Einstiger Löschteich wird nicht unter Schutz gestellt

Der ehemalige Löschteich an der Montanusstraße wurde mit Erde verfüllt und ist schwer erkennbar.Foto: Nadja Lehmann
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Der ehemalige Löschteich an der Montanusstraße wurde mit Erde verfüllt und ist schwer erkennbar.Foto: Nadja Lehmann

Überrest der Gewässerkette an der Bahnlinie: Burscheider hatte einen Bürgerantrag eingereicht

Von Nadja Lehmann

Einst spielten die Jungen dort Eishockey, und die Mädchen versuchten sich als Eisprinzessinnen: So erinnert sich F. Bernhard Heider an den winterlichen Löschteich an der Montanusstraße. In den Augen des Burscheiders ein kleines städtebauliches Juwel, das es zu bewahren gilt. Deshalb wandte er sich per Bürgerantrag an die Stadt und schlug eine Unterschutzstellung als Denkmal vor. Ein Vorschlag, dem der Stadtentwicklungsausschuss nun aber einstimmig eine Absage erteilte. So hatte es im März auch bereits der Hauptausschuss empfohlen.

Die Begründung: Der frühere Löschteich liege im Geltungsbereich des Bebauungsplans Nummer 98 (östliche Montanusstraße). Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung sei auch der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hinzugezogen worden: Dieser habe dem Löschteich keinerlei Denkmalwert beigemessen. Ein Urteil, dem sich Haupt- und Stadtentwicklungsausschuss anschlossen.

Heider hingegen hatte in seinem Antrag auf die Bedeutung des Löschteichs hingewiesen, der als einer von dreien an der Bahnstrecke auf Burscheider Gebiet angelegt worden sei: „Insgesamt waren wesentlich mehr solcher Teiche an der damals als kriegswichtig eingestuften Nebenstrecke Opladen – Lennep gebaut worden“, schreibt Heider in seinem Antrag. „Bis auf den hier Genannten sind alle untergegangen.“ Dieser letzte, in seiner gesamten Größe deutlich erhaltene Löschteich sei damit auch ein Mahnmal gegen den Krieg, findet Heider. Zu erkennen war der einstige Teich allerdings lange Jahre nicht. Bis es in Heiders Augen die Abholzungen an der Bahntrasse an den Tag brachten: Der Löschteich ist noch da. „Dieser ist zwar vor langen Jahren mit Erde verfüllt worden, weil er nicht mehr dicht war, doch ist er offensichtlich noch vollständig erhalten und damit als Denkmal zu schützen“, schrieb Heider dem Bürgermeister - und wandte sich zeitgleich an den Kreis, als NRW-Heimatministerium, und an den Landschaftsverband.

Die Stadt als Untere Denkmalschutzbehörde sah das anders. Es seien nur noch rudimentäre bauliche Reste erhalten, zudem sei kein Funktionszusammenhang zwischen dem Teich und seiner Umgebung mehr ablesbar, heißt es in der Beschlussvorlage. Rückschlüsse auf seine einstige Aufgabe lasse der Zustand des Teichs nicht mehr zu: „Darüber hinaus ist das Gelände überplant und bereits in der Ausschreibung. Ein Teilgrundstück ist bereits verkauft“, lautet die abschließende Begründung der Stadt.

LVR hatte das Augenmerk auf das Werkstattgebäude gelenkt

Auch der LVR hatte das ähnlich gesehen, jedoch das Augenmerk auf ein in der Nähe befindliches Baudenkmal gelenkt: das Werkstattgebäude der ehemaligen Bahnmeisterei – ein Fachwerkbau mit „hochrechteckigen Fenstern und rot gedeckten Krüppelwalmdächern“. Er soll, schlägt der LVR vor, als stadtbildprägendes Bauwerk Berücksichtigung finden.

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