Tradition

Dierath: Sankt Martin reitet durchs Dorf

Sankt Martin ritt im vergangenen Jahr auf dem 23-jährigen Islandpferd Snot.
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Sankt Martin ritt im vergangenen Jahr auf dem 23-jährigen Islandpferd Snot.
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Burscheider Grundschulen begehen Tag sehr unterschiedlich.

Von Susanne Koch

Burscheid. „Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind.“ Dieses Lied wird von den Schülerinnen und Schülern der Grundschule Dierath beim Martinsumzug traditionell gesungen, wenn sie an der Schule vorbeikommen. „Sankt Martin. Wer er war und warum er heiliggesprochen wurde. Das erfahren die Schülerinnen und Schüler unserer Schule jedes Jahr im Religionsunterricht“, sagt die Konrektorin Sonja Grolig. „Und die Lieder werden im Musikunterricht geübt.“

Wer war Sankt Martin? Er hieß Martin von Tours und wurde 316 oder 317 in Savaria, das damals zum Römischen Reich gehörte und heute zu Ungarn, geboren. Sein Vater war ein römischer Offizier, deswegen musste Martin gegen seinen Willen zum Militär. Schon mit 15 Jahren wurde er als Leibwache bei Kaiser Konstantin eingestellt. Während seiner Zeit als Soldat trug sich die Geschichte zu, die heute noch im Lied besungen wird. Der 17-jährige Martin war im Norden des heutigen Frankreichs stationiert.

An einem eiskalten Tag im Winter ritt er gerade zum Stadttor hinaus, als er einen armen Mann traf, der keine Kleider anhatte. Der Bettler bat um Hilfe. Martin nahm sein Schwert und teilte seinen Mantel in der Mitte durch. Die eine Hälfte gab er dem Bettler, die andere legte er sich um die Schultern. Nachts sah er im Traum Jesus, der mit seinem halben Mantel bekleidet war. Martin wurde später Bischof von Tours.

„Leider steht noch nicht fest, wer dieses Jahr Sankt Martin bei uns im Umzug verkörpert“, sagt die Konrektorin. „Auf jeden Fall werden wir die Geschichte des Heiligen Martins vorspielen, wenn wir alle um die Feuerschale auf dem Schulhof versammelt sind“, sagt sie. „Dann wird da auch ein Bettler sein und Martin wird seinen Mantel teilen.“

Der Martinsumzug wird von Sankt Martin angeführt. „Es werden aber nur die etwa 200 bis 250 Schülerinnen und Schüler unserer Schule, Lehrerinnen sowie ausgesuchte Eltern als Aufpasser durchs Dorf ziehen“, sagt Sonja Grolig. „Die Eltern warten derweil schon auf dem Schulhof. Dort wird ein Feuer in einer großen Feuerschale brennen.“

Für alle Kinder gibt es ein Liederheft. „Wir singen fünf Lieder“, sagt die Konrektorin. Und zwar: „Abends, wenn es dunkel wird“, „Sankt Martin“, „Ich geh mit meiner Laterne“, „Laterne, Laterne“ und „Durch die Straßen auf und nieder“. Sonja Grolig; „Ich freue mich schon aufs Martinsfest.“

Weckmänner gibt es auch für die Schülerinnen und Schüler. „Wir werden sie aber auch schon vormittags geliefert bekommen“, sagt die Konrektorin. „Und dann gibt es sie bei uns zum Frühstück.“ Abends rund ums Feuer essen Kinder und die Erwachsenen gemeinsam Würstchen vom Grill. „Und wir bieten den Schülerinnen und Schülern Kinderpunsch an. Die Eltern bekommen, wenn sie es wollen, Glühwein.“

Sankt-Martins-Feier, Grundschule Dierath, Freitag, 11. November, um 18 Uhr. Die Schülerinnen und Schüler ziehen alleine mit Sankt Martin durchs Dorf. Die Eltern und Großeltern warten auf dem Schulhof. Für alle gibt es Würstchen und Punsch.

Martinsfeiern

  • Ernst-Moritz-Arndt-Grundschule, Schulstraße 1651399 Burscheid-Hilgen: 9. November, 17 Uhr. Die Schülerinnen und Schüler versammeln sich um eine Feuerschale auf dem Schulhof und singen gemeinsam Lieder.
  • Montanusschule, Städtische Grundschule Burscheid, Höhestraße 50, Burscheid: 11. November, 18 Uhr. Die Schülerinnen und Schüler versammeln sich um 18 Uhr auf dem Schulhof rund um die Feuerstelle und singen Lieder.

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