Stephanus-Gemeindezentrum

Erlebnisplatz soll das Quartier bereichern

Hinter dem Gemeindehaus soll eine barrierefreie Fläche für Kinder, Erwachsene und Menschen mit Behinderung entstehen. Foto: Archiv
+
Hinter dem Gemeindehaus soll eine barrierefreie Fläche für Kinder, Erwachsene und Menschen mit Behinderung entstehen. (Archivfoto)

Evangelische Gemeinde Hilgen-Neuenhaus will Außengelände aufwerten.

Von Theresa Demski

Burscheid. Sie spielten Volleyball und trafen sich zum Yoga, schlugen die Picknickdecke auf und freuten sich über Schaukel und Klettergerüst: Im vergangenen Sommer kamen so viele Menschen wie noch nie auf das Außengelände des Stephanus-Gemeindezentrums in Neuenhaus. Als die Pandemie in den Sommermonaten abflachte, da trafen sich Sportgruppen und Familien, Senioren und Musiker auf dem großen Gelände hinter dem Gemeindezentrum. Sie wussten diesen besonderen Ort zu schätzen, der gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ein unkompliziertes Treffen unter freiem Himmel ermöglichte.

„Und genau so haben wir uns das immer gewünscht“, sagt Dorothea Hoffrogge, Vorsitzende des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus. Statt einen Zaun um das naturnahe Gelände hinter dem Gemeindehaus zu ziehen, habe man ein Willkommens-Schild aufgestellt: Betreten des Grundstücks und Spielen ausdrücklich erwünscht.

„So verstehen wir uns: Wir wollen auf die Menschen zugehen und anbieten, was wir haben“, erklärt die Presbyterin. Auch deswegen entstanden im vergangenen Jahr die Pläne für eine große Bühne auf der Freifläche samt Sanitäranlagen - wegen des hohen finanziellen Aufwandes wurde das Projekt schließlich zurück in die Schublade gelegt.

So verstehen wir uns: Wir wollen auf die Menschen zugehen und anbieten, was wir haben.

Dorothea Hoffrogge, Presbyteriumsvorsitzende

Nun geht die Gemeinde eine andere - kostengünstigere - Idee an. Der Spielplatz auf dem Gelände soll deutlich erweitert werden. „Wir legen den Fokus dabei auf Bewegung für Kinder, Erwachsene und Menschen mit Behinderung und auf die Natur“, erklärt Presbyter Klaus-Dieter Rath. Auf dem Spielplatz sollen künftig nicht mehr nur Kinder eine Möglichkeit zur Bewegung finden, sondern eben auch Erwachsene und Menschen mit Behinderung.

„Wir prüfen gerade, welche Geräte sich dafür besonders gut eignen“, erklärt Dorothea Hoffrogge. Eine Ehrenamtliche aus der Gemeinde sei Fachfrau für die Planung von Spielplätzen: Sie bringe sich dankenswerter Weise ein. Die Gemeinde denkt zum Beispiel über Schaukeln nach, die Platz für Kinder und Erwachsene geben. „Wir würden uns freuen, wenn ein Gelände entsteht, auf dem Menschen verschiedener Generationen und Fähigkeiten wirklich miteinander agieren können“, sagt Hoffrogge. Deswegen soll die neue Erlebnisfläche auch barrierefrei gestaltet werden.

Der zweite Themen-Schwerpunkt wird der Natur gewidmet: Auf dem Außengelände sollen alte bergische Apfelsorten gepflanzt werden, ein Hochbeet soll entstehen, an dem Menschen mit und ohne Behinderung pflanzen und ernten könnten. „Wir stellen uns vor, dass daraus Projekte entstehen, in deren Rahmen wir miteinander ernten, kochen und genießen“, sagt Rath. Mit befreundeten Vereinen wie dem benachbarten TuS oder einem Familienzentrum in Hilgen besteht inzwischen eine gute Zusammenarbeit.

„Und auch Ideen aus dem Quartier sind natürlich willkommen“, sagt Dorothea Hoffrogge, „schließlich soll die Außenfläche auch dem Quartier zugutekommen.“ Rund 35 000 Euro wird die Neugestaltung der Fläche kosten - die Gemeinde Hilgen-Neuenhaus hat dafür Gelder aus dem europäischen Förderprogramm „Leader“ beantragt.

Ein Fim soll das Projekt einer Jury vorstellen

Aktuell dreht das Presbyterium einen kleinen Film, um das Projekt noch mal der Jury vorzustellen. Mit einer Drohne wurden bereits Aufnahmen aus der Luft gemacht, unter Corona-Bedingungen hat das Presbyterium bewegte Bilder auf der Außenfläche gesammelt und seine Vision vorgestellt.

Auch die Kämpgen-Stiftung hat der Gemeinde Unterstützung in Aussicht gestellt - sie fördert Projekte, die Menschen mit Behinderung zugutekommen. „Wir gehen davon aus, dass auf die Gemeinde am Ende Kosten von rund 2000 bis 3000 Euro zukommen“, sagt die Vorsitzende des Presbyteriums.

Sollte die Evangelische Kirchengemeinde den Zuschlag für die Fördergelder bekommen, könnte im nächsten Jahr gebaut werden. Im Frühling 2022 könnten Kinder und Erwachsene, Menschen mit und ohne Behinderung dann bereits ganz neue Entdeckungen auf dem Außengelände hinter dem Stephanus-Gemeindezentrum machen.

Hintergrund

Einnahmen: Durch Kurzarbeit und Jobverlust sind die Steuereinnahmen im vergangenen Jahr deutlich gesunken - das bekommen auch die Kirchen zu spüren. Dazu kommen Kirchenaustritte. Die Gemeinde Hilgen-Neuenhaus erwartet 20 Prozent weniger Kirchensteuereinnahmen als im Vorjahr - das sind rund 35 000 Euro.

Spenden: Die Gemeinde Hilgen-Neuenhaus lebt auch von der Spendenbereitschaft der Gemeindeglieder: Insgesamt seien im vergangenen Jahr 46 844 Euro für die Gemeinde gespendet worden, berichtete Finanzkirchmeisterin Susann Berchner auf der vergangenen Gemeindeversammlung.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Gut Landscheid: Restaurant ist zu
Gut Landscheid: Restaurant ist zu
Gut Landscheid: Restaurant ist zu
Die Gewinner der Foto-Challenge stehen fest
Die Gewinner der Foto-Challenge stehen fest
Die Gewinner der Foto-Challenge stehen fest
Nabu hilft wieder den Kröten über die Kreisstraße 2
Nabu hilft wieder den Kröten über die Kreisstraße 2
Nabu hilft wieder den Kröten über die Kreisstraße 2
BTG startet Volleyball-Kurs
BTG startet Volleyball-Kurs
BTG startet Volleyball-Kurs

Kommentare