Kosten

Energieversorger gibt Umlagen an die Kunden weiter

Die Gaspreise steigen an – für die Beschaffer und ihre Kunden. Umlagen sollen das Funktionieren des Gasmarkts sicherstellen.
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Die Gaspreise steigen an – für die Beschaffer und ihre Kunden. Umlagen sollen das Funktionieren des Gasmarkts sicherstellen.
  • VonNadja Lehmann
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Belkaw GmbH informiert über die Verteilung der Mehrkosten.

Burscheid. Die Belkaw GmbH ist der Energieversorger für die sechs bergischen Städte und Gemeinden Bergisch Gladbach, Burscheid, Kürten, Leichlingen, Lindlar und Odenthal und stellt sich nun auf den Winter ein. Wie Unternehmenssprecher Lutz-Peter Eisenhut mitteilt, will die Belkaw sowohl die neu eingeführte Gasspeicherumlage (0,063 Cent brutto) und die Gasbeschaffungsumlage (2,588 Cent brutto) an ihre Kunden weitergeben.

„Außerdem wurde die bereits bestehende Bilanzierungsumlage deutlich erhöht, auf 0,61 Cent brutto. Für alle drei Umlagen ist der bereits gesenkte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent angegeben“, so der Unternehmenssprecher weiter.

Was verbirgt sich hinter diesen Umlagen, die die Gasanbieter nicht an ihre Kunden weitergeben müssen, es aber größtenteils tun?

Gasbeschaffungsumlage: Durch weniger Gaslieferungen aus Russland müssen Importeure unter hohen Kosten Ersatz beschaffen – sie werden durch eine Umlage dabei unterstützt, die von Oktober an gelten soll. Anderenfalls drohe der Zusammenbruch von Unternehmen, die für das Funktionieren des Gasmarkts und die Versorgungssicherheit wichtig seien, hatte die Bundesregierung gewarnt. Und weiter: „Um die Belastungen für private Haushalte und Unternehmen durch gestiegene Gaspreise abzufedern, wird jedoch die Mehrwertsteuer auf Gas von 19 Prozent auf 7 Prozent gesenkt.“

Gasspeicherumlage: Sie wird zum ersten Mal erhoben und resultiert aus dem Energiewirtschaftsgesetz, in dem Füllstandvorgaben für die deutschen Gasspeicher gemacht werden. Die Gasspeicherbetreiber können nicht auf günstige Einkaufspreise warten und hoffen. Die höheren Kosten soll die Gasspeicherumlage auffangen.

Bilanzierungsumlage:Jetzt wird die Bilanzierungsumlage notwendig, um die gleichmäßige Auslastung des Gasnetzes zu garantieren. Wird mehr Gas verbraucht als geplant, muss der zusätzliche Bedarf kurzfristig am Markt beschafft werden und diese Zusatzeinkäufe sind aktuell sehr teuer.

Zurück zum Energieversorger selbst: Die Belkaw erhebt die Umlagen vom 1. November an bei Privat- und Gewerbekunden in Verträgen ohne feste Laufzeit.

Die Belkaw nennt Beispiele für eine künftige Preisstaffelung. So beträgt in der Grundversorgung der Arbeitspreis vom 1. November an brutto inklusive Umlagen und gesenkter Mehrwertsteuer 19,44 Cent pro Kilowattstunde, (vorher 17,99 Cent inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer). Für die Versorgung einer Wohnung mit einem Jahresbedarf von 10 000 Kilowattstunden Erdgas entstünden in der Grundversorgung vom 1. November an, so die Belkaw in ihrer Mitteilung, monatliche Gesamtkosten inklusive Umlagen und gesenkter Mehrwertsteuer in Höhe von rund 194 Euro. In einer größeren Wohnung oder einem kleinen Eigenheim zahle man bei einem Jahresverbrauch von 15 000 Kilowattstunden rund 284 Euro pro Monat. Personen mit Eigenheim zahlten künftig bei einem Bedarf von 20 000 Kilowattstunden/ Jahr monatlich 374 Euro.

Kunden mit Festpreisbetrag

An Kunden mit einem Festpreisvertrag gibt die Belkaw laut Mitteilung vom 1. November an vertragsgemäß lediglich die beiden neu eingeführten Umlagen weiter. Dies führt zu folgenden monatlichen Mehrkosten jeweils zum aktuell laufenden Vertrag: Bei 10 000 Kilowattstunden Jahresverbrauch betragen sie 22,10 Euro; bei 15 000 Kilowattstunden/Jahr sind es 33,14 Euro, und auf 20 000 Kilowattstunden/Jahr entfallen 44,19 Euro im Monat mehr.

Man werde, sagt Unternehmenssprecher Eisenhut, alle von der Umlagenweitergabe betroffenen Kunden individuell anschreiben und informieren.

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