Politik

Dr. Thomas Wilk löst Gisela Walsken als Regierungspräsident in Köln ab

Der neue Regierungspräsident in Köln heißt Dr. Thomas Wilk (r.). Seine Vorgängerin Gisela Walsken hat den Staffelstab am Freitag symbolisch weitergereicht. Sie ist noch eine Woche im Amt. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) begleitete den Festakt.
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Der neue Regierungspräsident in Köln heißt Dr. Thomas Wilk (r.). Seine Vorgängerin Gisela Walsken hat den Staffelstab am Freitag symbolisch weitergereicht. Sie ist noch eine Woche im Amt. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) begleitete den Festakt.

Zwölf Jahre lang stand mit der Sozialdemokratin Gisela Walsken (64) erstmals eine Frau an der Spitze der Bezirksregierung Köln.

Von Stephan Eppinger

Das ist nach dem legendären Vorgänger Franz-Josef Antwerpes (1978 bis 1999) die längste Amtszeit einer Regierungspräsidentin in der Kölner Behörde mit ihren inzwischen 2200 Mitarbeitern. Am 31. August ist der letzte Arbeitstag der gebürtigen Duisburgerin, die vor ihrem Amtsantritt 20 Jahre lang für die SPD im Landtag war.

Am 1. September wird Dr. Thomas Wilk neuer Regierungspräsident in Köln. Der in Dortmund geborene Jurist war zuvor Abteilungsleiter im Landesbauministerium in Düsseldorf. In einem Festakt hat NRW-Innenminister Herbert Reul gestern Nachmittag Walsken ihre Entlassungsurkunde in den einstweiligen Ruhestand überreicht und ihrem 51-jährigen Nachfolger die Ernennungsurkunde übergeben.

Für Walsken waren es zwölf Jahre mit vielen Herausforderungen und Krisensituationen wie der Flüchtlingskrise 2015/16, der Corona-Pandemie und der Flutkatastrophe im Vorjahr, die viele Kommunen im Regierungsbezirk betroffen hat. Auch die Aufstellung eines neuen Regionalplans und schwierige Großprojekte wie der Neubau der Leverkusener Autobahnbrücke gehörten zum Alltag der Regierungspräsidentin.

Reul betonte in seiner Ansprache die große Bedeutung der fünf Bezirksregierungen in NRW. „Diese sind gleichermaßen Kraftzentrale für das Land und als Bündelungsbehörde zwischen der Landesregierung und den Bürgern sowie Institutionen das Rückgrat der Verwaltung. Das Amt der Regierungspräsidenten zählt zu den wichtigsten Ämtern im Land mit seinen 18 Millionen Menschen.“

Walsken, die Reul 1990 im Landtag kennengelernt hat, sei eine der Konstanten in NRW mit einer Mischung aus Fleiß und Ausdauer, die man nicht jeden Tag finde. „Sie hat ihren Urlaub erst dann im Kalender eingetragen, wenn dort zufällig noch Platz war“, berichtete Reul. Auch er wurde von ihr einmal in den Ruhestand versetzt – als früherer Lehrer, der gleiche Beruf, den auch Walsken vor ihrer politischen Karriere innehatte. „Jetzt steht es zwischen und 1:1“, sagte Reul schmunzelnd nach der Urkundenübergabe.

Mit Wilk kommt ein Diplomverwaltungswirt und promovierter Jurist an die Spitze der Bezirksregierung. Begleitet wurde er gestern beim Festakt von vielen Familienmitgliedern, darunter auch seiner 93-jährigen Tante und den beiden Kindern. „Ich bin ein echter Familienmensch“, verriet Wilk, zu dessen Hobbys das Tennisspielen und das Motorradfahren gehören. Als Dortmunder ist er natürlich bekennender BVB-Fan.

Dass er von seiner Ernennung als Regierungspräsident erfuhr, hatte er seinem Sohn Moritz zu verdanken: Der sorgte dafür, dass er den Anruf aus der Staatskanzlei auch während des Abendessens entgegennahm. „Ich habe mich darüber wahnsinnig gefreut und bin immer noch etwas ungläubig. Ich werde alles dafür tun, das mir entgegen gebrachte Vertrauen zu rechtfertigen. Ich gehe mit Demut und viel Respekt an die neue Aufgabe, aber auch mit gesundem Selbstvertrauen und viel Optimismus.“

Er kündigte an, die enge Zusammenarbeit mit der Landesregierung fortsetzen zu wollen, um gute Ergebnisse für den Regierungsbezirk zu erreichen. Zu den zentralen Aufgaben zählen für Wilk die Wiederaufbauhilfe nach der Flutkatastrophe, die Bewältigung der vorausgesagten Energiemangellage, der Strukturwandel im rheinischen Revier, der Klimawandel, die Digitalisierung und die Vereinfachung von Genehmigungsverfahren und den Abläufen in der Verwaltung. „Wichtig ist für mich bei der Gleichzeitigkeit der Krisen der Teamgedanke und das Zusammenarbeiten auf Augenhöhe. Die Bezirksregierung muss sich weiter zu einer modernen und digitalen Behörde entwickeln und als Arbeitgeber noch attraktiver werden“, sagte Wilk.

Regierungsbezirk

Im Regierungsbezirk Köln leben in insgesamt 95 Gemeinden, acht Kreisen und vier kreisfreien Städten knapp 4,5 Millionen Menschen. Zum Bezirk gehören die Großstädte Köln, Bonn, Aachen und Leverkusen sowie der Rheinisch-Bergische Kreis, der Oberbergische Kreis, der Rhein-Erft-Kreis, der Rhein-Sieg-Kreis, die Städteregion Aachen, der Kreis Euskirchen, der Kreis Düren und der Kreis Heinsberg.

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