Alte Ziegelei

Eigentümer scheinen verkaufen zu wollen

Der einstige Industriekomplex soll ein Kreativquartier werden, das Burscheid und Wermelskirchen gemeinsam entwickeln. Archivfoto: Nadja Lehmann
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Der einstige Industriekomplex soll ein Kreativquartier werden, das Burscheid und Wermelskirchen gemeinsam entwickeln.
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Alte Ziegelei: Burscheid und Wermelskirchen klopfen rechtliche Gestaltung ab.

Burscheid. Immer mal wieder taucht das Stichwort „Alte Ziegelei“ auf der Tagesordnung Burscheider Ausschüsse auf. Oft dann aber hinter verschlossenen Türen im nicht-öffentlichen Teil, der Beobachter und Zuhörer nicht zulässt.

„In der Angelegenheit ,Alte Ziegelei‘ sind noch keine wegweisenden Beschlüsse gefasst worden. Es wurden bislang nur vorbereitende Maßnahmen vorgenommen, wie zum Beispiel die Beauftragung von Untersuchungen oder die Erstellung eines Wertgutachtens“, sagt Stadtsprecherin Renate Bergfelder-Weiss auf Anfrage des Bergischen Volksboten. „Derzeit finden Gespräche zwischen den Städten Burscheid und Wermelskirchen über die mögliche rechtliche Ausgestaltung der zukünftigen Zusammenarbeit statt. Aufgrund der Vielzahl der zu berücksichtigenden Aspekte (gleichberechtigte Entscheidungsbefugnis, steuerliche Auswirkungen usw.) sind die Überlegungen noch nicht allzu konkret.“ In der letzten Zeit hätten sich jedoch die Anzeichen verdichtet, dass die Eigentümer den kurzfristigen Verkauf des Geländes forderten, so Bergfelder-Weiss. „Hier wurden in den politischen Gremien die Grundlagen für das weitere Vorgehen festgelegt.“

Burscheid und Wermelskirchen rücken zusammen. Das gilt nicht nur für die Kultur (wir berichteten), sondern auch für die Alte Ziegelei, die zwar von Hilgen aus anzufahren ist, deren größter Teil aber auf Wermelskirchener Gebiet liegt. Träume, Pläne und Visionen für das Areal gibt es bereits seit Jahren; eine Mischung aus Arbeiten und Wohnen soll dort entstehen, ein Kreativquartier mit Hochschulpotenzial. Ein Projekt, das im Interkommunalen Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept Burscheid/Wermelskirchen (IKEHK) 2030 verankert ist, mit dem sich die beiden Städte den Blick über den Tellerrand verordnen.

Von Beginn an ist Hans-Joachim Hamerla vom Düsseldorfer Büro Hamerla, Gruß-Rinck, Wegmann und Partner mit dabei, der zuletzt im November im Stadtentwicklungsausschuss berichtete. Auch er hatte die grundsätzliche Verkaufsbereitschaft hervorgehoben.

Stadtplaner hatte auf finanzielle Überlegungen verwiesen

Hamerla hatte auch auf Finanzielles hingewiesen: Abriss, Altlasten und Aufbereitung müssten dem gegenübergestellt werden, was an Einnahmen zu erwarten wäre. „Wenn die Aufbereitung teurer ist, als das, was herauskommt, wird diese Differenz gefördert“, hatte der Stadtplaner erklärt und die Finanzlasten differenziert: Es ginge nicht, dass Wermelskirchen, auch wenn die Alte Ziegelei größtenteils auf dortigem Gebiet läge, zum Beispiel 80 Prozent der Kosten trage und Burscheid nur 20 Prozent. „Keiner kann sich die Rosinen rauspicken.“ Man könne möglicherweise den Grunderwerb unterschiedlich staffeln, aber alles müsse in der Gesamtheit wieder paritätisch aufgefangen werden. „Entscheidend ist, dass die Städte es zusammen machen. Sonst kann das Projekt ,Alte Ziegelei‘ nicht in dieser Qualität entwickelt werden“, hatte Hamerla eindringlich gemahnt.

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