Erste Hilfe in Corona-Zeiten: So funktioniert’s

Saskia Koll (links) und Nadia Bousenane-Sciascia demonstrieren, wie Erste Hilfe vermittelt wird. Eine Puppe kommt bei den Johannitern für Herzmassagen und Beatmung zum Einsatz. Foto: Michael Schütz
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Saskia Koll (links) und Nadia Bousenane-Sciascia demonstrieren, wie Erste Hilfe vermittelt wird. Eine Puppe kommt bei den Johannitern für Herzmassagen und Beatmung zum Einsatz. Foto: Michael Schütz

Auf die Mund-zu-Mund-Beatmung kann verzichtet werden, nicht auf die Herzmassage

Von Philipp Müller

Schnell kann es passieren: Ein ausgebildeter Rettungssanitäter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) musste in seiner Freizeit in einem Einkaufszentrum Erste Hilfe leisten. Herzstillstand. Er beatmete, er führte eine Herzdruckmassage durch. Alles wie selbstverständlich. Doch was ist jetzt mit Corona und der Ansteckungsgefahr? Die beiden Hilfsorganisationen Johanniter und DRK sagen: Hilfe geht immer vor, wenn man Menschenleben retten kann. Aber es gelte auch: Die Mund-zu-Mund-Beatmung müsse nicht sein, aber auf jeden Fall die Herzdruckmassage.

„Grundsätzlich sollte jeder Mensch immer Erste Hilfe leisten.“

Michael Neumann, Ausbildungsleiter der bergischen Johanniter

„Grundsätzlich sollte jeder Mensch immer Erste Hilfe leisten“, sagt Michael Neumann, Ausbildungsleiter der bergischen Johanniter. Einen Notruf abzusetzen, sei das Minimum im Notfall, ergänzt Saskia Koll, Sprecherin der Johanniter, die beispielsweise an der Dönhoffstraße in Solingen einen Standort unterhalten – und in Burscheid die Kita Hilgen sowie das Familienzentrum Schützeneich. Die Organisation betont: Das gelte genauso während der Corona-Pandemie. Der Ersthelfer solle dabei jedoch immer auf seinen Eigenschutz achten und sich selbst nicht in Gefahr begeben.

Ist der Verletzte an Corona erkrankt oder der Ersthelfer ist sich unsicher, kann aktuell auf die Beatmung verzichtet werden. Neumann erklärt, was zu tun ist: „Sie setzen den Notruf ab und führen anschließend ununterbrochen die Herzdruckmassage durch.“ Gleichzeitig könne das Gesicht des Betroffenen mit einem Tuch oder einem Kleidungsstück abgedeckt werden, um das Risiko einer Tröpfcheninfektion zu minimieren. Da jedoch 60 Prozent der Notfälle im Familienkreis anfallen, solle dann auch die Atemspende gegeben werden, raten die Johanniter.

Das Vorgehen bestätigt auch Dr. Thorsten Böth, der Geschäftsführer des Kreisverbands des DRK. Wenn es möglich sei, solle man eine weitere Person anhalten, den wichtigen Notruf zu tätigen, um keine Zeit zu verlieren.

Nachfrage nach Schulungen ist weiterhin ungebrochen hoch

Doch Erste Hilfe will auch erlernt werden. Das gilt auch in Corona-Zeiten. „Die Nachfrage ist fast gleich geblieben. Viele Teilnehmer brauchen die Kurse weiterhin für den Erwerb des Führerscheins oder für die betriebliche Erste Hilfe.“, berichtet Dr. Böth. Dazu habe das DRK ein eigenes Hygiene-Konzept erarbeitet.

„Die Kurse werden nach den gültigen Hygieneregeln durchgeführt.“

Saskia Koll, Johanniter

So machen es auch die Johanniter für die Kurse. „Die Kurse werden nach einem den gültigen Hygiene- und Abstandsregelungen angepassten Konzept durchgeführt“, erklärt Saskia Koll für die Johanniter. Dazu gehörten unter anderem kleinere Gruppen, eine Einweisung in Hygienemaßnahmen zu Beginn des Kurses sowie eine Maskenpflicht abseits des zugewiesenen Sitzplatzes.

Beim DRK wird auf Gruppenarbeit verzichtet und maximal zwölf Kursteilnehmer individuell angelernt. Wo nötig, gilt die Maskenpflicht.

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