Einbrüche sind größer als im Landesschnitt

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Tourismuszahlen im Kreis erholen sich nur leicht vom ersten Lockdown

Von Leon Hohmann

Die Tourismuszahlen sind weiterhin auf Talfahrt. Die Auswirkungen der Corona-Krise sind landesweit enorm. Einen Rückgang bei den Übernachtungen von -31,5 Prozent im September im Vergleich zum Vorjahresmonat hat nun Information und Technik als amtliche Statistikstelle des Landes Nordrhein-Westfalen errechnet. Doch die vorläufigen Ergebnisse sind in Burscheid noch einmal deutlich höher als im Landesschnitt: Hier liegt der Rückgang bei den Gästeübernachtungen bei mehr als 47 Prozent – das heißt, es übernachteten nur halb so viele Gäste wie im September 2019 in der Stadt.

„Die Folgen sind für Köche, Kellner und Hotelangestellte dramatisch.“

Manja Wiesner, Geschäftsführerin der NGG-Region Köln

Dieser Trend dürfte sich in den kommenden Monaten noch fortsetzen – mit einem Ende der Reisebeschränkungen ist noch nicht zu rechnen. Die Ministerpräsidenten der Länder und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel haben zuletzt in einem Beschluss vom 28. Oktober appelliert, auf private Reisen zu verzichten. Geschäftliche Reisen bleiben zwar erlaubt, werden aber vielfach ausgesetzt. Einreisende nach Deutschland aus einem Risikogebiet müssen einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, um eine Quarantäne aufzuheben. 7133 Gästeübernachtungen zählten die Statistiker im September, wie sie gestern in einem Bericht mit vorläufigen Zahlen vorlegten. Im September 2019 waren es noch mehr 14 000 Übernachtungen, davon 2177 aus dem Ausland. Diese Zahl ist besonders stark geschrumpft – rund 65 Prozent dieser Übernachtungen fielen weg.

Berücksichtigt wurden bei der Erhebung von Information und Technik Nordrhein-Westfalen Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten, von denen es in Burscheid in diesem September vier Betriebe gab. In der Region sieht die Lage nicht besser aus. Beispielsweise auch in der Nachbarstadt Wermelskirchen ist der Rückgang der Übernachtungszahlen deutlich, wenngleich die Zahlen im September mit -35,1 Prozent näher am Landesschnitt lagen.

Hotelbetreiber haben durch die Krise mit hohen finanziellen Einbußen zu rechnen, müssen etwa Personal in Kurzarbeit schicken oder sogar entlassen. Mittlerweile sehen 75 Prozent des Gastgewerbes, zu denen auch Restaurants gehören, akute Existenzgefährdung, geht aus einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) hervor. Indes wachse das Unverständnis gerade bei Gastronomen über die Zwangsschließung im November. „Wir haben in der Vergangenheit mit unseren Hygiene- und Schutzkonzepten gezeigt, dass wir nicht zu einem erhöhten Infektionsgeschehen beigetragen haben. Mehr noch: Ausgehen war und ist bei uns sicherer als im unkontrollierten Privatbereich“, sagt beispielsweise Bernd Niemeier, Präsident von Dehoga Nordrhein-Westfalen.

Zu spüren bekommen die Folgen der Krise aber nicht nur die Unternehmer hinten den Beherbergungsbetrieben im Rheinisch-Bergischen Kreis. „Die Folgen sind auch für Köche, Kellner und Hotelangestellte dramatisch. Als Kurzarbeiter mussten sie deutliche Lohneinbußen in Kauf nehmen – in einer Branche, die ohnehin nur geringe Löhne zahlt“, betonte jüngst Manja Wiesner, Geschäftsführerin der NGG-Region Köln, die auch für den Kreis zuständig ist.

Nach Angaben des Münchner Ifo-Instituts waren im August bundesweit 377 000 Beschäftigte des Hotel- und Gaststättengewerbes in Kurzarbeit.

Hintergrund

Monatlich veröffentlicht Information und Technik als amtliche Statistikbehörde des Landes Nordrhein-Westfalen aktuelle Zahlen zum Tourismus. Dazu gehört die Zahl der Gästeankünfte, der Übernachtungen sowie der Beherbergungsbetriebe. Berücksichtigt werden alle Betriebe mit mindestens zehn Betten. Weitere Daten gibt es im Internet.

https://t1p.de/fiqk

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