Kulturausschuss

Die Leser bleiben der Stadtbücherei treu

Die Leiterin der Stadtbücherei, Yulia Farbischewski, berichtete im Kulturausschuss über geplante Projekte. Archivfoto: Nadja Lehmann
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Die Leiterin der Stadtbücherei, Yulia Farbischewski, berichtete im Kulturausschuss über geplante Projekte. Archivfoto: Nadja Lehmann
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    VonMarkus Schumacher
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Leiterin Yulia Farbischewski berichtet im Kulturausschuss über das vergangene Jahr – Für 2021 bleibt sie optimistisch.

Burscheid. „Unsere Leserinnen und Leser sind uns treu geblieben“, berichtete Yulia Farbischewski in der ersten Sitzung des Kulturausschusses. Und die Leiterin der Stadtbücherei konnte das auch mit vielen Zahlen belegen: Trotz Lockdowns und Corona besuchten im vergangenen Jahr 1002 Burscheider die Einrichtung in der Hauptstraße 38. Das waren nur 241 weniger als 2019 vor der Pandemie. Die Besucher kamen 12 676 mal (2019: 16 639) und liehen sich 35 549 Medien aus (2019: 33 694).

Einen großen Sprung konnten wir bei der Umarbeitung des Sachbuchbestandes machen.

Yulia Farbischewski, Leiterin der Stadtbücherei

Vor allem E-Medien - also digitale Angebote wie E-Books, E-Papers oder auch E-Musik - werden immer beliebter, erklärte Farbischewski: Solche wurden im vergangenen Jahr 7559 mal ausgeliehen, rund 1500 mehr als noch 2019. Die Leiterin sagte: „Das neu eingerichtete Modul E-Learning wurde, im Vergleich zu den anderen Bibliotheken im Verbund, in Burscheid oft nachgefragt. Im Berichtsjahr wurden E-Learning-Kurse 50 Mal ausgeliehen. In Wermelskirchen liegt die Zahl bei 34, in Wipperfürth bei 32, in Wiehl bei 24.“

Anfang 2020 gab es noch Lesungen, Filmabend und Ausstellungen in der Stadtbücherei. Das alles stoppte das Virus. Vom 23. März bis zum 24. April war die Stadtbücherei Burscheid geschlossen. Die Zeit lies das Team um Farbischewski aber keinesfalls ungenutzt. In der Schließzeit hatte die Bücherei neben der Bergischen Onleihe auch einen kontaktlosen Medien-Abholservice angeboten. Durch diesen zusätzlichen Service hatten Leser die Möglichkeit, sich ihr „Wunsch-Medienpaket“ von den Mitarbeitern der Stadtbücherei kontaktlos zur Abholung zusammenstellen zu lassen. „Dieser Service kam gut an und wurde mehrmals am Tag in Anspruch genommen.“

„Einen großen Sprung konnten wir bei der Umarbeitung des Sachbuchbestandes machen“, berichtete Farbischewski. Bereits 2019 wurde der Prozess der Umstellung auf Klartext gestartet. „Die Aufgabe ist sehr zeit- und personalintensiv und konnte während des regelmäßigen Betriebs der Bücherei nur sukzessiv durchgeführt werden.“ In der Schließungszeit konnten nun aber mehrere Sachbuchgruppen umgearbeitet, neu eingeordnet und umetikettiert werden: Jetzt stehen Bücher, die thematisch zusammengehören, aber bisher auf verschiedene Sachgruppen verteilt waren, zusammen an einer Stelle. Die Gruppe „Familie“ etwa präsentiert alle für diese Zielgruppe interessanten Bücher aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Pädagogik, Kinderpsychologie, Basteln, an einem Ort.

„Die Bücherei gestaltet sich dadurch benutzerfreundlicher und ermöglicht eine schnellere und selbsterklärende Orientierung“, war die Leiterin überzeugt. Es habe auch schon viele positive Rückmeldungen der Besucher gegeben, denen es leichter falle, das richtige Buch zu finden.

Ab 27. April konnte die Stadtbücherei wieder zu den normalen Öffnungszeiten aufgesucht werden. Die Dauer des Aufenthalts wurde im ersten Lockdown auf maximal zehn Leser und 30 Minuten beschränkt. Das Lesecafé war gesperrt, Ein- und Ausgang waren getrennt. An der Theke wurden Spuckschutze montiert. Maske, Abstand, Hygiene und Kontaktdaten gehörten zum neuen Alltag.

Trotzdem konnten zum Beispiel der Sommer-Lese-Club, monatliche Lesekreise und Lesungen eingeschränkt stattfinden. Ab dem 16. Dezember 2020 blieb die Stadtbücherei Burscheid dann aber erneut bis auf weiteres geschlossen. Ein kontaktloser Medien-Abholservice wird weiterhin angeboten.

Die Leiterin hatte aber auch gute Nachrichten mitgebracht: Der Zuwendungsbescheid für das gemeinsame Projekt „Bibliotheken im Medienkompetenzrahmen NRW“, das mit sieben weiteren Bibliotheken durchgeführt wird (Bergisch Gladbach, Bergneustadt, Gummersbach, Leichlingen, Leverkusen, Wermelskirchen und Wiehl), ist erteilt worden. Alle notwendigen Geräte wurden gemeinsam angeschafft. Ziel des Projektes ist die Erarbeitung von Workshops, die im Medienkompetenzrahmen eingebettet sind, um Schulen ein attraktives Angebot zur medienpädagogischen Förderung anzubieten.

„Heute haben wir neue Sessel geliefert bekommen“, beschrieb Farbischewski ein konkretes Beispiel aus dem Soforthilfeprogramm „Kultur im ländlichen Raum“. Ebenfalls noch geplant ist die „Bücherei der Dinge“. Dafür werden Sachen angeschafft, die jeder mal gebrauchen kann – aber meist nur einmal im Jahr: Laminiergeräte, eine Wärmebildkamera und Ähnliches. So etwas soll dann in der Stadtbücherei auszuleihen sein.

Hintergrund

Um eine Bibliotheksstrategie als praktischen Leitfaden zu entwickeln, nimmt Yulia Farbischewski an einer Workshop-Reihe vom Zentrum für Bibliotheks- und Informationswissenschaftliche Weiterbildung teil. Dies ermögliche es, mit zehn Bibliotheken aus NRW Erfahrungen und Ideen auszutauschen, um diese einzubeziehen.

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