Adventszeit

In diesem Jahr darf es mehr Weihnachtsdeko sein

In der Schulaula steht in diesem Jahr ein geschmückter Weihnachtsbaum. Foto: Rahel Knebel
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In der Schulaula steht in diesem Jahr ein geschmückter Weihnachtsbaum.
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Die Adventszeit in der Johannes-Löh-Gesamtschule.

Von Jennifer Preuß

Burscheid. In den letzten Tagen und Wochen vor Weihnachten wird es nochmals richtig stressig. „Wie jede Corona-Maßnahme ist auch diese mit einem enormen Aufwand verbunden“, sagt Angelika Büscher. Der Leiterin der Johannes-Löh-Gesamtschule in Burscheid hat die Verlängerung der Weihnachtsferien einiges Kopfzerbrechen bereitet. In der Theorie klinge der Vorschlag, die zusätzlichen unterrichtsfreien Tage als eine Quarantäne für die Feiertage zu nutzen, durchaus sinnvoll. Aber die praktische Umsetzung sorgt für viele Probleme.

„Wir haben uns gedacht, man braucht in diesem Jahr emotional etwas mehr.“
Angelika Büscher, Schulleiterin

So war an der Johannes-Löh-Gesamtschule bis zum Jahresabschluss viel Lehrstoff eingeplant. Hart trifft es diejenigen Schüler, die an den eigentlich letzten Schultagen noch Klassenarbeiten schreiben sollten. Sechs Klassenarbeiten in vier Jahrgangsstufen waren ursprünglich für den 21. Dezember geplant. Die Arbeiten werden nun vorgezogen, wodurch den Schülern weniger Zeit zum Lernen bleibt und teils gleich drei Klassenarbeiten in einer Woche anstehen.

Normalerweise versucht das Lehrerkollegium solche Szenarien zu vermeiden. Durch die kurzfristig bekannt gegebene Verlängerung der Schulferien bleibt aber keine Alternative. „Lehrer nutzen die Ferien gerne zum Korrigieren. Die Arbeiten nach den Ferien zu schreiben, geht nicht. Da wird es zeitlich eng“, erklärt Angelika Büscher.

Sie ärgern die Umstände. In den Medien geisterte das Thema bereits seit dem 11. November herum. Eine offizielle Information beziehungsweise Anweisung vom Schulministerium gab es aber erst am 23. November. „Corona gibt es nicht erst seit gestern“, sagt Angelika Büscher. Entsprechend hätte die Politik die Schulferien langfristiger planen können.

Ob die Maßnahme überhaupt den gewünschten Effekt haben wird, bezweifelt die Pädagogin mit Blick auf die Bilder von überfüllten Fußgängerzonen am sogenannten Black Friday. „Diese Maßnahme schafft viel zu viel Unruhe. Alle denken: Was kommt als nächstes?“, fragt die Schulleiterin, die nicht ausschließt, dass die Schulen erneut in den Fokus der Politik rücken könnten.

Wieder in den Distanzunterricht zu wechseln, hält sie für fatal. Die bestellten digitalen Endgeräte sind immer noch nicht da. Ebenso sind viele Schüler nicht gut ans Internet angebunden. Vor allem dann, wenn die Eltern im Homeoffice arbeiten, reicht die Leistungskapazität für Videoschalten der Schüler oft nicht aus.

Ebenso haben die Erfahrungen aus dem Frühjahr gezeigt, dass gerade leistungsschwache Schüler den Präsenzunterricht brauchen, so Büscher. „Ich wünsche mir einfach, dass die Zahlen nicht weiter hochgehen, damit der Präsenzunterricht weiter stattfinden kann.“

Derweil versucht man es sich in der Gesamtschule schön zu machen. 2020 darf es etwas mehr Weihnachtsdekoration sein als sonst. „Wir haben uns gedacht, man braucht in diesem Jahr emotional etwas mehr“, berichtet die Schulleiterin. Daher steht in der großen Schulaula in diesem Jahr ein Weihnachtsbaum, der mit gebastelten Werken der Schüler geschmückt wird. Das gemeinsame Singen muss ausfallen. Stattdessen werden in der Aula Weihnachtslieder vom Band gespielt.

Da sich die weiterführende Schule in Trägerschaft der Evangelischen Kirche befindet, wird auf Gottesdienste zu Weihnachten natürlich Wert gelegt. Hier musste improvisiert werden. Wegen des Mindestabstands können die Schüler nicht zur Andacht in die Kirche gehen. Stattdessen können sie jahrgangsweise einem Gottesdienst in der Aula beiwohnen. Diese werden in der letzten Schulwoche jeweils in den Religionsstunden stattfinden. „Es sind insgesamt sieben Gottesdienste und somit eine Riesenlogistik“, berichtet Angelika Büscher, die für die Organisation mit Geistlichen aller Burscheider Kirchen in Kontakt steht. Gemeinsam hat man ein prägnantes und passendes Motto für den diesjährigen Gottesdienst gefunden: „Plan B“.

Wechselunterricht

Nach den neuen Corona-Regeln, die seit dem 1. Dezember gelten, ist ein flächendeckender Wechselunterricht nicht geplant. Die Entscheidung muss individuell und vor Ort getroffen werden. Wechselunterricht soll in den Städten und Kreisen zum Einsatz kommen, in denen der Inzidenzwert bei über 200 Neuinfektionen pro Woche pro 100 000 Einwohnern liegt. Zudem sollen solche weitergehenden Maßnahmen auf Schüler ab Klasse 8 beschränkt bleiben. Abschlussklassen sind von dieser Regelung ausgenommen.

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