Von Sorgenfressern bis Escape-Room

Gemeinschaftsgrundschule Dierath gestaltet mit den Kindern eine Kreativprojektwoche

Eleonore (l.) und Aylin mit ihrer Schulleiterin Corinna Stobbe an der Grundschule Dierath beim Nähen der Sorgenfresser.
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Eleonore (l.) und Aylin mit ihrer Schulleiterin Corinna Stobbe an der Grundschule Dierath beim Nähen der Sorgenfresser.
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Vor allem nach der Corona-Pandemie ist die Projektarbeit wichtig.

Von Susanne Koch

Burscheid. Schon von der Straße hört man es: Tam, tam, tam, bum, bum, tssssssssss. Tam, tam, tam, bum, bum, tsssssssss. Was ist das nur? Ein Blick auf den Schulhof der Grundschule Dierath verrät es, hier steht und sitzt eine Gruppe Schülerinnen und Schüler, die auf Eimer trommeln, einen Schlauch in der Luft drehen und auf Plastikflaschen klopfen. Stomp. Die Schülerinnen und Schüler werden von der Musiklehrerin Heide Wendt dirigiert.

Währenddessen sitzen die Schülerinnen und Schüler der Klasse von Sarah Rosell in einem Klassenraum. „Ich habe meiner Mutter schon einmal beim Nähen geholfen und ein paar Stiche genäht“, sagt der zehnjährige Ben. „Aber heute nähe ich zum ersten Mal richtig.“ Währenddessen legen die neunjährige Eleonore und die achtjährige Aylin ihre geschnittenen Stoffe aufeinander. Sie beginnen jetzt ihre Sorgenfresser zu nähen.

Zum ersten Mal seit der Corona-Pandemie findet die Kreativprojektwoche wieder statt. „Wir haben sie ein bisschen verkleinert, aber wir wollten den Kindern wieder Normalität vermitteln“, sagt Schulleiterin Corinna Stobbe. „Wir arbeiten in Klassenverbänden und die ziehen diese Woche von Projekt zu Projekt.“ Die ersten und zweiten Schuljahre befassen sich mit einer Wald-Rallye, mit Laubsägearbeiten, mit Gummi-Twist sowie mit Fabio, dem Feuerdrachen. Und die dritten und vierten Schuljahre nähen Sorgenfresser, zeichnen Comics, knacken Aufgaben im Escape-Room und sind für die Foto- und Video-Präsentation online zuständig.

„Es ist schon toll, was die Kinder alles können“, sagt Lehrerin Uta Heider, die diese Gruppe betreut. „Die meisten kannten sich schon mit Datenschutzfragen und dem Recht am eigenen Bild aus.“ Sie sei sehr überrascht gewesen, was die Kinder alles können. „Einige wussten sofort, wie alles funktioniert, andere lernen noch.“

Sehr überrascht sei sie gewesen, dass einige schon einen You-Tube-Kanal zu Hause besitzen. „Das ist eigentlich erst ab 16 Jahren erlaubt. Es liegt an der Einstellung im Elternhaus.“ Sie freue sich schon auf das Ergebnis der Präsentation am Ende der Woche. „Die Eltern, die dies sehen wollen, mussten unterschreiben, dass sie den Link nicht weiterreichen“, sagt die Schulleiterin. „Es gilt das Recht am eigenen Bild.“

Die Kreativwoche vor den Ferien sei sehr wichtig für die Kinder

Wie der Schulalltag sonst läuft? Die Corona-Pandemie sei noch nicht vorbei. „Aber wir versuchen so viel Normalität wie möglich herzustellen“, sagt Corinna Stobbe. „Denn das haben wir festgestellt, dass den Kindern die Gemeinschaft fehlt, das Miteinander, das Kreativsein, das zusammen Aktionen machen.“

Deshalb sei die Kreativprojektwoche jetzt gerade vor den Sommerferien auch so wichtig für die Kinder. „Vor der Corona-Pandemie haben wir immer auch noch Eltern miteinbezogen, die Gruppen übernommen haben“, erzählt die Schulleiterin. „Die Gruppen waren kleiner und wir hatten mehr Angebote.“ Sie hoffe, dass die Kreativprojektwoche wieder in altem Maße stattfinden kann.

Für sie sei der Schulprozess ein sich immer verändernder. „Als wir zur Schule gegangen sind, waren digitale Angebote außerhalb unserer Realität“, sagt Corinna Stobbe. „Heute können die meisten Kinder damit wie selbstverständlich umgehen.“ Kinder, die sich in Quarantäne befinden, nehmen am Unterricht per Homeschooling teil. „Es ist richtig, süß zu beobachten, wie ihre Sitznachbarn ihnen helfen und sich einfach den Laptop schnappen.“

Apps würden heute das „miteinander Reden“ vereinfachen. „Wir haben heute noch Kinder aus der ersten Flüchtlingswelle in der Schule“, sagt Corinna Stobbe. „Sie sind inzwischen sehr gut integriert. Anfangs haben uns Apps das miteinander sprechen vereinfacht“, sagt die Schulleiterin. „Noch haben wir keine ukrainischen Flüchtlingskinder an der Schule“, sagt sie. „Aber es werden auf jeden Fall noch welche kommen.“

Wieder im Schulgebäude unterwegs kommt sie am Escape-Room vorbei. „Wir sind fast fertig“, sagt Lehrerin Helena Röhling, die Gläser vor sich auf den Boden stellt. Schülerinnen und Schüler wuseln noch herum und holen Sachen. „Wir haben hier viel gerätselt und Codes geknackt“, sagt sie. „Ich denke, gleich werden wir das Ergebnis haben.“

Kontakt

Gemeinschaftsgrundschule Dierath; Dierath 13; 51399 Burscheid, Tel.: (0 21 74) 58 80; Fax: 0 21 74 74 98 50; E-mail: ggs-dierath@gmx.de; Internetseite der Grundschule: www.ggsdierath.de

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