Märchenwald Altenberg

Enkel führt märchenhafte Familientradition fort

Marcel Kreber vor dem Hexenhaus von Hänsel und Gretel, einem der ältesten Häuser im Märchenwald. Kreber ist Hausherr im Märchenwald. Foto: Doro Siewert
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Marcel Kreber vor dem Hexenhaus von Hänsel und Gretel, einem der ältesten Häuser im Märchenwald. Kreber ist Hausherr im Märchenwald.

Marcel Kreber ist mit 26 Jahren Geschäftsführer des Märchenwaldes Altenberg.

Von Stephanie Licciardi

Auf die Frage, welches denn wohl sein Lieblingsmärchen sei, lacht Marcel Kreber. „Die Geschichte vom Gestiefelten Kater fand ich als Kind schon cool“, erzählt er. „Der Kater, der eigentlich ein Kätzchen ist, macht sich auf Abenteuerreisen. Er nimmt es mit dem bösen Zauberer auf, fast wie bei David gegen Goliath. Das hat was.“

Auf Abenteuer steht auch der 26-Jährige. Und einem Abenteuer kommt seine Tätigkeit, die Marcel Kreber seit fast zwei Jahren ausübt, auch fast gleich. Mit Mitte 20 übernahm er als Geschäftsführer den Märchenwald Altenberg, der seit 1965 im Kreberschen Familienbesitz ist. „Meine Großeltern haben den Märchenwald in den 1960er Jahren von dem Gründer Wilhelm Schmidt übernommen. Davor haben sie bereits lange Jahre hier gearbeitet.“

Später übernahm Krebers Mutter dann die Verantwortung über die rund 30 Festangestellten und Aushilfen. Den Märchenpfad und das dazugehörige Gelände kennt der junge Mann daher seit seiner Kindheit wie die eigene Westentasche. Denn er ist nicht nur, wie viele der Tausenden von Besuchern mit Grimms Märchen aufgewachsen, sondern auch mit Verantwortungsbewusstsein. Bereits während seines Studiums des Finanzwesens arbeitete Kreber in den Semesterferien mit, ging dem Team zur Hand und befasste sich mit der Geschichte des Märchenwaldes. „Dieser wurde 1931 gegründet“, berichtet er. „Auf unserem Dachboden liegen noch unzählige Fotos und Alben, die das Gelände in den frühen Jahren zeigen.“

So hat der Geschäftsführer herausgefunden, dass die in Freigehegen lebenden Tiere schon immer ein fester Bestandteil in Altenberg waren: „Ganz früher gab es sogar ein Bären- und ein Wildgehege.“ Die Tiere stellen einen Bezug zu den Märchen dar, etwa die Zicklein aus „Die Sieben Geißlein“. Einige Ziegen leben noch heute in und auf dem Gelände entlang des Märchenpfades. Auch sie vermissen die kleinen und großen Besucher.

„Wir hoffen, dass wir im Sommer öffnen können.“

Marcel Kreber, Chef im Märchenwald

Die Corona-Pandemie zwang die Familie Kreber, die Pforten des sonst ganzjährig geöffneten Parks zu schließen. „Seit November 2020 haben wir nun geschlossen“, sagt Kreber. Die Zeit nutzt das Team, um Forstarbeiten durchzuführen, Ausbesserungen vorzunehmen und alles für die Eröffnung herzurichten. „Wir hoffen darauf, dass wir ab Sommer wieder weitermachen können.“

Die Zeit schleicht nicht nur für Hänsel und Gretel oder den Froschkönig dahin, auch das Märchenwald-Team sehnt sich nach einem lebendigen Märchenpfad. „Die Wintermonate sind ja traditionell eher ruhig“, weiß Geschäftsführer Kreber. „Aber diese Stille war anfangs schon sehr gewöhnungsbedürftig, denn eigentlich ist hier immer etwas los.“

Der Märchenwald unweit des Altenberger Domes ist seit Generationen ein fester Bestandteil für Märchenliebhaber jeden Alters. Das Knusperhäuschen stammt noch aus den Gründerjahren. „Es wurde natürlich mit den Jahren restaurierungsbedürftig“, so Kreber, „Aber uns ist daran gelegen, den nostalgischen Charme, den unsere Märchenhäuser charakterisieren, zu erhalten.“ Der 26-Jährige beobachte immer wieder, dass Besucher jeden Alters ins Schwärmen geraten. Schwärmen, das machen auch Brautpaare, die eine Freilufttrauung unweit des Pavillons des Froschkönigs buchen können. „Dieses Konzept bieten wir seit 2019 an.“ Ein Paar habe sich so-gar im Märchenwald kennengelernt und als Krönung ihrer Liebe den Bund der Ehe gleich am Ort der ersten Begegnung geschlossen.

„Die schöne Kulisse und die Möglichkeit, die Trauung draußen stattfinden zu lassen, kommen wirklich gut an, gera-de in Corona-Zeiten.“ Ein wenig traurig ist der Inhaber in dritter Generation, dass eine Feier zum 90-jährigen Bestehen in diesem Jahr entfällt. „Das werden wir auf jeden Fall mit einem Programm 2022 nachholen“, verspricht er.

Märchenwald

Seit 1931 gibt es den Märchenwald Altenberg unweit des gleichnamigen Doms. Das Gelände ist ganzjährig für kleine und große Besucher geöffnet und lädt zum Bummeln und Träumen entlang des Märchenpfades mit insgesamt 18 Geschichten der Brüder Grimm ein. Ihre Märchen wie Hänsel und Gretel oder Dornröschen sind mehr als 200 Jahre alt und begeistern noch heute Jung und Alt. Weitere Informationen rund um den Märchenwald gibt es auf der Internetseite unter

maerchenwald-altenberg.de

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