Ein Fenster pro Klassenzimmer darf geöffnet werden

Die Fenster stammen aus dem Jahr 1987 und durften nach dem Unfall zunächst nicht mehr geöffnet werden. Nun einigten sich die Experten auf eine pragmatische Lösung. Archivfoto: Doro Siewert
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Die Fenster stammen aus dem Jahr 1987 und durften nach dem Unfall zunächst nicht mehr geöffnet werden. Nun einigten sich die Experten auf eine pragmatische Lösung. Archivfoto: Doro Siewert

Nachdem sich ein Fenster aus dem Rahmen gelöst hatte, kamen nun Experten zum Ortstermin in die Montanusschule

Von Nadja Lehmann

Man habe eine schnelle kurzfristige Lösung für die Montanusschule gefunden, bestätigt Stadtsprecherin Ann-Kathrin Gusowski auf Anfrage des Bergischen Volksboten. „Pro Klassenzimmer wird ein Fenster geöffnet, so dass stoß- und quergelüftet werden kann – zusätzlich zu den ohnehin vorhandenen Oberlichtern.“ Die Entscheidung hätten am vergangenen Samstag Fensterbauer und Gutachter gemeinsam bei einer Begehung getroffen.

In der vergangenen Woche hatte Fachbereichsleiter Marc Baack den Kommunalpolitikern in der Ratssitzung berichtet, dass im Awo-Familienzentrum/Regenbogen an der Höhestraße „ein Fenster durch den Raum geflogen“ sei. Dabei wurde ein Kind verletzt. „Das Fenster ist offensichtlich beim Öffnen aus dem Rahmen gefallen“, erklärte Baack. „Dabei hat es das Kind getroffen.“ Dieses sei, so berichtete er weiter, seinem Wissensstand nach nicht schwer verletzt, habe aber ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Das Risiko aber, dass sich so etwas wiederholt, wollte niemand eingehen. Und diese Möglichkeit war nicht ganz von der Hand zu weisen, gibt es doch baugleiche Fenster im Montanusschulkomplex, in dem auch das Familienzentrum liegt. Sie alle stammen aus dem Jahr 1987. Die Stadt fackelte nicht lange und entschied sich für eine klare Anweisung: Fenster öffnen verboten! Jedenfalls vorerst, hieß es in der vergangenen Woche aus dem Rathaus. Betroffen war die komplette Fensterfront, die zum Schulhof hin liegt.

„Pro Klassenzimmer wird ein Fenster geöffnet. Dazu kommen die ohnehin vorhandenen Oberlichter.“

Ann-Kathrin Gusowski, Stadtverwaltung

Fachbereichsleiter Marc Baack hatte sich gefreut, dass es der Abteilung Hochbau nach dem Unfall gelungen war, die Fenster-Experten zum Samstag für einen Ortstermin gewinnen zu können. Von diesem erhoffte man sich erste Klarheit. Zum Beispiel hinsichtlich der Schadensursache.

„Das ist dann der nächste Schritt“, sagt jetzt Ann-Kathrin Gusowski. Am Samstag sei es zunächst um eine pragmatische, schnelle und vor allem sichere Lösung gegangen. Auch Marc Baack hatte schon angedeutet, dass sich das Ganze wohl nicht ad hoc werde klären lassen. „Wir wissen nicht, warum das passiert ist“, hatte er erklärt. Möglicherweise lasse sich alles schnell beheben. „Vielleicht liegt aber auch ein Fehler in der Baureihe vor.“

Schon im Stadtrat hatte Ratsfrau Barbara Düchting (CDU) deutlich gemacht, welche Belastung mit dem Fensterschaden für Kinder und Lehrer einherginge. Sie unterrichtet selbst an der Montanusschule und weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer die Schule ein solcher Vorfall trifft – gerade in Corona-Zeiten. „Wir sollen schließlich coronakonform alle 20 Minuten lüften“, hob die Pädagogin hervor, die auf eine schnelle Lösung drängte. Sie hatte gewarnt: Bis zum Ortstermin am vergangenen Samstag werde man improvisieren können. „Aber länger geht das nicht.“

Ihr Statement fand Widerhall bei der Stadtverwaltung. Eine erste Lösung fürs Lüften ist erst einmal gefunden. Die Forschung nach der Schadensursache geht weiter.

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