Theater

Dornröschen wird im Megafon wachgeküsst

Theaterprobe der Volksbühne: Ronja (l.) –13 Jahre – spielt Dornröschen, Frieda – 12 Jahre – spielt die beste Freundin.
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Theaterprobe der Volksbühne: Ronja (l.) –13 Jahre – spielt Dornröschen, Frieda – 12 Jahre – spielt die beste Freundin.

Schauspieler zwischen 4 und 18 Jahren präsentieren Theaterstück viermal im Dezember.

Von Tanja Alandt

Burscheid. Nach einem sehr, sehr langen Schlaf wird Dornröschen in wenigen Wochen im Megafon von ihrem Prinzen wachgeküsst. Sogar die lange Corona-Zeit hat sie verschlafen. Da ebenfalls die Theaterschauspielerinnen und Theaterschauspieler der Volksbühne Bergisch Neukirchen durch Corona viel Zeit verloren haben, freuen sie sich besonders auf ihren baldigen Auftritt. Bei einer offenen Probe im Alten Rathaus in Bergisch Neukirchen, gaben sie am Freitagnachmittag einen Einblick, wie textsicher sie bereits sind und wie gut sie ihr Schauspiel beherrschen.

Den letzten Schliff gab es beispielsweise noch beim richtigen Schniefen und Nießen. Ebenfalls bei der Betonung mancher Wörter sowie bei ihrem Ausdruck und der Ausstrahlung half Regisseurin Annika Siller nach. „Lasse sie sich weiter runter beugen. Lasse sie leiden. Lasse sie richtig leiden! Nochmal!“, sagte die Regisseurin einer Schauspielerin, die mit ihrem Zauberstab in der Hand über die anderen Feen herrschte. Stolz drehten sich einige Feen aus dem Feen-Rat indes in ihren funkelnden und glitzernden Kleidern um die eigene Achse und bewunderten ihre Feen-Flügel, während sich andere Akteure erst einmal an ihre „neuen“ Ohren gewöhnen mussten.

„Das eine Ohr fällt gleich ab“, sagte etwa der Faun (Marvin Fischer) besorgt, als er schnurstracks mit seinen geplüschten Hufen in den Kostüm- sowie Nähraum stapfte, um Hilfe zu bekommen. Schnell nahm sich eine ehrenamtliche Schneiderin aus dem Verein seinem Ohr an und sorgte rasch wieder für sein märchenhaftes Gehör. An den Kostümen konnte das sechsköpfige Nähteam, erkennen, wie viel Zeit vergangen ist. „Die sind alle so groß geworden“, staunte eine Mutter. Einige Kostüme aus dem Fundus konnten sie mit ihren Nähmaschinen und Overlook-Maschinen abändern und aufpeppen.

Die dreizehnjährige Ronja Siller (Dornröschen) bekam für ein Kleid sogar eine Seilkonstruktion, um die Länge zu verändern. Sie hatte zwar schon fünf große Rollen gespielt, war aber nach der langen Zeit trotzdem „schon ein bisschen aufgeregt“ vor dem baldigen Auftritt.

Dieses Mal wird es ausnahmsweise keine Generalprobe geben. Wie die Bühne unter anderem im Megafon aussieht, erleben sie erst beim Auftritt. Das ist für die Theaterschauspielerinnen und Theaterschauspieler ein zusätzlicher Nervenkitzel.

Ebenfalls die Spielleiterin Dana Fischer sowie Anna Feldhoff, Regisseurin „der Mäuse“, und wohl auch Annika Frank (Inszenierung) sind gespannt, wie sie ihre Kulisse der Bühne entsprechend anpassen müssen.

Seit Mai proben die Kinder und Jugendlichen, die im Alter zwischen 4 und 18 sind. Parallel arbeiten ihre Mütter an den Kostümen sowie an der Kulisse. In einer angemieteten Garage im Hof bemalten drei Mütter Türen mit goldenen Ornamenten und verrieten, dass mit echten Spindeln gesponnen wird. Für die Aufführungen im Burscheider Megafon am 10., 11., 17. und 18. Dezember können im Internet Karten für 8 Euro bestellt werden.

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