„Engel der Kulturen“ inspiriert nun die Polizei

Polizeipräsident Gregor Lange enthüllte den „Engel der Kulturen“ des Künstler-Paares Carmen Dietrich und Gregor Merten (r.). Foto: PP Dortmund
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Polizeipräsident Gregor Lange enthüllte den „Engel der Kulturen“ des Künstler-Paares Carmen Dietrich und Gregor Merten (r.).

Vernissage mit Burscheider Künstlerpaar Carmen Dietrich und Gregor Merten im Präsidium Dortmund

Von Nadja Lehmann

Ein Stück Burscheid steht nun künftig auch in Dortmund. Bei einer Vernissage im Foyer des Polizeipräsidiums enthüllte nämlich Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange nun eine Skulptur und eine interaktive Installation. Beide Kunstwerke befassen sich mit Werten, die auf dem Diensteid der Polizei in Nordrhein-Westfalen aufbauen. Und bei der Skulptur handelt es sich um den bekannten „Engel der Kulturen“ von Carmen Dietrich und Gregor Merten aus Burscheid.

NRW-Innenminister Herbert Reul sagte in einer Videobotschaft: „Die Polizei arbeitet auf der Grundlage des Grundgesetzes und der Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen. Das ist mehr als ein Job – das ist ein Auftrag. Wer bei der Polizei arbeitet, arbeitet im Auftrag des Volkes, arbeitet für Gerechtigkeit gegenüber jedermann und dass die Zustände in der Republik friedlich sind. Wir müssen jeden Tag daran denken: Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Die in Dortmund enthüllten Kunstwerke stellen die für die Arbeit der Polizei unabdingbaren Werte in den Vordergrund, heißt es in der Mitteilung der Dortmunder Polizei. Es gehe dabei um die Treue zur Verfassung, Gerechtigkeit und den Auftrag, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu verteidigen. Polizeipräsident Gregor Lange: „Werte beeinflussen unser Denken und unser Handeln. Werte verändern sich – jedoch nicht unser Diensteid: Wer ihn ablegt, verpflichtet sich für immer dazu, Verantwortung für Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit zu übernehmen.“

Mit dem „Engel der Kulturen“ regen Carmen Dietrich und Gregor Merten aus Burscheid seit 2008 in Deutschland zu einem auf Frieden und Verständigung angelegten Dialog zwischen den abrahamitischen Weltreligionen an. Die Plastik gibt es bereits an zahlreichen Standorten bundesweit. Sie soll ein deutliches Zeichen setzen. „Für Toleranz und Frieden, gegen Auseinandersetzungen der Religionen“: So hat es der Burscheider Künstler Gregor Merten beschrieben. Mit Carmen Dietrich hat er den „Engel der Kulturen“ geschaffen, eine 1,50 Meter hohe, runde Stahlskulptur. Das christliche Kreuz, der jüdische Stern und der islamische Halbmond sind darin so angeordnet, dass sie die Silhouette eines Engels ergeben.

„Für Toleranz und Frieden.“

Gregor Merten

Das friedliche Miteinander der Religionen und Kulturen ist das Anliegen, für das die beiden Künstler mit ihrem Werk werben wollen. Die drei dargestellten Symbole stehen dabei stellvertretend für alle Kulturen und Religionen überhaupt. „Wir wollen niemanden ausgrenzen“: So hatte es Merten beschrieben, als der Engel sich auf den Weg in die damalige Kulturhauptstadt Essen machte.

Das Polizeipräsidium befindet sich nach eigener Aussage seit 2014 in einem engen Dialog mit der jüdischen Gemeinde sowie mit muslimischen und christlichen Gemeinden oder Institutionen in Dortmund und Lünen. Die Plastik verkörpert diesen Dialog und regt zum Nachdenken an.

Das zweite Kunstwerk stammt quasi aus dem eigenen Haus. Kriminalhauptkommissar Michael Nolte von der Polizei in Dortmund hat mit einer überdimensionalen und interaktiven Wandinstallation den seit 1950 gültigen und seitdem unveränderten Diensteid der Polizei in NRW visualisiert. Polizistinnen und Polizisten leisten den Eid zu Beginn ihrer Ausbildung. Michael Nolte möchte den Diensteid mit einem Stilmix aus verschiedenen Kunsttechniken auf 16 Elementen in die Gegenwart holen. Dafür verwendet er unter anderem QR-Codes. Ausgezeichnet wurde der Kriminalhauptkommissar bereits bei einem Kunstwettbewerb des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Mit seinem Porträt der jüdischen Publizistin Hannah Arendt belegte der Kriminalbeamte den ersten Platz.

An der Vernissage in Dortmund nahmen auch der Inspekteur der Polizei NRW, Michael Schemke, und mehrere Gäste aus der Dortmunder Stadtgesellschaft teil: Darunter Vertretende der Religionsgemeinschaften, des Jugendrings, des Multikulturellen Forums, sowie der Sonderbeauftragte der Stadt Dortmund für Demokratie, Vielfalt und Toleranz, Manfred Kossack und Klaus Wascholwski vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Diese Institutionen sind bereits seit mehreren Jahren wichtige Netzwerkpartner der Polizei, wenn es zum Beispiel um Erinnerungsarbeit oder interkulturelle Kompetenz geht.

Hintergrund

Bereits seit vielen Jahren ist der Engel der Kulturen als rollendes Hoffnungssymbol unterwegs. Geschaffen hat ihn das Burscheider Künstlerpaar Carmen Dietrich und Gregor Merten aus Burscheid. Sie wollen damit ein Zeichen des Friedens zwischen Religionen und Kulturen setzen. An vielen Orten im In- und Ausland ist der „Engel“ schon gewesen.

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