Aktion

Er erweckt Plüschelefanten und Loks zum Leben

Der Burscheider Wilfried Losse sammelt Spielzeuge und hat sich damit sein eigenes Spielzeugmuseum gebaut. Foto: Doro Siewert
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Der Burscheider Wilfried Losse sammelt Spielzeuge und hat sich damit sein eigenes Spielzeugmuseum gebaut.

Der Burscheider Wilfried Losse führt sein eigenes Spielzeugmuseum „Kinderglück“.

Von Ursula Hellmann

Der Plüschelefant hebt den Rüssel und macht Töröö – der niedliche Hund neben ihm bettelt um Leckerlis. Lebendig werden die Tiere dann, wenn Wilfried Losse ihre Batterie einschaltet. Und dies lässt noch unzählige kleine und große Figuren drehen, wenden und Töne erzeugen. Die obere Etage des Hauses wurde vor nicht allzu langer Zeit zum Spielzeug-Museum „Kinderglück“.

„Vieles stammt aus Entdeckungen auf Trödelmärkten.“
Wilfried Losse

Die Räume mit all ihren Winkeln und Kammern eigneten sich ideal für dieses Projekt eines Sammlers mit wachen Augen, Handwerkergeschick und großem Interesse an der Historie aller Art von Kinderspielzeugen. Bereits auf den Stufen ins bunte Gewimmel werden Besucher von pelzigen Unikaten aus dem Tierreich begrüßt.

In der ehemaligen Küche tagt die Generalversammlung der Puppen unter Leitung von „Tante Meier“. Sie ist mit etwa 1,20 Meter die Größte in der nostalgischen Runde. Hausfrau Gisela Losse rettete sie einst aus einer Sperrmüllkiste am Straßenrand und machte sie salonfähig.

Im Nebenraum bekommen Fans von Blechspielzeug jeder Art und Funktion große Augen. Kenner entdecken darunter Originale der Marke Lehmann aus den 30er Jahren. Eine Tür weiter ragt der Eiffelturm aus Stabilbaukasten-Teilen hoch auf. Über ihm sind historische Flugzeuge beim Landeanflug - müssen aber dem imposanten Großmodell des Raddampfers „Mississippi“ den besten Platz überlassen.

Angefangen hat die Spielzeugleidenschaft bei Wilfried Losse bereits in früher Jugend. Seine Oma schenkte ihm den ersten Metallbaukasten. Das ließ den Konstrukteur in ihrem Enkel erwachen. Bis in die 50er Jahre kam ein Bausatz zum andern, dann hatten Beruf und Familie erst einmal Vorrang. Nach seiner Pensionierung holte Losse seine Schätze wieder hervor. Was er selbst seit seiner Kinderzeit sorgfältig verwahrt hatte, bildete den Grundstock. So konnte er sein – bis jetzt noch privates – Spielzeugmuseum im ersten Stock des Hauses verwirklichen. Zu den Metallfiguren und -konstruktionen kamen bald auch Holzspielzeuge. Ob kunstvoll verarbeitet oder einfache Artikel für Kinder – sie füllen ebenfalls mehrere Regalbretter. Auch lustige Dinge aus Plastik gehören als Zeitzeugen vergangener Jahrzehnte dazu.

„Wenn wir verreisen, bringe ich jedes Mal besondere, landestypische Figürchen mit oder komme mit Ideen fürs eigene Gestalten zurück. Vieles stammt aus überraschenden Entdeckungen auf Trödelmärkten. Alle in unserer Verwandtschaft brauchten nie zu überlegen: Was wünscht sich Wilfried zum Fest? Da kam einiges zusammen. Was aus den intensiven Spieljahren meiner Kinder zurückgeblieben ist, findet sich ebenfalls hier im ,Kinderglück‘ wieder“, sagt Losse zur Herkunft seiner Spielzeuge.

Die jüngste Enkelin hat sich vom großelterlichen Sammelhobby bereits anstecken lassen.

Ein Prunkstück im Museum dreht im nächsten Zimmer seine Runden: eine zwei mal vier Meter große Eisenbahnanlage, angetrieben von neuester Digitaltechnik mit Fernbedienung. Nicht weit davon entfernt tuckert eine andere Lok hin und her auf dem kurzen Gleis. Die Breitspurlinie fährt gemütlich vom Lummerland zum großen Abenteuergebirge und wieder zurück. Am Rand steht die gute Frau Waas und winkt Jim Knopf und Lukas zu.

Neben den handfesten Spielzeugen faszinieren die Museumsgründer auch die literarischen Vorlagen mancher Figuren. So werden die Ausstellungsstücke dekorativ ergänzt durch Erstlingsausgaben von weltbekannten Kinder- und Fachbüchern über die Geschichte der Spielzeugentwicklung, auch international.

Von den Wänden der Schauräume leuchten die selbstgemalten Bilder der Kinder, im Puppenzimmer ist ein Kinderporträt von Gisela Losse der Mittelpunkt - gemalt von ihrer eigenen Oma.

Wilfried Losse ist zur Zeit sehr beschäftigt, seine Unterlagen zusammenzustellen für ein Buch mit der Intension: „Die Faszination des Spielzeugs in den verschiedenen Zeiten“.

Besuch

Ein Besuch im Spielzeugmuseum von Wilfried und Gisela Losse „Kinderglück“ ist nach strikter Einhaltung momentan geltender Corona-Regeln für eine Kleinfamilie möglich. Dafür müssen Interessierte vorab ein Termin vereinbaren unter der Telefonnummer Tel. (0 21 74) 46 10.

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