Ein Wechsel ist nicht immer sinnvoll

Die Verbraucherzentrale warnt: Nicht in jedem Fall ist ein Wechsel der Kfz-Versicherung sinnvoll. Symbolfoto: Leon Hohmann
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Die Verbraucherzentrale warnt: Nicht in jedem Fall ist ein Wechsel der Kfz-Versicherung sinnvoll. Symbolfoto: Leon Hohmann

Kfz-Versicherung: Verbraucherzentrale rät bei Vergleichsportalen zur Vorsicht

-gf- Es klingt verlockend: Einfach online ein paar Daten in das Vergleichsportal eingeben und im nächsten Jahr ordentlich Geld sparen. So zumindest das Versprechen der Werbung für einen Wechsel der Kfz-Versicherung. „Doch nicht in jedem Fall ist das sinnvoll. Denn auch bei den Vergleichsportalen ist Vorsicht angebracht“, rät die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW in Bergisch Gladbach.

Vergleichsportale böten zwar eine einfache Möglichkeit zum schnellen Produktvergleich. Aber: Wie die Vermittler vor Ort erhielten auch die Online-Plattformen eine Provision für abgeschlossene Verträge. „Oft nehmen die Portalanbieter nur ausgewählte Versicherungsgesellschaften und Tarife in den Vergleich auf. Einen breiten und unabhängigen Marktvergleich bekommen Verbraucher daher nicht unbedingt“, sagte Brigitte Becker, Leiterin der Beratungsstelle. „Da kann es sich lohnen, nicht nur ein Portal zu nutzen, sondern sich auch direkt beim Versicherer nach einem guten Angebot zu erkundigen – online, telefonisch oder beim Vermittler um die Ecke.“

Nicht jeder Wechsel lohnt sich: Wer etwa einen Schaden verursacht hat, wird von der Versicherung regelmäßig in der Schadensfreiheitsklasse (SF-Klasse) zurückgestuft – der Beitrag steigt. Wurde jedoch ein Rabattschutz vereinbart, verzichtet der Versicherer auf diese Zurückstufung. Diese Sonderregelung gilt aber nur beim aktuellen Anbieter. Wird die Versicherung gewechselt, stuft der neue Versicherer unter Umständen die SF-Klasse doch zurück. „So wird aus der erhofften Ersparnis nachträglich eine Erhöhung“, warnt Becker.

Laufenden Vertrag günstiger gestalten: Durch eine jährliche Zahlweise lassen sich auch in einem laufenden Vertrag bereits einige Euro sparen. Zusätzliches Einsparpotenzial bieten Tarifmerkmale. Sind beispielsweise die Kinder aus dem Haus und nutzen das Familienauto nicht mehr, verkleinert sich damit auch der Fahrerkreis. Das belohnen Versicherungen mit günstigeren Prämien. Auch die Fahrleistung pro Jahr ist ein wichtiges – und teures – Tarifierungsmerkmal. Wer bisher viel mit dem Auto gependelt ist und nun nach Umzug, Ruhestand oder wegen Homeoffice weniger fährt, sollte das auf jedem Fall seinem Versicherer mitteilen.

Überprüfung des Tarifs sinnvoll:

Es braucht sich also keiner verunsichern zu lassen von der Werbung – niemand muss wechseln. Grundsätzlich ist aber eine Überprüfung des eigenen Kfz-Tarifs immer mal wieder sinnvoll. Ein Wechsel – auch nach vielen Jahren bei einem Versicherer – kann sich durchaus lohnen. Den einen oder anderen Rabatt gibt es oft auch bei der eigenen Versicherung. „Manchmal verhilft ein einfacher Anruf dort auch schon zu einem günstigeren Tarif“, weiß Becker.

Auf die Leistung achten:

Nicht nur die Höhe der Prämie ist entscheidend, sondern auch die Leistung. So sollte neben einer hohen Versicherungssumme von 50 oder besser 100 Millionen Euro in der Haftpflichtversicherung auf jeden Fall die grobe Fahrlässigkeit im Kaskoschutz mitversichert werden. „Das erspart im Schadensfall Ärger mit dem Versicherer, wenn der Fahrer beispielsweise geblendet von der tiefstehenden Sonne über die rote Ampel gefahren ist“, erklärt Becker. Mit ein bisschen Recherche und Geduld lässt sich dann auch ein passender Tarif zu guten Konditionen finden. Zumindest bis nächstes Jahr erneut die Werbung lockt.

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