Elektronisch

Die Kirchturmuhr zeigt jetzt präzise die Zeit an

Monatelang zeigte die Uhr 10.20 Uhr, beziehungsweise zur Sommerzeit 11.20 Uhr an. Foto: Doro Siewert
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Monatelang zeigte die Uhr 10.20 Uhr, beziehungsweise zur Sommerzeit 11.20 Uhr an.

Altes Uhrwerk wurde nach langen Überlegungen gegen ein elektronisches ausgetauscht.

Von Claudia Radzwill

Am Wochenende ist die Sommerzeit eingeläutet worden. Erstmals geschah das bei der Kirchturmuhr der evangelischen Kirche an der Hauptstraße sogar ganz automatisch, dafür sorgte das neue elektronische Uhrwerk.

Genau vor einem Jahr stand die Kirchturmuhr noch komplett still – das alte mechanische Uhrwerk war defekt. Eine Weile lang schauten die Burscheider auf Zeiger, die unweigerlich 10.20 Uhr anzeigten. Zur Umstellung auf die Sommerzeit hatten die Verantwortlichen der Gemeinde mit einem Augenzwinkern dann die Uhr passend zur Sommerzeit manuell auf 11.20 Uhr vorgestellt. Doch jetzt klappt alles wie am Schnürchen.

Ein Blick auf die Kirchturmuhr ist vielen Bürgern und Bürgerinnen eine liebe Gewohnheit, weiß Baukirchmeister Bodo Jakob. „Viele haben sich gefreut, dass die Uhr nach den Sommerferien 2021 wieder lief.“ Sich vom alten mechanischen Antrieb zu verabschieden, sei niemanden im Bauausschuss der Kirchengemeinde wie im Presbyterium leicht gefallen, sagen Bodo Jakob und Pfarrerin Katrin Friedel.

Reparieren oder erneuern –vor dieser Entscheidung stand die Kirchengemeinde im letzten Jahr also. „Die jeweiligen Kosten hielten sich die Waage. Mit ausschlaggebend für die Entscheidung war am Ende der Blick auf die Folgekosten“, sagt Pfarrerin Katrin Friedel. „Die mechanische Uhr ist wartungsintensiver als eine elektronische“, erklärt Bodo Jakob.

Das Herz hing an dem alten bewährten Uhrwerk, das Votum ging dennoch an die motorisierte Variante. Durch den Austausch des Antriebs hat sich das Erscheinungsbild der Kirchturmuhr nach außen nicht verändert – die Burscheider blicken auf das gewohnte Ziffernblatt. Allerdings sei es schon aufgefallen, dass die Uhr heute minutengenau läuft, sagt Jakob. Das alte Uhrwerk sei da anfälliger gewesen. Einmal in der Woche zog die Küsterin das Uhrwerk früher auf und wenn die Uhr nachging, stellte sie sie mit viel Akribie wieder ein.

„Es steckte aber auch stets ein Kraftakt darin“, blickt Bodo Jakob zurück. Und auch das habe in die Entscheidung für die Anschaffung des motorisierten Uhrwerks mit hinein gespielt.

Das alte Uhrwerk kann noch besichtigt werden

Außer Betrieb genommen heißt aber nicht entfernt. Das alte Uhrwerk gibt es noch – es steht immerhin unter Denkmalschutz. „Man kann es besichtigen“, berichtet Bodo Jacobs. Beim Tag des Denkmals können Besucher die Treppen des Kirchturms hinaufsteigen und den mechanischen Antrieb mit den vielen Zähnen bewundern. Pfarrerin Katrin Friedel war schon mit ihren Konfirmanden oben. „Nicht alle haben daraus gleich eine Uhr erkannt“, verrät sie.

Im Gespräch ist weiterhin eine Beleuchtung des Ziffernblattes; die wurde in der Gemeinde unabhängig vom Uhrwerk angeregt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Das Ziffernblatt könnte separat beleuchtet werden oder die Uhr wird angestrahlt. Wer den Kirchturm anschaut, der hat nicht nur die Turmuhr im Blick, sondern auch ein Banner, das seit nunmehr zwei Jahren auf das 250-jährige Bestehen des Neubaus der Kirche aufmerksam macht.

Das Jubiläum sollte 2020 an Pfingsten gefeiert werden. Dann kam Corona und damit die Absage. „Wir waren in den Planungen schon weit“, erinnert sich Pfarrerin Katrin Friedl. Zunächst wurde das Fest auf 2021 verschoben, doch es kam der Lockdown bis Mai. „Wir haben das Fest jetzt auf Pfingsten 2023 verschoben“, sagt Katrin Friedel.

Historie und Jubiläum

Am Platz der evangelischen Kirche gab es schon im 11. Jahrhundert ein kleineres Gotteshaus. 1767 entstand an gleicher Stelle das heutige größere Kirchengebäude. 1770 wurde hier der erste Gottesdienst gefeiert. Das geht aus Quellen im Gemeindebuch und des Kirchenarchivs hervor. Zum Jubiläum 2020 wurde das Kircheninnere generalüberholt und mit neuen Lichtkonzepten in Szene gesetzt. Das große geplante Jubiläumsfest wurde coronabedingt auf 2023 verschoben. „Es soll eine lebendige, große und bunte Feier werden, ohne große Teilnehmerbeschränkungen. Wir hoffen, dass das im nächsten Jahr leichter umzusetzen sein wird“, sagt die Pfarrerin. Das Banner bleibe solange, „bis das Fest gefeiert ist“.

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