Kultur

Ensemble hofft, 2021 wieder spielen zu können

Da liefen sie noch, die Proben fürs Stück „Der Nächste, bitte“. Die Aufführungen sollen nun im März stattfinden. Archivfoto: Doro Siewert
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Da liefen sie noch, die Proben fürs Stück „Der Nächste, bitte“. Die Aufführungen sollen nun im März stattfinden.

Kaltenherberger Heimatfreunde verschieben alle Aufführungen auf den März kommenden Jahres.

Von Claudia Radzwill

Noch Anfang des Jahres hatten sich die Kaltenherberger Heimatfreunde auf 2020 gefreut. Viele Termine standen im Kalender. Dann machte die Corona-Pandemie Kulturszene und Brauchtumsveranstaltungen einen Strich durch die Rechnung – auch die Heimatfreunde mussten alles absagen.

„Im März hätten wir wieder unsere Theatervorstellungen gehabt“, erzählt Helga Coen, die 1. Vorsitzende. Die Veranstaltungen auf Burscheider Platt vom Erwachsenen- und Kinderensemble sind seit Jahren Kult. Dem entsprechend groß war die Vorfreude bei Darstellern und Besuchern. „Kurz vor dem Lockdown hatte die Kindertheatergruppe noch ihre Generalprobe“, blickt Helga Coen zurück. Die Jungen und Mädchen hatten mit Spielleiterin Gabi Winitzki und Karina Franz ein Stück im Stil von Rumpelstilzchen einstudiert.

Die Generalprobe bleibt in diesem Jahr nun das letzte gemeinsame Treffen im Haus der Kunst, dem Treffpunkt der Kaltenherberger Heimatfreunde. Der Lockdown kam und danach die Corona-Schutzmaßnahmen mit vielen Regeln. Die Theateraufführungen wurden verschoben. Erst auf Ende Oktober, jetzt auf den März 2021. „Wir hoffen, Anfang des Jahres wieder in die Proben einsteigen zu können“, sagt Helga Coen. Ein Lichtblick: Die Besucher bleiben ihnen treu. „95 Prozent der Karteninhaber haben diese behalten. Die Karten behalten natürlich ihre Gültigkeit, bis wir wieder spielen können.“

Absagen mussten die Kaltenherberger Heimatfreunde auch ihr Pfingst-Eiersingen. Erstmals ging es nicht mit dem Bollerwagen durch die Straßen. Das Eiersammeln fiel aus wie auch das Verteilen der Schnäpschen, erzählt Helga Coen. Am 1. Advent sind die Kaltenherberger Heimatfreunde immer im Evangelischen Altenzentrum zu Gast – zum Adventsbasar. Auch das wird ausfallen.

Der Pandemie zum Opfer fallen ebenfalls die Mundartstammtische - stets beliebte, gut besuchte Abende. Der nächste Termin wäre Mitte November gewesen. Dort wird auf Platt in Erinnerungen geschwelgt. „Wir haben immer ein bestimmtes Thema“, sagt Helga Coen. In der Vergangenheit ging es darum, wie früher gekocht wurde oder wie in früheren Zeiten die Kindheit aussah. Das Programm gestalten Gabi Winitzki und Waltraud Küpper mit.

Waltraud Küpper hatte auch das heitere Mundart-Stück „Der Nächste, bitte“ geschrieben, das eigentlich im März hätte Premiere feiern sollen. Die Mitspieler Constance Meraner und Lutz Körschgen hatten dazu Ideen geliefert. Erstmals wären in diesem Jahr die neuen Kulissen zum Einsatz gekommen – nun sind sie eingelagert.

„Das Theaterspielen fehlt uns allen sehr.“
Helga Coen

Während die corona-bedingte Pause den Kulissen nichts antut, sieht es bei den Kinderkostümen schon anders aus. Die Kindergruppe zählt elf Jungen und Mädchen zwischen vier und 16 Jahren: Einige Kostüme werden nach einem Jahr nicht mehr passen. „Da werden wir umnähen müssen“, sagt Helga Coen. Theoretisch wäre eine Theateraufführung möglich – unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen. Es wäre aber nicht das Gleiche, sagt Helga Coen. „Unsere Theaterabende leben von der Interaktion mit dem Publikum. Diese ganz besondere Theateratmosphäre würde fehlen, wenn wir vor weniger Publikum spielen“, erklärt sie. Die Abende seien ein herzliches Miteinander, man kenne sich.

Ein Theaterabend der Heimatfreunde fange schon im Foyer vor der Aufführung an. „Wir beginnen mit einem bergischen Imbiss, mit Gespräch, mit einem Getränk. Das gehört einfach dazu.“ Aufgrund der Corona-Regeln darf Catering aber gar nicht erst stattfinden. Überdies seien Planungen derzeit zu unsicher. „Regeln, die heute gelten, können sich im Laufe einer Woche wieder ändern. Wir warten lieber ab und gehen auf Nummer Sicher.“ Dennoch, so gibt sie zu: „Das Theaterspielen fehlt uns allen sehr.“

Als neue Termine sind vorgesehen: Freitag, 12. März; Samstag, 13. März, und Sonntag, 14. März. Die bisher verkauften Karten behalten ihre Gültigkeit.

Hintergrund

Brauchtum: Die Kaltenherberger Heimatfreunde gibt es seit 82 Jahren. Gegründet wurde der Verein im Arentshain. Im Mittelpunkt der Vereinstätigkeit stehen heute Brauchtum und Theateraufführungen in Burscheider Mundart. Teilweise stehen schon mehrere Generationen einer Familie auf der Bühne.

Online: Auf Treffen wie einst mit körperlicher Präsenz verzichten die Mundartfreunde derzeit ganz. Wichtiges hat der geschäftsführende Vorstand der Heimatfreunde über Online-Netzwerke geklärt.

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