Roger Morelló-Ros

Ensemble freut sich auf spanischen Cellisten

Konzert
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Die Musicalische Academie sucht einen Nachfolger für ihren Dirigenten Wolfgang Georg.
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Die Musicalische Academie von 1812 zu Burscheid verschiebt ihr Konzert von Januar und April und ändert das Programm.

Von Nadja Lehmann

Von Carmen, der feurigen Zigeunerin, die Don José den Kopf verdreht, und von der Sonne Andalusiens wird die Musicalische Academie vorerst nur träumen können. Denn das für Januar angesetzte Konzert wird verschoben. „Die Corona-Pandemie hat unsere musikalischen Pläne kräftig durcheinandergewirbelt“, sagt die 1. Vorsitzende Anke Wischer. Zwar hatte das Ensemble nach dem ersten Lockdown wieder die Arbeit aufgenommen, dabei Masken- und Abstandspflicht gewahrt und auf den gemeinsamen Klang von Streichern und Bläsern verzichten müssen, aber: „Die Probenzeit reicht nicht aus, um in der gewohnten Qualität konzertieren zu können“, sagt Wischer. Dennoch bleibt die 1. Vorsitzende gelassen: „Dieses Orchester ist so alt und hat so viel erlebt“, sagt sie über Deutschlands ältestes Laienorchester. „Das schaffen wir jetzt auch noch.“

Von Bizets Carmen hat sich das Orchester erst einmal verabschiedet. „Uns war relativ schnell klar, dass es nicht klappt“, blickt Wischer zurück. 53 Musiker plus vier Sänger auf der Bühne – das sei bei den vorgegebenen Abstandsregeln ein Ding der Unmöglichkeit. „Aber die Carmen läuft uns nicht weg“, sagt Wischer. „Es wäre auch zu schade. Es ist herrliche Musik.“

Am Pult steht der bewährte Wolfgang Georg

Zum neuen Konzerttermin am 25. April hat die Musicalische Academie nun neue Stücke im Gepäck. Im Haus der Kunst werden sich dann die Bläser zu einer Harmoniemusik zu Mozarts Oper „La clemenza di Tito“ in einem Arrangement seines Zeitgenossen Johann Stump vereinen. Die Streicher spielen eine der berühmtesten und schönsten romantischen Komposition für Streichorchester, die Suite „Aus Holbergs Zeit“ von Edvard Grieg. Glanzvoller Höhepunkt des Konzerts wird ein Konzert für Violoncello und Streichorchester von Carl Philipp Emanuel Bach sein. Als Solisten konnte die Musicalische Academie den jungen spanischen Cellisten Roger Morelló-Ros gewinnen. Am Pult steht der bewährte Dirigent Wolfgang Georg.

„Wir haben die schönsten Stücke herausgesucht“, findet Anke Wischer, die selbst im Ensemble die Bratsche spielt. Und sie freut sich besonders auf den jungen Cellisten. „Er hatte sich im vergangenen Jahr initiativ bei uns beworben.“ Damals aber hatte die Musicalische Academie keine Cellokonzerte für ihre Auftritte vorgesehen gehabt und dies Morelló-Ros auch mitgeteilt. „Als wir unser Programm jetzt umgestellt haben, fiel er uns wieder ein“, sagt Wischer. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten, denn Morelló-Ros teilt das Schicksal aller Profi-Musiker: Keine Proben, keine Auftritte. Der 1993 in Katalonien geborene Cellist musste sogar sein Konzertexamen verschieben, mit dem er sein Studium an der Musikhochschule Köln abschließen wollte. „Wir wollten gern mit ihm arbeiten und haben deshalb das schöne Cellokonzert des Bach-Sohns ausgesucht“, sagt Anke Wischer.

Seit den Herbstferien hat die Musicalische Academie nicht mehr zusammen proben dürfen. Ein Stillstand, mit dem Wischer für noch längere Zeit rechnet: „Es wird lange dauern, bis wir wieder in symphonischer Besetzung spielen werden“, sagt sie. Denn man dürfe nicht vergessen, dass viele Mitglieder altersbedingt der Risikogruppe angehörten.

Anke Wischer vermisst die gemeinsamen Proben, das verschweigt sie nicht. Die Gemeinschaft fehlt, der Schwatz mit dem Nachbarn am Pult. Nichtsdestotrotz: Alle Musiker üben. Nun eben zuhause, jeder für sich. „Der Konzertmeister hat für die 1. und 2. Geigen ein Online-Tutorial erarbeitet, hat Phrasen und Fingersätze erklärt“, erzählt Wischer.

Und gleichzeitig suchen die Musiker einen neuen Dirigenten – per Videochat. Dr. David Boakye-Ansah, der im Herbst 2019 die musikalische Leitung des Orchesters übernommen hatte, steht bereits seit geraumer Weile nicht mehr zur Verfügung. Vorgänger Wolfgang Georg wurde so auch zu seinem Nachfolger: Er leitet das Orchester beim Auftritt im April und begleitet es durch die Corona-Zeit.

Hintergrund

In Spanien studierte Roger Morelló-Ros bei Carolina Pineda, David Blay und Damian Martínez und zog dann nach Deutschland, um an der Musikhochschule in Köln bei Maria Kliegel einen Master-Abschluss zu machen. Zurzeit steht er kurz vor seinem Konzertexamen, das wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste.

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