Konzert

Duo lotet musikalische Beziehungen intensiv aus

Anna Khomichko am Klavier und Roger Morello Ros am Violoncello spielten im Kulturbadehaus.
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Anna Khomichko am Klavier und Roger Morello Ros am Violoncello spielten im Kulturbadehaus.

Auftritt im Kulturbadehaus: Roger Morello Ros (Cello) und Anna Khomichko (Klavier).

Von Peter Klohs

Burscheid. Die Reihe der Konzerte mit Klaviermusik im Kulturbadehaus ist für dieses Jahr an ihrem Ende angekommen. Zum Abschluss war es dem Kulturverein Burscheid für den Samstagabend gelungen, zwei junge Musiker zu gewinnen, die zu größter Hoffnung Anlass geben. Bereits jetzt, in einem relativ jungen Alter, spielen Anna Khomichko (Piano) und Roger Morello Ros (Cello) auf einem unwirklich scheinenden Niveau, das der Aussage „perfekt“ recht nahekommt.

Khomichkos Wurzeln liegen in einer ukrainisch-belarussischen Familie. Sie lebt in Mannheim. Morello Ros wurde vor 29 Jahren im nordspanischen Katalonien geboren und lebt heute in Köln. Als musikalisches Paar haben sie sich intensiv mit der Musik und dem Leben von Clara und Robert Schumann sowie Johannes Brahms beschäftigt, dessen Rolle als Liebender von Clara noch immer nicht völlig deutlich ist. Außerdem ist es dem Duo wichtig, sich für Musik von Komponistinnen einzusetzen. Alles das fokussiert sich im Programm „Eine Liebesgeschichte“.

Die drei Romanzen op. 22 von Clara Schumann, eine von ihren insgesamt 66 Kompositionen, sind ursprünglich für Piano und Violine geschrieben worden, funktionieren aber auch mit dem Cello, vielleicht noch eindrücklicher. Hochromantische, jedoch keineswegs süßliche Musik erklang für die knapp 40 Besucher. Die Musik bleibt herb und trotz gelegentlicher Aufheiterungen leicht verschattet.

Die katalanische Komponistin Elisenda Fabregas schrieb extra für dieses Duo-Programm „Uphill – From Clara to Robert Schumann“, eine moderne Studie, die Anklänge an den Flamenco ihrer spanischen Heimat genau so wie deutliche Einflüsse der spätromantischen Musik beinhaltet. Auch die Musik von Robert Schumann (Drei Fantasiestücke op. 73) bleibt vorzugsweise verhangen und darf gerne „Herbstmusik“ genannt werden, bei aller (unterkühlten) Leidenschaft.

Sonate ist vielleicht ein musikalisches Denkmal

Nach der Pause stand eine große viersätzige Sonate für Piano und Cello von Johannes Brahms auf der Agenda. Opus 99 ist ein Spätwerk des in Hamburg geborenen und in Wien gestorbenen Komponisten, der 14 Jahre älter als die angebetete Clara Schumann war. Mit diesem leidenschaftlichen Werk hat Brahms ihr möglicherweise ein musikalisches Denkmal gesetzt. Konzerthaft kraftvoll beginnt die Sonate im Kopfsatz, um im zweiten Satz ruhig und besinnlich zu werden. Der dritte Satz ist zu einem vorgezogenen Finale auskomponiert und übertrifft Letzteres an Länge deutlich. Hier ist die nervöse Energie von Brahms am deutlichsten hörbar. Zugabe: Liszts Liebestraum.

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