Katastrophenübung

DLRG-Helfer werden für den Ernstfall trainiert

Bei der Katastrophenübung wurden auf dem Gelände des THW in Tente auch Feuer gelöscht. Foto: Doro Siewert
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Bei der Katastrophenübung wurden auf dem Gelände des THW in Tente auch Feuer gelöscht.

Neue Katastrophenschutzhelfer absolvieren ihre Ausbildung in verschiedenen praktischen Übungen.

Von Holger Hoeck

Wie viel Sand sollte ein Sack beinhalten, bevor er bei einem Deichschaden zum Einsatz kommt? Und wie sollten die gefüllten Säcke angeordnet werden? Auch auf diese Fragen erhielten angehende Katastrophenschutzhelfer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) Antworten in Form von praktischen Anwendungen bei einem Übungstag auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks (THW) in Wermelskirchen-Tente.

„Während des Lockdowns war es leider zuletzt nicht möglich, junge Menschen, Helfer und Einsatzkräfte an den Katastrophenschutz heranzuführen. Im April konnte dann ein neuer Lehrgang für zukünftige Helfer begonnen werden – wenn auch zunächst nur online und theoretisch. Umso schöner, dass wir jetzt hier sein können“, sagte Lehrgangsleiter Julian Posse und dankte dem THW für die Bereitstellung des Geländes wie auch den mitwirkenden Feuerwehrleuten aus Rösrath.

An drei Stationen erhielten die rund 50 Teilnehmer Erläuterungen zum Brandschutz, eine Technik- und Logistik-Unterweisung und konnten eine Deichsicherung trainieren. Mit dabei waren Mathematik-Student Joshua Halfmann und Julia Engelhardt. „Der Katastrophenschutzhelfer ist bei uns die Grundausbildung, um im Ernstfall mitausrücken zu können. Ich wollte eigentlich schon vor einigen Jahren mitmachen, hatte aber dann keine Zeit“, erklärte die 24-jährige Angestellte bei einem Automobilzulieferer ihre Motivation. Aufmerksam lauschte sie mit ihrem Team und den ehrenamtlichen Übungsleitern den Ausführungen von THW-Zugführer Marcus Klaar über die verschiedenen Arten von Deichschäden.

„Wir unterscheiden zwischen einer Überströmung, einem Böschungsbruch und dem hydraulischen Grundbruch. Zur Stabilisierung und zur Stärkung des Deichs empfiehlt sich jedenfalls stets die Verwendung von Sandsäcken“, führte der erfahrene Zugführer aus. Sein Kollege Tristan Prüß von der Fachgruppe Bergung animierte die Gruppe dann zur Probe-Befüllung von Sandsäcken. „Am besten bildet ihr Dreier-Teams. Eine Person schippt den Sand, eine hält den Sack und eine weitere schnürt ihn danach zu“, empfahl er und gab zugleich die ideale Menge vor. „Füllt den Sack etwa bis zur Hälfte. Dann sind 15 bis 20 Kilo drin. Das genügt.“

Ausbilder loben den Elan der neuen Kräfte

Mit den gefüllten Säcken ging es zu Sascha Hilcken (Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen) und Dominik Sieper (Gruppenführer Fachgruppe Bergung), die den Aufbau eines „Hilfsdeichs“, bestehend aus einer aufgestellten, einer flachliegenden und einer per Schräglage Halt gebenden Euro-Palette, veranschaulichten.

„Normalerweise kommt erst noch Vlies an die Paletten. Wir packen jetzt direkt die Deichfolie drauf, die oben die Palette überlappen und unten etwa einen Meter herausragen muss. Danach legen wir die Sandsäcke in die quer positionierte Palette, um Stabilität herbeizuführen“, erklärte Sieper mit freundlicher Stimme.

„Es ist toll, mitzuerleben, mit wie viel Elan die neuen Kräfte dabei sind. Das macht wirklich große Freude“, zog Lena Hinrichs, Einsatzleiterin in der Ortsgruppe Burscheid, ein zufriedenes Zwischenfazit.

Für Christof Schmitz, Kraftfahrer der am Fühlinger See in Köln später noch übenden Tauchtruppe, sind solche Ausbildungstage von elementarer Bedeutung. „Hier können die Übungsleiter mit geschultem Auge beobachten, wie sich die Leute verhalten und sie gegebenenfalls unmittelbar auf Fehler hinweisen.“ Zwar haben alle Teilnehmer eine Ausbildung im Wasserrettungsdienst durchlaufen. „Katastrophenschutz ist jedoch eine eigene Welt, denn hier arbeitet man ja auch mit anderen Organisationen zusammen.“

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