Wirtschaftslage im RBK

Energiepreise bremsen die Wirtschaft

In den meisten Industriebetrieben herrscht große Sorge vor einer drohenden Gasmangellage.
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In den meisten Industriebetrieben herrscht große Sorge vor einer drohenden Gasmangellage.

Laut Konjunktur-Barometer verschlechtert sich die Geschäftslage von rheinischen Unternehmen.

Die Geschäftslage der Unternehmen im Rheinland ist noch überwiegend positiv, hat sich seit Jahresbeginn jedoch deutlich eingetrübt. Das ist das Fazit des aktuellen Konjunkturbarometers der rheinischen Industrie- und Handelskammern (IHK), zu der auch die IHK Köln, welche für den Rheinisch-Bergischen Kreis zuständig ist.

„Der russische Angriff auf die Ukraine hat spürbare Auswirkungen auf die Wirtschaft im Rheinland“, fasst Michael Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, die jüngsten Ergebnisse des IHK-Konjunkturbarometers Rheinland zusammen. „Durch den massiven Anstieg der Energiepreise, in dessen Folge die Inflation drastisch angestiegen ist, und durch die teilweise immer noch fragilen Lieferketten hat die Konjunktur deutlich an Schwung verloren.“

Anders sieht die Lage im Rheinisch-Bergischen Kreis aus, wie die IHK Köln in ihrem aktuellen Konjunkturbericht mitteilt. „Die Unternehmen im Rheinisch-Bergischen Kreis bewerten ihre Lage deutlich besser als im Frühjahr“, heißt es. Dabei sei zu beachten, dass bei der damaligen Vorumfrage Unternehmen im Kreis im regionalen Vergleich die schlechteste Lage angegeben hatte. Aktuell sei diese immer noch etwas schlechter als in allen anderen Regionen. Ein Viertel der Unternehmen beurteilt die aktuelle Situation als „gut“ (Vorumfrage: 14 Prozent). Eine schlechte Lage geben 26 Prozent (Vorumfrage: 29 Prozent). Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate haben sich nochmals verschlechtert. Nur noch drei Prozent (Im Frühjahr: zehn Prozent) der Unternehmen rechnen mit einer positiveren Entwicklung. 

Aktuell bewerten 30 Prozent der mehr als 2700 Betriebe, die an der Konjunkturumfrage der sieben IHKs im Rheinland teilgenommen haben, ihre Lage als gut. Zum Jahresbeginn waren es noch 38 Prozent. Parallel ist die Zahl der schlechten Beurteilungen um 4 Prozentpunkte auf 22 Prozent gestiegen.

Keine großen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt

Der Lageindex aus positiven und negativen Rückmeldungen geht damit um 13 auf 8 Punkte zurück und sinkt deutlich unter den langjährigen Durchschnitt von 19 Punkten. Im produzierenden Gewerbe berichtet die Mehrheit der Befragten von guten Geschäften. Blickt man auf die einzelnen Brachen, sind jedoch nur im Baugewerbe, im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in der Elektroindustrie die Rückmeldungen überwiegend positiv. Dabei herrscht in den Industriebetrieben große Sorge vor einer drohenden Gasmangellage. Jeder dritte Befragte gibt an, dass die Produktion bei einer Drosselung um 25 Prozent eingestellt werden müsste. Bei einem Rückgang um 50 Prozent würden sogar 56 Prozent der Betriebe nicht mehr produzieren. Der produktionsorientierte Großhandel profitiert noch von der Lage der Industrie, während der konsumnahe Großhandel und der Einzelhandel überwiegend schlechte Geschäfte melden. Die Dienstleister sind überwiegend zufrieden, lediglich die Befragten aus dem Bereich Medien und Kommunikation sowie der Gesundheitswirtschaft sind größtenteils unzufrieden.

Deutlich stärker als die aktuellen Lagebewertungen sind die Erwartungen der Unternehmer gesunken. Der Indexwert fällt um 48 auf -42 Punkte – und damit auf den tiefsten Stand seit Beginn der Rheinland-Datenerhebung im Jahr 2003. Lediglich bei der Lehman-Brothers-Krise zum Jahresbeginn 2009 und während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 lag der Indexwert auf einem ähnlich niedrigen Niveau.

Ursache hierfür ist insbesondere die Entwicklung der Energiepreise. „Für 84 Prozent aller Befragten sind die massiv gestiegenen Energiekosten das größte Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung“, betont Bayer. „Solch negative Werte hatten wir noch nie ermittelt“, so Bayer. Derzeit können noch 60 Prozent der Betriebe die gestiegenen Kosten an ihre Kunden weitergeben. Aber: „Es ist fraglich, wie lange die Kunden die Preisanstiege noch tolerieren“, warnt Bayer. „Insbesondere in der Industrie denken vereinzelte Unternehmen bereits darüber nach, Standorte zu verlagern, um Energiekosten zu sparen.“

Trotz der negativen Erwartungen ist am Arbeitsmarkt mit keinen gravierenden Veränderungen zu rechnen. Jeder sechste Befragte geht sogar von einem Anstieg der Beschäftigtenzahlen aus, ein Fünftel rechnet mit einem Rückgang. Zurückhaltend sind Personalplanende in der Kunststoffindustrie und im Einzelhandel, während die IT-Branche weiterhin einen großen Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitenden hat. aja

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