischen Kirchengemeinde alles nochmals auf Anfang steht: Präsenzgottesdienst zum 4. Advent – ja oder nein?, Präsenzgottesdienst zu Weihnachten – ja oder nein? Das Presbyterium werde darüber sprechen, hatte der Pfarrer angekündigt. Nun sind die Würfel gefallen.

„Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Burscheid hat sich entschieden, ab sofort und in der ganzen Zeit des harten Lockdowns auf Präsenzgottesdienste zu verzichten“, teilt nun Pauschs Kollegin Annerose Frickenschmidt mit. Das betreffe auch alle Gottesdienste und Veranstaltungen am Heiligen Abend und an den Weihnachtstagen. „Der Beschluss ist dem Presbyterium sehr schwergefallen, ganz besonders, was die Gottesdienste an den Feiertagen betrifft“, sagt Frickenschmidt. „Dem gingen viele Gespräche, durchwachte Nächte und ein langes Ringen um eine Entscheidung voraus, die die Gemeindeleitung gemeinsam tragen kann, auch wenn die Positionen unterschiedlich sind und bleiben.“ Annerose Frickenschmidt blickt zurück: Viel sei schon seit Wochen und Monaten vorbereitet, Plätze markiert, ein ausgeklügeltes Anmeldesystem installiert gewesen, viele verschiedene kleine Gottesdienstformate waren entwickelt. Menschen aus der Gemeinde hatten sich ihre eigenen Gedanken gemacht und sich gezielt zu einem der Gottesdienste angemeldet. „Diese Menschen müssen wir jetzt enttäuschen, und auch mit unserer eigenen Trauer um all die schönen Gottesdienste umgehen. Das macht uns zu schaffen“, bekennt die Pfarrerin. „Wir wollen versuchen soweit wie möglich, diese Trauer zu lindern.“

Kirchen stehen Einzelnen offen, unter Einhaltung der Regeln

Deshalb ist sich das Presbyterium einig, dass die Kirchen weder an Weihnachten noch während der eigentlich geplanten Gottesdienste an den Sonntagen dunkel und geschlossen sind. Sie sollen zu den angegebenen Zeiten erleuchtet sein und stehen einzelnen Menschen, die einen Moment in der Kirche sitzen, Orgel hören oder einfach den Weihnachtsbaum angucken wollen, offen. „Wir sind dann da und ansprechbar - das ist uns wichtig“, sagt Frickenschmidt. Auch bei denen, die nur für einen Moment in die Kirche kommen, hält die Gemeinde ihr Sicherheitskonzept ein und bittet um das Tragen einer Mund-Nase-Maske. Außerdem werden die Kontaktdaten aufgenommen. Auf der Homepage der Evangelischen Gemeinde sind Predigtgottesdienste und Krippenspielgottesdienste zu Heiligabend zu sehen, die als Video aufgenommen worden sind.

Die Predigten sind auch in gedruckter Form auf der Homepage zu finden. „Ein Tipp für diejenigen, die kein Internet haben, aber gern eine unserer Weihnachtspredigten lesen oder hören wollen: Vielleicht haben Sie Angehörige oder Bekannte, die Ihnen gern eine Predigt ausdrucken oder am Telefon vorlesen“, sagt Frickenschmidt.

Die Öffnungszeiten der Kirchen zu Heiligabend: Burscheid 14.30 bis 23.30 Uhr; Hilgen 11 bis 19 Uhr. 1. Weihnachtsfeiertag: Burscheid 10 bis 12.30 Uhr; Hilgen 10 bis 12.30 Uhr. 2. Weihnachtsfeiertag: Burscheid 16 bis 18.30 Uhr.

www.kirche-burscheid.de

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